Schwanger zur HPV-Impfung? Studie sieht keine negativen Konsequenzen

Impfstoff zur HPV-Vorbeugung theoretisch auch während der Schwangerschaft möglich

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  • von Paradisi-Redaktion
Ärztin mit Handschuhen setzt eine Spritze in den Arm einer jungen Frau in rotem Shirt

HPV, also das humane Papillomavirus, wird durch ungeschützten Sex übertragen und kann unter anderem zu Feigwarzen und Gebärmutterhalskrebs führen. Um diese Folgen zu verhindern, sollten sich Mädchen frühzeitig impfen lassen.

Am besten erfolgt die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr. In Deutschland empfiehlt die Ständigen Impfkommission (STIKO) den Gang zur Schutzimpfung zwischen dem neunten und 14 Lebensjahr. Bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres zahlt die Krankenkasse die Impfung für alle jungen Frauen.

In Dänemark hat sich nun eine Studie mit der Frage beschäftigt, ob der Impfstoff eine gesundheitliche Gefahr für Schwangere mit sich bringt. Dafür sammelte man Daten von Frauen, die versehentlich während einer Schwangerschaft geimpft wurden waren.

Kein negativer Schwangerschaftsverlauf feststellbar

Die meisten wussten zum Zeitpunkt des Impftermins nicht, dass ein Embryo in ihnen heranwuchs, andere hatten vergessen, ihren Arzt darüber zu informieren. Das Sammeln dieser Fälle war für die Forscher nicht einfach, doch sie kamen am Ende auf 1.800 Patientinnen, die sich in der Frühschwangerschaft befunden hatten. Insgesamt waren 580.000 Personendaten untersucht worden.

Die 1.800 Frauen wurden der restlichen Gruppe in vier Kontrollen gegenübergestellt. Es wurde dabei jeweils auf andere Faktoren geachtet, in denen alle Frauen sich glichen; immer nur bis auf den Fakt der Schwangerschaft zum Impfzeitpunkt.

In keinem dieser Vergleiche fanden die Forscher einen Unterschied zwischen den Gruppen. Zu Fehlgeburten, schweren Geburtsfehlern oder einer Frühgeburt kam es in beiden Gruppen gleich häufig. Das ermittelte Geburtsgewicht der Kinder ergab ebenfalls vergleichbare Zahlen. Die Impfung hat demnach insgesamt keine negativen Einflüsse auf den Verlauf der Schwangerschaft, so das Fazit der Forscher.

Trotz dieser Entwarnung dürften die meisten Ärzte und auch die STIKO bei der Empfehlung bleiben, bei einer bekannten Schwangerschaft von der HPV-Impfung abzusehen. Fernab dieser Studie fehlen einfach Vergleichszahlen. An klinischen Studien zur Einführung der Wirkstoffe durften Schwangere aus ethischen Gründen nicht teilnehmen und auch eine bewusste Impfung zu Studienzwecken ist moralisch nicht vertretbar.

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Paradisi-Redaktion - News vom

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