Die Vielfalt der Operationen - ambulante Eingriffe (bei Senioren), Operationen bei Kindern und Co.

Grafik hellblaue Schneekristalle auf weißem Hintergrund

Kriterien für eine sichere abulante Operation im hohen Alter, häufige Eingriffe bei Kindern und warum man sich in den kalten Monaten operieren lassen sollte

Zahlreiche operative Eingriffe lassen sich heutzutage ambulant durchführen. Sie eignen sich auch für Senioren. Viele Patienten lassen sich am liebsten im Winter operieren. So haben chirurgische Eingriffe in der kalten Jahreszeit einige Vorteile.

Eingriffe bzw. Erkrankungen, bei denen ambulante Operationen möglich sind

Ambulante Operationen werden immer häufiger durchgeführt. So lassen sich mittlerweile mehr als 400 Erkrankungen durch ambulante Eingriffe behandeln. Unter einer ambulanten Operation versteht man einen chirurgischen Eingriff, bei dem keine anschließende stationäre Behandlung nötig ist. Das heißt, dass der Patient nach dem Eingriff - der in einer Arztpraxis oder einer Klinik erfolgt - wieder nach Hause gehen, und sich dort erholen kann.

Vorteile der ambulanten Operationen

Dank neuer Operationsverfahren und medizinischer Geräte hat die Anzahl an ambulanten chirurgischen Eingriffen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die ambulanten Verfahren bieten den Vorteil, dass sich der Patient nicht einer langen und teuren stationären Behandlung in einem Krankenhaus unterziehen muss.

  • Stattdessen hat er die Möglichkeit, sich in seiner vertrauten Umgebung zu erholen und sich von Personen betreuen zu lassen, die er kennt und denen er vertraut.
  • Ein weiterer Vorteil von ambulanten Eingriffen ist, dass es seltener zu Komplikationen wie Wundheilungsstörungen kommt.
  • Da der Patient sich nur für kurze Zeit in einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus aufhält, sinkt zudem die Gefahr einer Infektion mit Krankenhauskeimen.
  • Des Weiteren erhalten die Betroffenen ein größeres Mitspracherecht. So können sie einen Vertragsarzt frei auswählen und den Operationstermin individuell planen.

Kriterien und mögliche Eingriffe

Allerdings müssen für eine ambulante Operation auch bestimmte Kriterien erfüllt werden. Wichtig ist vor allem, dass nur ein geringes Risiko für Nachblutungen und Komplikationen nach dem Eingriff besteht. Außerdem sollte eine rasche Aufnahme von Flüssigkeit und Nahrung gewährleistet sein.

Mittlerweile können über 400 Erkrankungen auf ambulante Weise behandelt werden, mit steigender Tendenz. Besonders gut eignen sich ambulante Eingriffe bei:

Ein ambulanter Eingriff bringt für den Patienten einige Vorteile, aber auch mehr Verantwortung mit sich. So ist es wichtig, dass er die Operation sowie die Konsequenzen, die sich aus ihr ergeben, nachvollziehen kann.

Außerdem muss er selbst für den Transport zum Operationsort und wieder nach Hause sorgen. Darüber hinaus sollte er zu Hause von jemandem betreut werden und erreichbar sein.

Im Falle von Komplikationen ist es wichtig, eine rasche medizinische Versorgung zu gewährleisten. Vor dem Eingriff empfiehlt es sich, mit dem Arzt abzuklären, ob die Nachsorge in der Praxis stattfindet oder durch Hausbesuche erfolgt. Grundsätzlich sollte der Patient in einem guten Allgemeinzustand sein.

Was es zu beachten gilt

Aber auch vor einem ambulanten Eingriff gibt es einige Dinge zu beachten. Wird der Eingriff unter Vollnarkose durchgeführt, sind bestimmte Voruntersuchungen durch den Hausarzt erforderlich. Dazu gehören zum Beispiel:

Wichtige Kriterien für eine sichere abulante Operation im hohen Alter

Soll bei älteren Menschen ein ambulanter Eingriff vorgenommen werden, müssen einige Kriterien beachtet werden.

Gesundheitszustand

Zwar kann eine ambulante Operation grundsätzlich in jedem Alter erfolgen, in manchen Fällen ist jedoch aufgrund des Gesundheitszustands des Patienten eine stationäre Behandlung sinnvoller.

Vor allem bei

ist es besser, den Patienten nach der Operation in einem Krankenhaus zu überwachen.

Selbstständigkeit

Auf der anderen Seite sind ambulante Operationen gerade für ältere Menschen, die noch ein selbstständiges Leben führen, empfehlenswert, da sie sich nach längeren Liegezeiten im Krankenhaus oft schwer tun, wieder in den gewohnten Alltag zurückzufinden.

Angehörige

Wurde bei einem älteren Menschen eine ambulante Operation vorgenommen, ist es wichtig, dass dieser in den ersten 24 Stunden nicht alleine ist und Angehörige oder Freunde sich um ihn kümmern.

Da man nach einem Eingriff auch mindestens 24 Stunden lang nicht Autofahren sollte, wird empfohlen, sich von einer Begleitperson zur Operation und wieder zurückbringen zu lassen.

Merkblatt mit Verhaltensregeln bei Komplikationen

Für den Fall, dass zu Hause Komplikationen auftreten, gibt man dem Patienten ein Merkblatt mit Verhaltensregeln sowie eine Kontaktadresse, an die er sich wenden kann, mit. Normalerweise erkundigt sich auch der behandelnde Arzt einen Tag nach der Operation nach dem Zustand des Patienten.

Steht bei einem Kind ein chirurgischer Eingriff an, so kommt es darauf an, ihm die Angst zu nehmen.

Häufige Eingriffe bei Kindern und wie man ihnen die Angst nimmt

Operationen lösen bei allen Menschen ein mulmiges Gefühl aus. Noch schwieriger ist die Situation für Kinder. So haben rund 60 Prozent aller Kinder Angst vor einer Operation.

  • Besonders bei der Einleitung der Narkose machen sich bei vielen Kindern Angstgefühle bemerkbar, was die Arbeit des Operationsteams erschwert.
  • Darüber hinaus kann durch die Angst auch die Genesung nach dem Eingriff negativ beeinflusst werden.

Häufige chirurgische Eingriffe

Zuständig für operative Eingriffe bei Kindern ist die Kinderchirurgie, die ein eigenständiges medizinisches Fach darstellt. Zur Kinderchirurgie gehören sowohl Diagnostik als auch Behandlung von Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen bis zu 16 Jahren. Dabei arbeitet die Kinderchirurgie eng mit der Kinderheilkunde zusammen.

Häufige chirurgische Eingriffe, die bei Kindern durchgeführt werden müssen, sind:

Während die meisten Kinderchirurgen in Klinken tätig sind, führen einige Ärzte kleine Operationen ambulant in einer Praxis aus.

Ursachen der Angst

Dass Kinder Angst vor einer Operation haben, lässt sich auf verschiedene Gründe zurückführen. Dazu gehören vor allem

  • Schmerzen
  • schlechte Erfahrungen bei vorherigen Eingriffen oder anderen ärztlichen Behandlungen und natürlich
  • die ungewohnte Krankenhausumgebung.

Kleineren Kindern fehlt es zudem an dem nötigen Verständnis für die Notwendigkeit einer Operation.

Manchmal kommt es aufgrund von starken Ängsten auch zu aggressiven Verhalten oder zur Verweigerung bei der Einleitung der Narkose. Außerdem besteht die Gefahr, dass durch die Aufregung ein psychisches Trauma entsteht oder postoperative Schmerzen verstärkt werden.

Dem Kind die Angst nehmen

Wichtig ist, einem Kind so gut wie es geht, die Angst vor einem operativen Eingriff zu nehmen. Viele Kinder klagen darüber, dass ihnen vor einer Operation niemand erzählt, was mit ihnen geschieht.

Da diese Ungewissheit die Ängste noch verstärken kann, ist es besser, mit dem Kind zu sprechen und dessen Fragen ehrlich zu beantworten. Grundsätzlich sind Kinder nämlich sehr wissbegierig und wollen genau wissen, was bei einer Operation passiert.

Oftmals ist auch die Anwesenheit eines Elternteils beruhigend für das Kind. Daher bieten zahlreiche Kinderkliniken Eltern die Möglichkeit, rund um die Uhr bei ihrem Kind zu bleiben. Manchmal dürfen sie auch bis zur Einleitung der Narkose und später im Aufwachraum anwesend sein.

Eltern können die Ängste ihres Kindes schon im Vorfeld der Operation abbauen, indem sie

  • ihm etwas erzählen oder vorlesen
  • mit ihm spielen oder
  • es etwas malen lassen.

Einige Krankenhäuser verfügen sogar über

  • Kinderbücher zum Ausleihen
  • Unterhaltungssendungen wie Cartoons und sogar
  • klinikeigene Clowns, um die Kinder aufzumuntern.

Eine weitere Möglichkeit, ein Kind vor einem Eingriff zu beruhigen, ist der Einsatz von Arzneimitteln. Diese senken den Stress und reduzieren die Gefahr, dass nach dem Eingriff Probleme auftreten.

Die meisten Operationen bei Kindern erfolgen ohnehin in Vollnarkose. Dank der fortgeschrittenen Narkosetechnik kommt es nur selten zu Zwischenfällen.

Die Vorteile von Operationen im Winter

Planbare Operationen

Bestimmte planbare operative Eingriffe wie zum Beispiel an den Venen oder an der Haut, erfolgen vor allem im Winter. Meist geht dies auf den Wunsch der Patienten zurück.

Der Winter gilt als die beliebteste Jahreszeit für planbare Operationen. Dazu gehören:

  • die Entfernung von Hämorrhoiden
  • die Entfernung von Krampfadern
  • die Entfernung der Gallenblase
  • eine Leistenbruchoperation

Dass viele Patienten die kalte Jahreszeit bevorzugen, hat verschiedene Gründe. So möchten manche Menschen nicht den warmen Sommer im Krankenhaus verbringen. Andere Patienten befürchten, dass das Risiko für Komplikationen wie zum Beispiel Wundheilungsstörungen oder Entzündungen in der warmen Jahreszeit größer ist, weil Wunden schneller nässen.

Vorteile

In der Tat bringen chirurgische Eingriffe in der Winterzeit auch aus medizinischer Sicht einige Vorteile mit sich. Dies gilt in erster Linie für Venen- und Hautoperationen sowie bei älteren Patienten, die unter Herz-Kreislaufbeschwerden leiden. Aber auch Laserbehandlungen an den Augen lassen sich im Winter leichter durchführen.

Laserbehandlungen und Hautuntersuchungen

So ergab eine US-Studie, dass nach Laserbehandlungen an der Hornhaut in der kalten Jahreszeit weniger Nachbehandlungen erforderlich waren als in den anderen Jahreszeiten. Zurückgeführt wird dieser Umstand auf das trockene Klima im Winter. Dieses wirkt sich unmittelbar auf die Beschaffenheit der Hornhaut aus, sodass sich die Laser leichter handhaben lassen.

Bei Laserbehandlungen an der Haut, bei denen man kleine Warzen, Blutschwämmchen oder Altersflecken entfernt, ist es eindeutig von Vorteil, wenn man diese im Winter durchführen lässt. So kommt es bei einer Laserbehandlung zu oberflächlichen Wunden an der obersten Hautschicht.

Diese Wunden heilen besser ab, wenn sie nicht der Sonne ausgesetzt werden, was natürlich in der grauen und tristen Jahreszeit erheblich leichter ist.

Als optimaler Zeitraum für kleine Operationen an der Haut gelten die Monate Dezember, Januar und Februar. Aber auch Hautuntersuchungen lassen sich im Winter einfacher vornehmen.

Das liegt daran, dass die Haut in dieser Jahreszeit meist weniger Bräune aufweist als im Sommer. Dadurch kann der Hautarzt Veränderungen an der Haut besser beurteilen.

Venenbehandlungen

Auch Behandlungen und Operationen an den Venen wie zum Beispiel Einspritzungen oder Verödungen sind in Herbst und Winter einfacher durchzuführen. Im Anschluss an ein solches Verfahren erhält der Patient häufig spezielle Kompressionsstrümpfe, die sich in der kalten Jahreszeit natürlich einfacher verdecken lassen.

Ebenso von Vorteil sind die kalten Temperaturen für ältere Patienten, die unter Herz-Kreislauferkrankungen leiden, da ihnen die Sommerhitze meist stark zu schaffen macht.

Fazit

Möchte man einen operativen Eingriff lieber im Winter durchführen lassen, sollte man rechtzeitig mit seinem Arzt darüber sprechen. So ist es ratsam, den Termin schon vor Winterbeginn festzusetzen, damit dieser Wunsch auch berücksichtigt werden kann.

Was in Sachen technische Fortschritte bei Operationen mittlerweile möglich ist, zeigt das Beispiel der Eingriffe in einem Hybrid-Operationssaal.

Hybrid-OP - Ausstattung und Merkmale des Operationssaals mit Herzkatheterlabor

Spricht man in der Technik von Hybrid, ist damit eine Kombination aus zwei unterschiedlichen Technologien gemeint. Der Begriff "Hybrid" bedeutet soviel wie ein zusammengesetztes Ganzes, das aus verschiedenen Prozessen oder Formen entsteht.

Obwohl die einzelnen Bestandteile meist allein schon für eine Lösung ausreichen, kommt es durch ihre Vermischung zu neuen positiven Eigenschaften.

Ausstattung eines Hybrid-Operationssaals

In einem Hybrid-Operationssaal wird ein kardiovaskulärer Operationsraum mit einen kardiologischen Herzkatheterlabor ausgestattet. Das heißt also, dass man zwei eigenständige medizinische Fachrichtungen miteinander verbindet, um auf diese Weise komplexe Behandlungen durchführen zu können.

Zentrale Technik eines Herzkatheterlabors ist die Röntgenangiographieanlage. Diese benötigt man, um die Herzkranzgefäße oder die Blutgefäße bildlich darzustellen. Dazu muss der Operationssaal jedoch über eine strahlenschutztechnische Abschirmung verfügen.

Als Hybrid-OPs werden aber auch Operationsräume bezeichnet, die mit bildgebenden Großgeräten für eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) ausgestattet sind. Auf diese Weise lässt sich eine intraoperative Diagnostik durchführen.

  • Zu den typischen Merkmalen eines Hybrid-OPs gehört, dass er größer ist als herkömmliche Operationsräume, wodurch er sich interdisziplinär nutzen lässt.
  • Außerdem herrschen in ihm Reinluftbedingungen.

Vorteile eines Hybrid-Operationssaals

Hybrid-Operationssäle bieten zahlreiche Vorteile.

  • So können kardiochirurgische Notfälle gleichzeitig diagnostiziert und entsprechend behandelt werden, ohne dass es zu einer unnötigen Zeitverzögerung kommt.
  • Außerdem entfallen riskante Transporte des Patienten.
  • In einem Hybrid-OP ist es auch möglich, unmittelbar nach der Operation eine Therapiekontrolle vorzunehmen, die über die Echokardiographie hinausgeht.

    Der Patient erhält dadurch mehr Qualität und Sicherheit für seine Behandlung.

  • Da in einem Hybrid-Operationssaal Experten aus verschiedenen medizinischen Richtungen zusammenarbeiten, lassen sich auch bislang starre Fachgebietsgrenzen überwinden.

Anwendungsgebiete

Zu den Einsatzgebieten eines Hybrid-OPs gehören u.a.:

In den letzten Jahren haben Hybrid-Operationssäle zunehmend an Bedeutung gewonnen, da sie immer häufiger von Herz- und Gefäßchirurgen genutzt werden.

Vor allem Hochrisikopatienten können von dieser speziellen Einrichtung und den neuartigen Behandlungsverfahren profitieren. So musste in der Vergangenheit aufgrund der hohen Operationsrisiken bei ihnen auf operative Eingriffe meist verzichtet werden.

Grundinformationen zu Operationen

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: sfondo invernale © Anna Khomulo - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema