26. Oktober 2009
Als Lithiumtherapie bezeichnet man in der Medizin die Verabreichung von Lithium in Form von Lithiumsalzen. Auf diese Weise werden bestimmte psychische Krankheiten behandelt.
Ziel und Zweck einer Lithiumtherapie ist die Behandlung von bestimmten psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Manien oder biopolaren Störungen. Ebenso wird eine Lithiumtherapie zur Vorbeugung von Cluster-Kopfschmerzen angewandt.
Als Lithium bezeichnet man ein chemisches Element, das zu den Leichtmetallen zählt. Bereits seit Mitte des 20. Jahrhundert findet Lithium als Medikament in der Psychiatrie Verwendung. Die Anwendung gilt als gut erforscht. Eine Lithiumtherapie ist bei affektiven Störungen wie Depressionen oder der Biopolaren Erkrankung die einzig wirksame medikamentöse Behandlungsmethode. Zudem konnte eine suizidverhütende Wirkung nachgewiesen werden. Bei fachgerechter Dosierung sind Lithiumsalze gut verträglich und machen, im Gegensatz zu anderen Medikamenten, nicht abhängig. Damit die richtige Dosis ermittelt werden kann, muss die Lithiumkonzentration im Blut des Patienten regelmäßig kontrolliert werden. Da eine wirksame Lithiummenge nur wenig niedriger ist als eine giftige, ist die therapeutische Breite nur sehr gering. Eine Selbstbehandlung sollte daher keinesfalls erfolgen.
Erstmals als Medikament angewendet wurden Lithiumsalze im Jahr 1949 von dem australischen Psychiater John F. Cade, der die antimanische Wirkung der Lithiumsalze entdeckte und beschrieb. Bis zu seinem Tod entwickelte er die Lithiumtherapie weiter. Zu den verwendeten Lithiumsalzen gehören unter anderem Lithiumcarbonat, Neurolepsin, Hypnorex, Lithiumacetat, Lithiumsulfat, Lithiophor, Quilonum und Quilonorm.
Zur Anwendung kommt eine Lithiumtherapie bei wiederkehrenden Depressionen oder manisch-depressiven Erkrankungen (biopolare affektive Krankheit), um erneuten Krankheitsphasen vorzubeugen. Bei Depressionen werden die Lithiumsalze zusätzlich zu einem Antidepressivum verabreicht, für den Fall, dass das Antidepressivum nicht ausreicht. Weitere Anwendungsgebiete sind behandlungsresistente Schizophrenien sowie die Vorbeugung gegen Cluster-Kopfschmerzen.
Wie das Lithium wirkt, ist nach wie vor unbekannt. Man vermutet, dass es durch das Lithium zur einer Senkung des Noradrenalinüberschusses bei Manien sowie zu einer Aktivierung der Serotoninproduktion bei Depressionen kommt.
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