9. Dezember 2008
Von K. Schumann
Bei der immunologischen Krebstherapie sollen die körpereigenen Abwehrkräfte angeregt werden, um eine Abwehrreaktion gegen den Krebs zu erreichen.

Antikörper umringen eine Krebszelle
Wenn ein Krankheitserreger in unseren Körper eindringt, ist unser Immunsystem im Normalfall sofort zur Stelle. Die Erkennung und Vernichtung von Krebszellen ist zwar möglich, aber oft nicht so einfach, da es sich nicht um einen körperfremden, sondern um einen körpereigenen "Feind" handelt. Um erkannt zu werden, müssen die Tumorzellen entweder stark beschädigt sein (was sie jedoch auch gleichzeitig teilungsunfähig und somit ungefährlich macht) oder auf ihrer Oberfläche so genannte tumorassoziierte Antigene (TAA) tragen, die sie von gesunden Zellen unterscheiden. Nicht jede Tumorzelle trägt jedoch solche TAA auf ihrer Oberfläche und kann dementsprechend unentdeckt bleiben.
Zur Immuntherapie werden meist körpereigene Wirkstoffe ("Biologic Response Modifier") eingesetzt. Zu ihnen zählen auch Interferon und Interleukin 2.
Interferone sind aus Eiweiß aufgebaute Zellhormone, die von Zellen freigesetzt werden, die von Viren befallen sind. Interferone spielen eine wichtige Rolle als Boten- und Signalstoffe. Sie können Teile des Immunsystems anregen, beispielsweise Makrophagen (Fresszellen) oder natürliche Killerzellen. Zusätzlich können sie das Zellwachstum hemmen. Interferone werden zum Großteil bei bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems (z.B. Leukämien) eingesetzt. Als Nebenwirkung können Übelkeit, Abgeschlagenheit oder psychische Veränderungen auftreten.
Interleukin-2 ist ein Botenstoff der von bestimmten Zellen des Immunsystems (den Lymphozyten) gebildet wird und einen bestimmten Teil der weißen Blutkörperchen zu mehr Wachstum und Teilung anregt. Mittlerweile wird Interleukin-2 gentechnisch hergestellt und findet vor allem bei Nierenzellkarzinomen Einsatz. Allerdings können während der Behandlung drastische Nebenwirkungen wie Autoimmunreaktionen oder Schädigungen der Blutgefäße auftreten.
In der Brustkrebstherapie werden zunehmend monoklonale Antikörper eingesetzt. Sie setzen sich auf bestimmte Bindungsstellen eines Tumors, die die meisten gesunden Zellen nicht besitzen und blockieren so das Wachstum des Tumors.
Die Rolle des "Wundermittels", die den in der Immuntherapie eingesetzten Substanzen anfangs zugesprochen wurde, konnten sie jedoch nicht erfüllen. Allerdings steckt die Immuntherapie auch noch in den Kinderschuhen und wird ständig weiter entwickelt.
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