Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie: Auffrischungen offenbar unnötig

In Ländern ohne Auffrischungsempfehlung treten laut Studie nicht mehr Erkrankungen im Erwachsenenalter auf

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  • von Paradisi-Redaktion
Arzt trägt etwas in einen gelben Impfausweis ein

In manchen Ländern ist es üblich, nur einmal im Kindesalter gegen Tetanus und Diphtherie zu impfen. Dort sieht man diese Grundimmunisierung als ausreichend an. In Deutschland hingegen wird allen Menschen geraten, im Abstand von zehn Jahren eine Auffrischung durchführen zu lassen. Meist wird gegen beide Krankheiten gemeinsam geimpft und der Patient hat wieder zehn Jahre Ruhe. Eine aktuelle Studie stellt jedoch infrage, ob dieser regelmäßige Gang notwendig ist.

In den USA sahen sich Forscher die Raten der Tetanus- und Diphtherie-Erkrankungen in Großbritannien und in Frankreich an. In Großbritannien gilt seit jeher nur die Grundimmunisierung, weshalb Erwachsene keine Auffrischung der Impfstoffe kennen. Geimpft wird im Säuglingsalter aber mit 96 Prozent die große Mehrheit. Laut der Forscher gibt es jährlich nur 0,12 Tetanus-Erkrankungen pro einer Million Personen im Land. Im Vergleich dazu: In Frankreich sind ebenfalls fast alle Säuglinge (94 Prozent) geimpft. Bis 2012 wurde alle zehn Jahre und ab 2012 aller zwanzig Jahre eine Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie empfohlen. Die Tetanus-Erkrankungsrate war mit 0,21 jährlichen Tetanus-Erkrankungen pro einer Million Personen vergleichbar niedrig.

Für Diphtherie sind die Zahlen ähnlich. Großbritannien gibt es im Jahr nur 0,03 Erkrankungen auf eine Million Einwohner, auch ohne Auffrischung. In Frankreich kommen immerhin noch 57 Prozent der Erwachsenen dem Aufruf zu weiteren Impfungen nach, doch auch hier ist die Rate mit 0,06 Krankheitsfällen auf eine Million Einwohner und Jahr nicht besser. Daraus schlussfolgern die Forscher, dass eine weitere Impfung im Erwachsenenalter unnötig ist.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat zu diesem Thema bereits 2017 eine Änderung ihrer Empfehlung formuliert. Eine Grundimmunisierung der Säuglinge sei ihrer Ansicht nach völlig ausreichend. Zuvor hieß es bis 2006, dass nach der Impfung im Kindesalter eine Auffrischung nur für die erste Schwangerschaft und für Menschen im Militärdienst nötig sei.

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