27. Oktober 2007
Wenn die Knochen, der Kreislauf oder auch die Atemwege unseres Körpers nicht mehr so wollen, wie wir es von ihnen gewohnt sind, stehen nicht nur die Optionen medikamentöse Behandlung oder Hinnehmen des Leidens zur Wahl. Oftmals kann auch die Krankengymnastik an Stellen ansetzen, mit denen sie auf den ersten Blick nicht unbedingt in Verbindung gebracht wird.

So werden nicht nur Wirbelsäule, Muskulatur und Gelenke behandelt, sondern ebenso auf die richtige Atmung geachtet, die sowohl für eine gesunde Durchblutung als auch für die Lunge äußerst wichtig ist. Nach einem Schlaganfall ist eine krankengymnastische Behandlung ebenfalls notwendig. Hier wird dem Betreffenden geholfen, seine zuvor gewohnten und normalen Bewegungsabläufe, wenn nötig, neu zu erlernen und bestimmte Tätigkeiten des Alltags wieder aufzunehmen.
Die Krankengymnastik zählt zum Bereich der Physiotherapie, wie gerade der zuletzt erwähnte Tätigkeitsbereich verdeutlicht. Neben Massagen und Therapien, die versuchen die natürlichen Funktionen des Körpers mit natürlichen Methoden zu regulieren und stabilisieren, geht es darum, den Körper wieder so funktionsfähig wie möglich zu machen. Einzelne Behandlungsmethoden arbeiten mit Wasser (in Bäderform), Licht und Wärme, doch auch die Elektrobehandlung kommt verstärkt zum Zug. Der Organismus wird in seiner Gesamtheit betrachtet; funktionsschwache Stellen stören den Gesamtablauf und werden gezielt behandelt und wieder eingegliedert, so dass die Folgeerscheinungen als Alarmsignale des Körpers nach und nach verschwinden. Schmerzen werden abgebaut, Spannungen gelöst und Fehlhaltungen in größtmöglichem Maß korrigiert; der Körper findet im Idealfall zu seiner ursprünglichen Stabilität zurück. Letztlich soll die Eigenständigkeit des Patienten gefördert und auch das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte des Körpers ausreichend aktiviert werden.
Bis 1994 wurden diese Methoden allgemein als "Krankengymnastik" bezeichnet, seitdem jedoch als "Physiotherapie". Die unterschiedlichen Verfahren wurzeln weit in der Vergangenheit; so finden sich beispielsweise verschiedene Anwendungen in den medizinischen Auffassungen von Hippocrates wieder, doch auch der Name Sebastian Kneipp zählt zu den bekannten Namen der Physiotherapie.
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