5. Oktober 2009
Als Hyposensibilisierung bezeichnet man in der Medizin eine spezifische Immuntherapie. Diese kommt bei Allergien zur Anwendung.
Ziel und Zweck einer Hyposensibilisierung, die auch als SIT (spezifische Immuntherapie) oder als Desensibilisierung bezeichnet wird, ist die Behandlung von Allergien. Dabei soll das Immunsystem dazu gebracht werden, nicht mehr empfindlich und überschießend auf bestimmte Allergene zu reagieren. Auf diese Weise lassen sich zahlreiche Allergien vom Typ I abschwächen oder sogar heilen. Darüber hinaus lässt sich mit Hilfe einer Hyposensibilisierung vermeiden, dass ein allergischer Schnupfen zu chronischem Asthma wird.
Die Hyposensibilisierung gilt als die wirksamste Methode bei der Behandlung von Allergien. Durch die Beeinflussung des Immunsystems des Allergikers, wird beabsichtigt, dass anstelle der Antikörper der Klasse E, die die Allergie auslösen, andere Antikörper gebildet werden. Die so genannten IgG-Antikörper werden in der Regel vom Immunsystem gegen Bakterien gebildet. Ihr Zweck ist es, die schädlichen Bakterien aus dem Organismus zu entfernen. Bei einer Hyposensibilisierung soll dieser Effekt auch bei einer Allergie erreicht werden. Nach dem Kontakt mit dem Allergen bilden sich umgehend Antikörper, die die Allergene angreifen, damit es gar nicht erst zur Bildung von IgE-Antikörpern und anschließenden allergischen Reaktionen kommt. Besonders Allergien gegen Insektengift oder gegen Pollen können durch die Anwendung einer Hyposensibilisierung erfolgreich bekämpft werden. Bei Blütenpollen beträgt die Erfolgsquote ca. 60 - 70 Prozent. Bei Insektengiftallergien liegt die Quote sogar bei 90 Prozent. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen erweist sich die spezifische Immuntherapie als besonders erfolgreich, denn je jünger der Patient ist, desto größer sind die Erfolgsaussichten.
Eine Hyposensibilisierung kann jedoch nur dann erfolgen, wenn das Allergen, das die Allergie auslöst, bekannt ist. Außerdem muss das Allergen auch als Hyposensibilisierungslösung erhältlich sein.
Zur Anwendung kommt eine Hyposensibilisierung in erster Linie bei Beschwerden wie Heuschnupfen (allergische Rhinitis) und allergischem Asthma, die von Gräserpollen, Beifußpollen, Birkenpollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilzen oder Tierhaaren verursacht werden. Besonders wichtig ist eine Hyposensibilisierung, wenn eine Allergie gegen Insektengifte, wie von Bienen oder Wespen, besteht. In diesem Fall kann eine spezifische Immuntherapie sogar lebensrettend sein und sollte unbedingt durchgeführt werden.
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