13. Oktober 2009
(dgk) Empfohlen sind die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U11 für Säuglinge und Kinder schon seit vielen Jahren. Auch für die Jugenduntersuchung J1 für die 12- bis 14-Jährigen besteht ein Angebot. Doch je älter die Kinder sind, umso weniger werden die Untersuchungen genutzt, zur J1 geht nur etwa ein Drittel der Jugendlichen.
Mit drei Jahren sind die Kleinen aus dem Gröbsten raus, ältere Kinder und erst recht Jugendliche sind seltener krank. Mit ihnen gehen die Eltern nur noch dann zum Arzt, wenn die Kinder akut erkrankt sind. Dabei ist das Vorsorge-Angebot ein echtes "Fürsorgeprogramm", denn viele Störungen können frühzeitig erfasst werden. Und zwar bevor es zu ernsthaften und bleibenden Gesundheitsproblemen kommt.
Ein wichtiger Check gilt bei allen Vorsorgeterminen dem Impfstatus. Im Impfausweis so mancher Kinder und Jugendlicher tun sich Lücken auf, meist fehlen eine oder gleich mehrere Impfungen. Während die Impfraten der Hepatitis-B- oder Masern-Mumps-Röteln-Impfung zunehmend steigen, wird die erst seit 2006 empfohlene Meningokokken-Impfung noch viel zu selten genutzt. Unverständlich, denn die Meningokokken-Bakterien sind unberechenbar, wenn sie sich im Körper einnisten: Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) können ausbrechen.
Was sind die Folgen? Neben dem an sich schon dramatischen Krankheitsverlauf mit Erbrechen, hohem Fieber, Schmerzen und Bewusstlosigkeit, kann es zu irreparablen Schädigungen des Gehirns kommen. Folgen sind Lähmungen, Krampfanfälle, "Wasserkopf" (Hydrocephalus) oder Taubheit. Breiten sich die Bakterien bei einer Sepsis über den gesamten Körper aus, kann es in der Folge auch notwendig sein, Amputationen vorzunehmen. Bei beiden Verlaufsformen können die Patienten sterben: Acht bis zehn Prozent der Erkrankten sterben an den Folgen der Meningitis, mindestens die Hälfte überlebt eine Sepsis nicht.
Regelmäßig bei Bekanntwerden eines solchen Falles ist die Umgebung in größter Besorgnis. Nicht zu unrecht, denn enge Kontaktpersonen des Patienten, sogenannte "Haushaltskontakte", haben ein 400-fach erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken.
In Deutschland werden die meisten Meningokokken-Erkrankungen von den Serogruppen B und C hervorgerufen. Gegen die Meningokokken der Gruppe C gibt es eine gut verträgliche Impfung, die von den Krankenkassen für Kinder und Jugendliche bezahlt wird. Aufgrund der Dramatik dieser Erkrankungen ist diese Impfung für die Altersgruppen empfohlen, die am häufigsten betroffen sind: Kinder und Jugendliche von 1 bis 17 Jahre. Geimpft wird mit einer einzigen Dosis eines Meningokokken-C-Konjugatimpfstoffes.
Mehr Informationen unter www.agmv.de
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