Impfung gegen Schweinegrippe kann Narkolepsie verursachen

Medizinforscher widmen sich dem Zusammenhang zwischen dem H1N1-Impfstoff und Narkolepsie

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  • von Paradisi-Redaktion
Zwei Hände ziehen eine Spritze mit einem Impfwirkstoff auf

2008 war der Influenza-Virus H1N1 in allen Medien präsent und sorgte unter dem Namen "Schweinegrippe" weltweit für Angst. Es wurden Milliarden in die Forschung gesteckt, um einen Impfstoff zu entwickeln. Dieser schaffte es auch auf den Markt, allerdings verzichteten viele Menschen trotz Stiko-Empfehlung auf den Gang zum Hausarzt.

Wie sich zeigte, war das nicht schlimm, denn die Schweinegrippe verlief deutlich harmloser als angekündigt. Wer sich dennoch für eine Impfung entschieden hatte, musste in manchen Fällen mit Nebenwirkungen kämpfen.

H1N1-Impfstoff und Narkolepsie

Bei einigen Patienten, insbesondere bei Heranwachsenden, kam es sogar zu Fällen von Narkolepsie. Die ersten traten 2010 in Schweden auf, später kamen Berichte aus weiteren Ländern wie

Auch in Deutschland gibt es 51 Verdachtsfälle. Der genaue Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Narkolepsie war allerdings zunächst unklar. Daher haben sich Forscher das Problem näher angeschaut und präsentieren nun erste Ergebnisse.

Angriff auf den Hirnrezeptor

Sie fanden in den Viren ein Eiweiß, das eine große Ähnlichkeit mit einer Andockstelle im Gehirn hat, dem Hypocretin-Rezeptor. Indem der Impfstoff dafür sorgt, dass die Abwehrkräfte sich gegen das Virus und damit auch das Virus-Eiweiß richten, werden sie womöglich ungewollt auch gegen die Andockstelle im Gehirn mobilisiert.

Das Resultat ist, dass Immunzellen den Hirnrezeptor angreifen. Da Hypocretin als Botenstoff sehr wichtig für das menschliche Schlafverhalten ist, könnte das die Fälle von Narkolepsie ausgelöst haben.

Erste Erklärungsversuche

Die Forscher belegen diese Theorie mit Blutproben, die von finnischen Betroffenen stammen. Alle hatte nach ihrer Impfung gegen die Schweinegrippe eine Narkolepsie entwickelt. Im Blut dieser Patienten fanden die Forscher einen Antikörper, der mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Impfstoff aktiviert worden war.

Er griff allerdings die Hypocretin-Andockstelle an. Ob dies wirklich die umfassende Erklärung ist, sollen aber noch weitere Studien eingehender untersuchen.

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Erstellt am 02.07.2015
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