5. Januar 2011
Damit eine regelmäßige und dauerhafte Dialyse durchgeführt werden kann, ist das Anlegen eines speziellen Gefäßzugangs erforderlich. Eine solche Gefäßanlage wird als Dialyse-Shunt bezeichnet.
Im Falle einer fehlenden oder stark eingeschränkten Funktion der Nieren muss eine Dialyse (Blutwäsche) durchgeführt werden. Auf diese Weise ermöglicht man das Ableiten von schädlichen Stoffen oder Stoffwechselendprodukten aus dem Körper. Von großer Wichtigkeit ist dabei der so genannte Dialyse-Shunt.
Hauptgrund für eine Dialyse ist in der Regel eine Niereninsuffizienz. Aber auch lang anhaltender Diabetes mellitus, Zystennieren, chronische Nierenerkrankungen oder andere Nierengewebeschädigungen können eine Blutwäsche erforderlich machen. Damit die Dialyse regelmäßig und über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden kann, ist das Anlegen eines künstlichen Gefäßzugangs notwendig. Auf diese Weise lässt sich die Blutbahn für das Anlegen des Dialyse-Apparats ständig und einfach anstechen.
Unter einem Shunt versteht man eine künstliche Gefäßverbindung. In den meisten Fällen legt man ihm am Unterarm zwischen einer Vene und einer Arterie an, was man als Cimino-Shunt bezeichnet. Damit der Shunt angelegt werden kann, muss eine Operation durchgeführt werden. Dabei wird eine direkte Verbindung zwischen einer Vene und einer Arterie hergestellt. Da die Vene nach dem Anlegen des Shunts Blut aus der Arterie mit einem höheren Druck erhält, kommt es zu einer Gefäßerweiterung sowie einer stabileren Wand. Meistens legt man den Shunt an der Arteria radialis, in Handgelenksnähe, an, aber auch das Bein, das Schlüsselbein oder der Ellenbogen kommen dafür infrage. Gelegentlich setzt man anstelle einer unmittelbaren Gefäßverbindung einen Schlauch aus Kunststoff zwischen Vene und Arterie ein. Damit der Shunt so wenig wie möglich stört, ist es sinnvoll, ihn bei Rechtshändern am linken Arm anzulegen und bei Linkshändern am rechten Arm.
In den meisten Fällen verabreicht man dem Patienten vor der OP eine lokale Betäubung oder eine Regionalanästhesie. Während des Eingriffs wird ein Hautschnitt vorgenommen, um einen Zugang zu einer Vene und einer Arterie zu ermöglichen. Das ist zumeist bei Gefäßen am Unterarm der Fall, die nicht allzu tief unter der Oberfläche liegen. Während des Eingriffs ist es nötig, die Gefäße zeitweilig zu unterbinden. Um die Verbindung zwischen den Gefäßen herzustellen, nimmt der Operateur einen Schnitt in Längsrichtung vor und vernäht die Arterie mit der Vene. Für den Fall, dass die Gefäße ungünstig liegen, verwendet man entweder eine Vene von einem anderen Körperteil oder ein Interponat (Kunststoffrohr). Nachdem der Shunt angelegt wurde, vernäht der Chirurg zum Schluss den Hautschnitt.
Sofern keine Komplikationen eintreten, kann der Shunt nach ein paar Wochen für die Dialyse verwendet werden.
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