24. März 2011
In der Regel wird eine chronische Verstopfung auf konservative Weise behandelt. In bestimmten Fällen kann jedoch ein operativer Eingriff erforderlich sein.
Spricht man von einer Verstopfung (Obstipation), ist damit eine seltene oder erschwerte Darmentleerung gemeint. Ist die Verstopfung sogar chronisch, gelangt der Kot nur langsam oder überhaupt nicht durch Dickdarm und Mastdarm. Ursache für eine chronische Obstipation sind zumeist Stoffwechselprobleme oder Nervenstörungen. In manchen Fällen kann aber auch der Missbrauch von Abführmitteln der Grund sein. Eher selten tritt eine akute Verstopfung auf. Kommt es dabei jedoch zu starken Bauchschmerzen, einen angeschwollenen Bauch oder gar Erbrechen von Kot, muss dringend ein Arzt zu Rate gezogen werden, da ein Darmverschluss (Ileus) die Ursache für diese Beschwerden sein kann. Durch einen Darmverschluss kommt es jedoch zu einer Mangelversorgung, durch die das Gewebe abstirbt. Tritt gar ein Darmdurchbruch ein, ergießt sich der Darminhalt in den Bauchraum, was wiederum eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) zur Folge haben kann.
Sind Nervenstörungen der Auslöser für eine Verstopfung, besteht die Gefahr, dass sich der Kot im Darm aufstaut, wodurch es zu einer starken Aufweitung des betroffenen Bereichs kommt. In diesem Fall spricht man von einem Riesendickdarm oder Megakolon. Häufig ist ein Riesendickdarm bereits angeboren, da bestimmte Nervenzellen fehlen.
Wird die chronische Verstopfung durch Störungen oder Veränderungen im Enddarm- oder Afterbereich hervorgerufen, spricht man von einer anorektalen Obstipation. Auslöser für eine solche Verstopfung sind Analstenosen, ein Anal- oder Rektumprolaps, eine angeborene Verdickung des Schließmuskels oder eine Aussackung des Enddarms.
In den meisten Fällen erfolgt bei einer chronischen Verstopfung eine konservative Therapie. Dazu gehören u.a. ausreichende Bewegung, Umstellung der Ernährung oder eine medikamentöse Behandlung. Manchmal ist es jedoch erforderlich einen operativen Eingriff vorzunehmen, was vor allem bei anorektaler Verstopfung der Fall ist. Mögliche Gründe für einen chirurgischen Eingriff sind u.a. ein Megakolon, Dolichokolon, ein innerer Rektumprolaps sowie Verwachsungen oder Verengungen. Eine Operation wird jedoch nur dann durchgeführt, wenn alle anderen Therapiemaßnahmen keinen Erfolg bringen.
Vor dem Eingriff verabreicht man dem Patienten eine Vollnarkose. Als Operationsmethode wird entweder ein Bauchschnitt (Laparotomie) oder eine minimal-invasive Bauchspiegelung (Laparoskopie) mithilfe eines Laparoskops vorgenommen. Je nach Ursache der Erkrankung öffnet man den Dickdarm, indem man die Bauchwand in der betroffenen Region einschneidet. Nachdem die Störung beseitigt wurde, kann der Darm wieder vernäht werden. In manchen Fällen ist auch eine Teilentfernung des Dickdarms oder Mastdarms erforderlich.
In den meisten Fällen ist es nach einer Darmoperation notwendig vorübergehend einen so genannten Anus praeter, einen künstlichen Darmausgang, zu legen. Auf diese Weise soll die Darmnaht geschont werden.
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