2. November 2009
Um die Ursache für psychische Erkrankungen herauszufinden und zu behandeln, kann eine Psychoanalyse durchgeführt werden. Dabei werden Konflikte aus der Vergangenheit des Patienten aufgedeckt und bearbeitet.
Bei der Durchführung einer Psychoanalyse muss bedacht werden, dass es dem Patienten durch das Aufdecken vergangener Konflikte vorübergehend schlechter als vorher gehen kann. Der Patient sollte also relativ stabil sein und die Bereitschaft mitbringen schmerzliche Erfahrungen aus der Kindheit aufzuarbeiten.
Während einer klassischen Psychoanalyse legt sich der Patient auf eine Couch, an deren Kopfende der Therapeut Platz nimmt. Der Patient soll dabei den behandelnden Arzt nicht sehen, damit er sich besser entspannen kann. Während der Therapie kann der Patient über alles reden, was ihm in den Sinn kommt, was man als freies Assoziieren bezeichnet. Auch die Inhalte von Träumen sind für den Psychoanalytiker von Interesse, denn in ihnen können unbewusste Konflikte zum Ausdruck gebracht werden. Wichtig ist auch eine so genannte Übertragung und Gegenübertragung zwischen Patienten und Therapeuten. Das bedeutet, dass der Patient die Gefühle, die er gegenüber anderen Menschen wie zum Beispiel seinem Partner oder seinen Eltern gegenüber verspürt, auf den Psychotherapeuten überträgt. Als Gegenübertragung bezeichnet man die bewussten oder unbewussten Reaktionen des Psychoanalytikers auf den Patienten. Auf diese Weise kann der Therapeut die inneren Abläufe der zu behandelnden Person wahrnehmen und deuten. Mit der Zeit können so verdrängte Konflikte oder traumatische Ereignisse wieder ins Bewusstsein des Patienten gebracht werden. Da eine klassische Psychotherapie normalerweise hunderte von Stunden in Anspruch nimmt, kann sie über mehrere Jahre andauern.
Eine andere Variante der Psychoanalyse ist die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, bei der der Patient dem Therapeuten gegenüber sitzt. Bei diesem Verfahren sollen nur die Symptome der psychischen Störung gebessert und vorhandene Lösungsansätze aktiviert werden. Zudem ist die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie zeitlich begrenzt und dauert höchstens 50 – 100 Stunden.
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