Raucher wider Willen? Einfluss der Gene auf die Nikotinsucht

Zwei ungünstige Genvarianten erschweren es Rauchern, mit dem Rauchen aufzuhören

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  • von Paradisi-Redaktion
Nahaufnahme männliche Hand drückt Zigarette in vollem Aschenbecher aus, daneben weitere Zigaretten

Die Gefährlichkeit des Rauchens ist bekannt und immer wieder versuchen Raucher von ihrem Laster loszukommen. Doch was einigen gelingt, fällt anderen sichtbar schwerer und es kommt immer wieder zu Rückfällen.

Nicht-Raucher und Ex-Raucher werfen den anderen einen schwachen Willen vor. Doch liegt es wirklich allein am Willen, dass manchen der Rauchstopp schwerer als anderen fällt? Eine aktuelle Gen-Studie stellt das infrage und lenkt die Aufmerksamkeit auf zwei ungünstige Genvarianten.

Wie stark Dopamin wirken kann, hängt von der Anzahl an Andockstellen im Gehirn ab

Nikotin wirkt direkt im Gehirn und führt dort zur Ausschüttung von Glückshormonen, dem Dopamin. Daher ist Rauchen auch die Suche nach dem Dopamin-Kick und längere Rauchpausen führen zu Entzugserscheinungen.

Wie stark das Hormon in Kopf wirken kann, hängt von der Anzahl der Andockstellen für das Dopamin ab. Wer viele davon im Gehirn hat, kann durch Rauchen deutlich "glücklicher" werden als andere.

Zwei Genvarianten machen es besonders schwer, mit dem Rauchen aufzuhören

In ihrer Studie fanden die Forscher nun heraus, dass es zwei Genvarianten gibt, die zu besonders vielen Dopamin-Andockstellen führen. Betroffene sind daher

  • leichter durch Nikotin zu verführen und
  • leiden unter einem Entzug deutlich mehr.

Im Detail betrachtet, handelt es sich um das Gen "Taq1A" auf dem 11. Chromosom. Es beeinflusst die Dichte der Andockstellen für Dopamin und liegt in drei verschiedenen Formen vor. Welche das sind, untersuchte man bei 9.487 Freiwilligen.

Besonders anfällig für die Lust am Rauchen waren Träger der Variante A1/A1 oder A1/A2. Leichter hatten es dagegen alle mit dem Genotypen A2/A2. Laut Berechnungen der Forscher dürfte der Einfluss der Genvarianten auf einen versuchten und gescheiterten Rauchstopp bei rund 50 Prozent liegen.

Ungünstige Genvarianten sollten in Therapien zur Raucherentwöhnung beachtet werden

Es entscheidet daher durchaus auch die Willenskraft, aber eben nicht allein. Träger der ungünstigen Genvarianten müssen deutlich mehr Willen aufbringen, um erfolgreich zu sein. Dies sollte vermehrt in Therapien zur Rauchentwöhnung beachtet werden, raten die Forscher.

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