1. Oktober 2009
Wenn alle anderen therapeutischen Mittel ausgeschöpft wurden oder das Leben eines Patienten bedroht ist, kann eine Amputation vorgenommen werden. Dabei wird der verletzte oder erkrankte Körperteil chirurgisch abgetrennt.
Bei einer Amputation erhält der Patient in der Regel eine Vollnarkose. An Arm oder Bein wird in den meisten Fällen eine straffe Manschette angelegt. Auf diese Weise wird die Durchblutung vorübergehend gestoppt, um dadurch Blutungen zu verringern. Die Ausdehnung einer Amputation hängt von dem Ausmaß der Krankheit oder Verletzung ab. Grundsätzlich soll so viel gesundes Gewebe wie es geht erhalten werden. Das geschädigte Gewebe muss jedoch komplett entfernt werden.
Bei der Operation wird zunächst eine Durchtrennung von Haut, Muskeln, Nerven und Blutgefäßen vorgenommen. Um Blutungen zu verhindern, werden die Gefäße wieder entsprechend verschlossen. Knochen werden oftmals mit Hilfe einer Säge durchtrennt und deren Kanten anschließend geglättet. Dann werden Haut und Muskulatur über den entstandenen Stumpf des Knochens gezogen und miteinander vernäht. Um Wundflüssigkeit abzusaugen, wird ein Drainageschlauch verwendet. Nach Beendigung der Amputation erhält der Patient einen Druckverband. Außerdem werden Schmerzmittel verabreicht. Nach Verheilung des Stumpfes können krankengymnastische Maßnahmen und Bewegungstraining durchgeführt werden. In den meisten Fällen erhält der Patient später eine Prothese.
Komplikationen bei einer Amputation können Blutungen, Hämatome (Blutergüsse), die Bildung von Narben, Wundheilungsstörungen und Infektionen sein. Oftmals tritt auch ein so genannter Phantomschmerz auf. Dabei spürt der Patient Schmerzen an einer nicht mehr vorhandenen Stelle. Auch Folgeschäden an den Gelenken oder allergische Reaktionen können der Fall sein.
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