Bestand der Arzneipflanzen durch Klimawandel bedroht

Dürren, Starkregen und Schädlinge bereiten Sorge um Heilpflanzen wie Ginseng

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  • von Paradisi-Redaktion
Die Heilpflanze Baldrian im Sonnenlicht und Grünen

Aufgrund des Klimawandels wird weltweit der Lebensraum von Tieren und Pflanzen bedroht. Dieser Prozess betrifft auch Arzneipflanzen, die Menschen gern als Alternative für Medikamente auf rein chemischer Basis nutzen. Wie es um die wichtige Ressource bestellt ist, hat eine aktuelle Studie beleuchtet.

Arzneipflanzen könnten ihre medizinische Wirkung verlieren

Laut den Autoren wirken sich steigende Temperaturen in mehrfacher Hinsicht auf die Pflanzen aus. Zum einen kommt es immer wieder zu Dürren oder Starkregen. Beides verhindert ein gesundes Pflanzenwachstum. Die veränderten Klimabedingungen fördern zudem die Verbreitung diverser Pflanzenschädlinge, weshalb die Arzneipflanzen häufiger an Krankheiten zugrunde gehen. Der Anstieg von Kohlendioxid macht es überlebenden Pflanzen schwer, kräftig zu wachsen. Daher nehmen insgesamt Anzahl und Qualität ab. Die Forscher befürchten sogar, dass auch überlebende Pflanzen durch Anpassungsprozesse ihre bislang bewährte medizinische Wirkung verändern. Eine Abschwächung oder gar ein Verlust bekannter Wirkungen ist möglich.

Ginseng kann dem hohen Bedarf nicht standhalten

Besonders schlecht steht es unter anderem um Ginseng. In den USA könnte das Gewächs in den kommenden 70 Jahren komplett aussterben. Daran Schuld sind neben dem Klimawandel auch Überernten. Der Bedarf an ginsenghaltigen Medikamenten ist groß, weshalb Unternehmen mehr Pflanzen ernten als die Natur ausgleichen kann. Während beispielsweise hierzulande pflanzliche Medikamente gern als gesündere Alternative gewählt werden, sind sie in Entwicklungsländern die einzige Wahl. Viele haben keine chemischen Wirkstoffe der Schulmedizin, sodass Patienten in 70 bis 90 Prozent der Fälle immer auf Medikamente auf Pflanzenbasis setzen. Geht der Bestand wirklich in den nächsten Jahrzehnten stark zurück, werden diese Länder zuerst und am stärksten unter der Entwicklung leiden.

Die Studie regt dazu an, stärker auf die Entwicklung der Bestände verschiedener Arzneipflanzen zu achten. Sehr helfen dürfte es, wenn es international mehr Gemeinschaftsgärten gäbe, in denen die Pflanzen ohne große Wirtschaftsinteressen angebaut werden.

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  • Bildnachweis: Baldrian - Valeriana 01 © LianeM - www.fotolia.de

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