13. August 2008
Von K. Schumann
Bei einer Bluttransfusion werden bestimmte Blutbestandteile eines Blutspenders auf einen Empfänger mittels einer intravenösen Infusion übertragen. Voraussetzung für eine Transfusion ist, dass Spender und Empfänger miteinander verträgliche (kompatible) Blutgruppen haben.
Eine Blutspende ist freiwillig und kann soweit keine gesundheitlichen Bedenken vorliegen bis zu sechsmal jährlich durchgeführt werden. Vor der ersten Blutspende wird das Blut des potentiellen Spenders auf HIV, Hepatitis A, B und C, Syphilis und einen Leberenzym-Wert – (GPT) getestet. Außerdem wird die Blutgruppe bestimmt. Die Daten des Spenders werden vermerkt. So ist eine Rückverfolgung jederzeit möglich.
Eine Bluttransfusion ist, außer in Notfällen, nur mit Einwilligung des Empfängers möglich. Während früher dem Empfänger das Vollblut transfundiert wurde, ist man heute dazu übergegangen die Blutbestandteile zu trennen. So bekommt jeder Empfänger nur den Blutbestandteil, den er wirklich benötigt.
Am häufigsten benötigt werden so genannte Erythrozytenkonzentrate. Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen, die unter anderem für den Sauerstofftransport zuständig sind. Eine andere Spende kann zum Beispiel aus Thrombozytenkonzentrat bestehen. Eine Transfusion von Thrombozyten ist beispielsweise bei Gerinnungsstörungen notwendig.
Neben der Fremdblutspende gibt es auch die Eigenblutspende. Steht einem Patienten eine Operation bevor in der das Risiko von Blutungen besteht, wird ihm schon Wochen vor der OP in mehreren Sitzungen Blut entnommen. Der Körper kann diesen "langsamen" Blutverlust wieder ausgleichen. Treten bei der Operation Blutungen auf, ist im Notfall genug Blut vorhanden.
Bluttransfusionen werden benötigt bei starken Blutverlusten (z.B. durch Unfälle), Erkrankungen des blutbildenden Systems (z.B. Leukämie), Blutbildungsstörungen (z.B. Anämie) oder Gerinnungsstörungen.
Während und nach der Bluttransfusion kann es zu unerwünschten Reaktionen kommen. Leichte Unverträglichkeiten zeigen sich durch Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit. Kommt es jedoch zur Verwechslung von Blutkonserven droht Lebensgefahr. Wird nicht kompatibles Blut transfundiert kommt es zu einer Zerstörung der Erythrozyten oder sogar zu einem allergischen Schock. Ein weiteres Risiko ist eine Embolie durch das Eindringen von Luft in die venöse Blutbahn.
Das Risiko sich durch die Transfusion mit einer Krankheit wie HIV oder Hepatitis anzustecken ist durch die engmaschigen Kontrollen sehr gering geworden. So liegt das Risiko sich bei einer Bluttransfusion mit HIV zu infizieren in Deutschland bei 1:1.000.000.
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