11. März 2010
Das Wachkoma ist das Symptom einer schweren Erkrankung. Häufig können die Patienten nicht aus diesem Zustand zurückgeholt werden.
Zu Beginn eines Wachkomas werden die Patienten meist über Maschinen beatmet und mit einer künstlichen Nahrung versorgt. In der akuten Phase schwitzen die Patienten auch vermehrt.
Nach einiger Zeit stabilisiert sich der Zustand von vielen Patienten und die Beatmungsmaschine kann entfernt werden.
Patienten, die im Wachkoma liegen, können nicht sprechen, verstehen die Sprache auch nicht mehr und können demnach auch nicht mit anderen Menschen kommunizieren. Sie haben zwar die Augen häufig geöffnet, sind jedoch trotzdem nicht bei vollem Bewusstsein.
Das Wachkoma verursacht bei den Patienten eine vollständige Inkontinenz, d.h. sie können die Blasen- und Darmausscheidungen nicht mehr kontrollieren und benötigen demnach Windeln.
Viele Wachkoma-Patienten sind tagsüber müde und nachts wach, einen regelmäßigen Rhythmus wie vor der Erkrankung gibt es nicht mehr.
Einige Patienten, die sich im Wachkoma befinden, können jedoch mit ihrer Augenbewegung mit anderen Menschen "sprechen". Besonders Angehörige, die sich intensiv und liebevoll um den Patienten kümmern, bemerken diese Gefühlsregung bei einigen Betroffenen.
Nur wenige Patienten, die sich längere Zeit im Wachkoma befinden, wachen aus diesem Zustand wieder auf.
Die Diagnose Wachkoma wird in der Regel in einem Krankenhaus gestellt. Die erste Zeit der Behandlung findet auf der Intensivstation statt. Der Patient wird hier rund um die Uhr ärztlich behandelt, beatmet und künstlich ernährt. Im Rahmen der Diagnostik werden verschiedene Untersuchungen wie eine Messung der Hirnströme (EEG) oder eine Kernspintomografie durchgeführt. Da es sich hier um ein sehr komplexes Krankheitsbild handelt, kann die Diagnose "apallisches Syndrom" nur von einem erfahrenen Arzt gestellt werden.
Patienten, die sich im Wachkoma befinden, sind schwerstpflegebedürftig. Zu Beginn der Erkrankung müssen sie künstlich beatmet werden. Dazu wird meist ein Luftröhrenschnitt durchgeführt und daran eine Beatmungsmaschine angeschlossen. Da der Patient nicht selbst essen kann, erhält er künstliche Nahrung über eine Sonde verabreicht. Der Patient wird gewickelt und erhält einen Urinkatheter. Während dieser Akutphase auf der Intensivstation werden die Patienten neben Ärzten und Krankenschwestern auch von Physiotherapeuten und Logopäden betreut. Diese üben mit dem Patienten z.B. das Schlucken und führen krankengymnastische Übungen durch, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Eine Folge des Wachkomas kann beispielsweise eine Lungenentzündung sein.
Nach der Akutphase werden viele Patienten in spezielle Fachkliniken überwiesen. Dort erhalten sie verschiedene Therapien wie z.B. eine Musiktherapie, die einigen Patienten helfen kann wieder aufzuwachen. Ziel dieser Therapien ist es, den Zustand des Patienten zu verbessern. Bei einigen Patienten gelingt dies, bei anderen wiederum nicht. Zeigen die Therapien einen Erfolg, so werden diese über viele Monate oder sogar Jahre fortgeführt.
Hat der Patient, der im Wachkoma liegt, zuvor im gesunden Zustand eine Patientenverfügung unterschrieben, dass er keine lebensverlängernden Maßnahmen in diesen Fällen möchte, so muss dies von den Ärzten respektiert werden. Maßnahmen wie eine künstliche Beatmung oder die künstliche Ernährung werden dann – auf Wunsch des Patienten - eingestellt.
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