30. Januar 2012
Durch Impfungen können Kinder vor schlimmen Krankheiten geschützt werden. Schon im ersten Lebensjahr sollte man mit dem Impfprogramm beginnen.
Impfungen gelten als überaus wichtig, um Kinder vor zahlreichen Krankheiten zu schützen. Allerdings ist in den letzten Jahren in Deutschland eine zunehmende Impfmüdigkeit zu verzeichnen. Viele Kinderärzte warnen vor den Folgen dieser Müdigkeit. So kam es dadurch zum Beispiel zu Masern-Epidemien, die durch rechtzeitige Impfungen zu vermeiden gewesen wären. Experten empfehlen daher, bestimmte Impfungen bereits während des ersten Lebensjahres vornehmen zu lassen.
Sinn von Impfungen ist, den Körper zur Bildung von Abwehrstoffen anzuregen. Um dies zu erreichen, führt man dem Organismus, meist durch Injektionen, abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger zu. Auf diese Weise kommt es zur Aktivierung des Immunsystems, das nun Abwehrstoffe gegen diese Erreger bildet.
Allerdings sind nicht alle Eltern mit diesem Verfahren einverstanden und vertreten die Auffassung, dass Kinderkrankheiten etwas Natürliches wären. Doch gerade in den ersten Lebensjahren kommt es bei Kindern immer wieder zu verschiedenen Infekten, gegen die der Körper Abwehrstoffe bilden muss. Daher können typische Kinderkrankheiten wie Keuchhusten, Mumps, Röteln oder Masern durchaus gravierende Folgen haben.
Welche Impfungen für Babys und Kleinkinder sinnvoll sind, wird im Impfkalender der STIKO (Ständige Impfkommission) festgelegt. Diesen Kalender aktualisiert man ständig, sodass die neusten Entwicklungen darin Berücksichtigung finden. Die Ständige Impfkommission, die ihren Sitz in Berlin am Robert-Koch-Institut hat, wird aus Mikrobiologen, Kinderärzten, Vertretern der Krankenkassen, Vertretern der Bundesländer und anderen Experten zusammengesetzt.
Deren Aufgabe besteht darin ein Konzept auszuarbeiten, welche Impfungen in welchem Zeitraum durchgeführt werden sollten. Darüber hinaus spricht die STIKO Impfempfehlungen aus. Eine gesetzliche Impfpflicht besteht in Deutschland allerdings nicht.
Das Impfprogramm für Babys beginnt mit der Vorsorge-Untersuchung U4, die im 3. oder 4. Lebensmonat erfolgt. Während des ersten Lebensjahres empfiehlt die ständige Impfkommission Impfungen gegen Krankheiten wie Wundstarrkrampf (Tetanus), Keuchhusten (Pertussis), Diphtherie, Kinderlähmung (Poliomyelitis), Hämophilus influenzae Typ b (Hib), Masern, Windpocken, Röteln und Mumps. Darüber hinaus sollte ein Impfschutz gegen Meningokokken und Pneumokokken erfolgen.
Der Aufbau eines vollständigen Impfschutzes bei Babys und Kleinkindern wird als Grundimmunisierung bezeichnet. Die Grundimmunisierung sollte ab dem 3. Lebensmonat beginnen und im 14. Lebensmonat abgeschlossen sein. Auf diese Weise wird ein ausreichender Schutz in dieser empfindlichen Lebensphase gewährleistet.
Bei manchen Impfungen besteht ein lebenslanger Schutz. In anderen Fällen ist im Erwachsenenalter eine Auffrischung erforderlich. Dazu gehören zum Beispiel die Impfungen gegen Diphtherie und Tetanus. Da die Schutzimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden, zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen gehören, übernehmen diese dafür auch die Kosten.
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