Psychoanalyse

Gehört zur Tiefenpsychologie und hilft dem Psychoanalytiker, seelische Störungen zu behandeln

Bei der Psychoanalyse wird methodisch versucht weit zuruckliegende emotionale Erfahrungen einer Person aufzudecken und deren Einfluss auf das aktuelle Erleben zu untersuchen. Mit den Ergebnissen soll ein therapeutischer Prozess gestaltet werden.

Psychologe mit Patient im Behandlungszimmer
Psychologist © bilderbox - www.fotolia.de

Die Psychoanalyse ist im Gegensatz zur Gesprächs- oder Verhaltenstherapie kein Bearbeiten aktueller Probleme, diese werden höchstens als Nebeneffekt gelöst, und auch kein "Abgewöhnen" unerwünschter oder schädlicher Verhaltensweisen, sondern eine tiefe Aufarbeitung verdrängter Traumata aus der Kindheit.

Voraussetzungen und Ziele

Der Klient einer Psychoanalyse sollte

  • ein gewisses Reflexionsvermögen

haben und

  • die Bereitschaft, auch unliebsame und schmerzhafte Erfahrungen aus der Kindheit wiederaufleben zu lassen.

Ziel ist es, krankhafte Verhaltensmuster und psychische Erkrankungen auf ihre frühkindliche Entstehung zurückzuführen und durch das Zurückholen vom "Unterbewussten" ins bewusste Gedächtnis, den Teufelskreis des ständigen Wiederholen-Müssens unbewältigter Konflikte zu durchbrechen und durch gesunde Verhaltensmuster zu ersetzen.

Anwendungsgebiete

Diagnosen, bei denen eine Psychoanalyse ratsam erscheint, können die gesamte Palette psychischer und psychiatrischer Erkrankungen umfassen. Am effektivsten ist eine Psychoanalyse jedoch bei

die diese am eindeutigsten als reaktive Erkrankung auf frühkindliche oder auch spätere gewaltsame Erlebnisse zu verstehen sind. Gut tun würde eine Psychoanalyse eigentlich jedem, der an den ganz "normalen" Alltagsneurosen leidet, nur ist hier abzuwägen, ab wann eine Therapie einen so hohen Krankheitswert hat, dass sie von der Krankenkasse getragen werden muss und wann es sich lediglich um "Selbsterfahrung" handelt.

Denn eine Psychoanalyse ist langwierig und teuer. Die Dauer der Therapie beträgt meistens vier bis fünf Jahre, die Sitzungen finden zu Beginn dreimal wöchentlich, nach ein bis zwei Jahren noch zweimal wöchentlich statt.

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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