Durchbruchschmerzen bei Krebspatienten lindern

Zahlreiche Krebspatienten leiden unter Durchbruchschmerzen. Um die Beschwerden zu lindern, werden verschiedene Medikamente eingesetzt.

Ursachen, Symptome, Behandlung und Prävention von Durchbruchschmerzen

Unter Durchbruchschmerzen verstehen Mediziner die zeitweilige Verstärkung von Schmerzen bei sonst stabilen Schmerzverhältnissen. An Durchbruchschmerzen leiden mehr als 50 Prozent aller Krebspatienten im Endstadium.

Auftreten von Durchbruchschmerzen

Vor allem im Endstadium einer Krebserkrankung kommt es bei den meisten Patienten zu starken chronischen Schmerzen, die als Ruheschmerzen bezeichnet werden. Bei über der Hälfte der Betroffenen treten zudem mehrmals am Tag so genannte Durchbruchschmerzen auf.

Bei Durchbruchschmerzen handelt es sich um plötzlich und unerwartet einsetzende Schmerzen, die sehr stark sind. Aus diesem Grund reicht es nicht aus, nur die Ruheschmerzen zu behandeln. So muss auch den Durchbruchschmerzen rasch entgegengewirkt werden.

Ursachen und Merkmale

Verursacht werden Durchbruchschmerzen oftmals durch:

In vielen Fällen lässt sich aber auch gar keine konkrete Ursache feststellen.

Ein typisches Merkmal von Durchbruchschmerzen ist, dass sie ihre maximale Intensität schon nach einigen Minuten erreichen. Bei den meisten Patienten dauern sie höchstens 30 Minuten an.

Nicht selten treten die Schmerzen mehrmals am Tag auf. Für den Patienten sind die starken Beschwerden überaus belastend.

Behandlung

Zur Behandlung von Durchbruchschmerzen können verschiedene Schmerzmittel zur Anwendung kommen. Auf welches Präparat zurückgegriffen wird, ist davon abhängig,

  • an welcher Stelle und wie oft die Schmerzen auftreten,
  • wie lange sie dauern und
  • wie stark sie sind.

Außerdem spielen auch der Allgemeinzustand des Patienten und die Art der Schmerzen eine wichtige Rolle. So sind viele Krebspatienten im Endstadium nicht mehr in der Lage, orale Medikamente einzunehmen, sie leiden oft unter:

Die Behandlung von Durchbruchschmerzen besteht aus zwei Therapiebausteinen. Das bedeutet, dass die Patienten nicht nur dauerhaft Opioide gegen die Schmerzen erhalten, sondern auch so genannte Co-Analgetika wie:

Weiterhin können im Bedarfsfall nicht retardierte Opioide verabreicht werden. Darunter versteht man Morphine, die in Form von

zur Anwendung kommen.

Problem der Zeitverzögerung

Ein Problem ist allerdings, dass Morphine Durchbruchschmerzen nicht nachhaltig begegnen können, obwohl sie sich insgesamt für eine Tumorschmerztherapie gut eignen. Ihre Wirkung tritt nach ca. 20 bis 30 Minuten ein und erreicht nach 40 bis 60 Minuten das Maximum. Dann sind die Durchbruchschmerzen jedoch schon wieder fast vollständig abgeklungen.

Zeitverzögerung vermeiden

Am schnellsten lässt sich eine Linderung der Schmerzen durch die intravenöse oder subkutane Gabe von Hydromorphon oder Oxycodon erzielen. Ebenfalls wirkungsvoll ist die Einnahme von Fentanylcitrat über die Mundschleimhaut. Auf diese Weise ist es möglich, die Zeitverzögerung, die durch die Magen-Darm-Passage entsteht, zu vermeiden. Mittlerweile steht Fentanyl auch in Form einer Sublingualtablette zur Verfügung.

Fentanylsticks

Eine weitere Option ist die Anwendung eines Fentanylsticks. Dabei trägt man den Wirkstoff mit einem Applikator aus Kunststoff auf die Mundschleimhaut auf, wo er anschließend resorbiert wird. Auf diese Weise setzt die schmerzstillende Wirkung bereits nach fünf Minuten ein.

Bei Bedarf kann der Patient die Dosis auch selbst erhöhen. Der schmerzstillende Effekt lässt sich mit der Wirkung von intravenös verabreichtem Morphin vergleichen. Außerdem gilt der Fentanylstick als gut verträglich.

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