2. Oktober 2009
Als Elektrotherapie bezeichnet man in der Medizin die Anwendung von elektrischem Strom. Verwendet wird sie zur Kräftigung der Muskeln und zur Behandlung von Schmerzen und Missempfindungen.
Ziel und Zweck einer Elektrotherapie ist die Behandlung von verschiedenen Funktionsstörungen durch die Anwendung von elektrischem Strom. Durch die elektrischen Reize werden Reaktionen der Nerven ausgelöst. Auf diese Weise können Schmerzen gelindert, die Muskulatur entweder entspannt oder angespannt sowie die Durchblutung verbessert werden. Zu den Formen der Elektrotherapie gehören die Reizstromtherapie, die Galvanisation und die Kurzwellentherapie. Zudem werden verschiedene Frequenzen eingesetzt wie Hochfrequenzen, Niederfrequenzen, Mittelfrequenzen und Gleichstrom.
Basis der Elektrotherapie ist die Leitfähigkeit des menschlichen Körpers. So erweisen sich die Muskulatur, Organe, Blut, Urin sowie Gehirn- und Lymphflüssigkeit als gute Stromleiter, während Knochen, Sehnen, Nerven, Gelenkkapseln und Fettgewebe eher schlechte Stromleiter sind. Haare, Nägel und Hornschicht gelten als Isolatoren. Als Stromquelle dienen bei einer Elektrotherapie in der Regel Batterien oder Akkumulatoren.
Die Geschichte der Elektrotherapie reicht zurück bis in das frühe 19. Jahrhundert, als der deutsche Pharmakologie-Professor Christian Heinrich Ernst Bischoff (1781-1861) Silberelektroden verwendete, um eine Patientin zu behandeln.
In der heutigen Zeit werden Elektrotherapien zu den verschiedensten Zwecken durchgeführt. So wird die Galvanisation vor allem zur Förderung der Durchblutung von Muskeln und Haut, zur Linderung von Schmerzen sowie zur Anregung von Zellwachstum eingesetzt. Die Behandlung mit Reizstrom erfolgt bei Muskel- und Gewebeschwund, schwacher Muskulatur, posttraumatischen Beschwerden und Inkontinenz. Besonders häufig wird die Kurzwellentherapie angewendet. So lassen sich auf diese Weise Atemwegserkrankungen, chronische Bronchitis, Verspannungen der Muskeln, gynäkologische Erkrankungen, Entzündungen der Ohren und Schmerzzustände behandeln. Bei bestimmten Erkrankungen oder Verletzungen wie Gefäßerkrankungen, Hämatomen (Blutergüsse), Krebserkrankungen und psychischen Erkrankungen wird hingegen von einer Elektrotherapie abgeraten.
Die Wirksamkeit der Elektrotherapie wurde in mehreren klinischen Studien nachgewiesen und wird von den Krankenkassen anerkannt.
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