Hyposensibilisierung Artikel

Ablauf einer Hyposensibilisierung

Besteht eine Allergie gegen Pollen oder Insektengifte, sollte eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden. Dabei kommt es zu einer Beeinflussung des Immunsystems.

Bei der Durchführung der Hyposensibilisierung, die in der Regel als subkutane Immuntherapie (SCIT) erfolgt, verabreicht man dem Patienten ein Allergenpräparat, das den Allergieauslösenden Stoff enthält. Die Dosen werden dabei allmählich gesteigert, um einen Gewöhnungseffekt zu erreichen, wodurch das Immunsystem im Laufe der Zeit nicht mehr mit einer Abwehrreaktion auf das Allergen reagiert. Zu Beginn der Behandlung fällt die Allergendosis sehr gering aus. Die Dosis wird dem Patienten subkutan, also unter die Haut, in den Oberarm gespritzt. Dabei wird die Menge des Präparates so dosiert, dass es im schlimmsten Fall nur zu Juckreiz und einer kleinen Schwellung an der Einstichstelle kommen kann. Die Dosis der Allergenlösung wird dann von Woche zu Woche gesteigert. Das Allergen wird von den Abwehrzellen des Körpers aufgenommen, die das Immunsystem alarmieren. Trotz einer Reaktion des Immunsystems, bleibt eine heftige allergische Reaktion aus. Diese Prozedur wird so lange fortgesetzt, bis schließlich eine Höchstdosis, die man vorher errechnet hat, erreicht wird. Je nach Art der Allergie, kann diese Grundbehandlung etwa sechs Wochen bis vier Monate in Anspruch nehmen. Danach wird eine Fortsetzungsbehandlung durchgeführt, bei der man drei Jahre lang, im Abstand von vier bis sechs Wochen, die Allergenlösung unter die Haut spritzt. Dadurch wird das Immunsystem immer wieder mit dem Allergen konfrontiert, um es schließlich unempfindlich dagegen zu machen. Im besten Fall wehrt sich das Immunsystem auf harmlose Weise gegen das Allergen und produziert IgG-Antikörper.

Eine Variante ist die Cluster-Immuntherapie, bei der die Grundbehandlung deutlich schneller geht. Dabei werden die Allergen-Präparate mehrmals täglich, anstatt einmal in der Woche, verabreicht. Dadurch wird die Höchstdosis wesentlich schneller erreicht. So kann die Fortsetzungsbehandlung schon nach einigen Tagen beginnen.

Bei Pollen-Allergien kann auch eine Schnell-Hyposensibilisierung, die auch als Kurzzeit-Immuntherapie bezeichnet wird, erfolgen. Dabei werden dem Patienten vor Beginn der Pollensaison vier bis sieben Injektionen im Abstand von ca. einer Woche verabreicht. Bei Allergikern, die keine Spritzen vertragen, kann auch eine sublinguale Immuntherapie (SLIT) erfolgen. Dabei erhält der Patient Tropfen, die unter die Zunge gegeben werden. Allerdings ist diese Methode nicht so effizient wie die subkutane Immuntherapie. Seit 2006 erfolgen Immuntherapien gegen Gräserpollen auch in Form von Tabletten, die sich innerhalb von Sekunden im Mund auflösen. Diese Tabletten-Immuntherapie muss vier Wochen vor Beginn der Gräserpollensaison begonnen werden. Danach sollte man sie während der ganzen Saison fortsetzen.

Bei einer Hyposensibilisierung kann es zu Nebenwirkungen wie Juckreiz, Schwellungen, Kopfschmerzen oder Müdigkeit kommen. Auch allergische Reaktionen wie die Bildung von Quaddeln, Herzrhythmusstörungen oder Atemnot sind möglich. Im schlimmsten Fall kann es zu einem allergischen Schock kommen. Das Risiko ist jedoch sehr gering, da der Patient nach jeder Behandlung dreißig Minuten lang vom behandelnden Arzt beobachtet wird.

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Die Hyposensibilisierung zur Behandlung von Allergien

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