Verdauungsstörungen - Ursachen und Behandlung

Anatomie - Hellbraune Grafik des menschlichen Darms mit rotem Fadenkreuz

Die Entstehung von Verdauungsstörungen und wie man sie behandeln und lindern kann

Verdauungsstörungen verursachen unterschiedliche Beschwerden. An Verdauungsbeschwerden können sowohl Erwachsene als auch Babys und Kinder leiden.

Ursachen

Verdauungsstörungen wie Verstopfung können auftreten, wenn sich der Mensch zu wenig bewegt, wenn er zu wenig trinkt und sich falsch ernährt. Lebensmittel wie Weißbrot und Weizenmehl und der Verzehr von zu wenig frischem Obst und Gemüse führen zu einer trägen Darmtätigkeit.

Verstopfung kann auch dadurch entstehen, dass der Betroffene zum Beispiel aufgrund von beruflichem Stress keine Rücksicht auf seine Verdauung nimmt und den Stuhlgang immer wieder hinauszögert. Wer große Mengen bestimmter Obstsorten (z.B. Pflaumen) zu sich nimmt, kann danach ebenfalls unter Verdauungsstörungen wie Blähungen und Durchfall leiden.

Auch Nervosität kann zu Durchfall führen. Wenn ein Mensch besonders nervös oder aufgeregt ist, so kann es vorübergehend zu einer Verdauungsstörung kommen. Die Einnahme eines Antibiotikums aufgrund einer bakteriellen Erkrankung im Körper kann ebenfalls dazu führen, dass als Nebenwirkung eine Verdauungsstörung auftritt.

Auch die Hormone können für verschiedene Verdauungsstörungen verantwortlich sein. Schwangere Frauen bemerken häufig einen trägen Darm und leiden daher unter Blähungen und Verstopfungen.

Beschwerden im Urlaub

Das Verdauungssystem des Menschen, bestehend unter anderem aus dem Magen und dem Darm, ist ein sensibles Geflecht aus Millionen von Nervenzellen. Diese können durchaus sehr schnell aus der Balance gelangen, wenn man im Urlaub zu ungewohnten Speisen, viel Alkohol oder auch Gewürzen greift, die man so in der Heimat eigentlich nicht isst oder trinkt. Auch

  • ein zu rasches Essen und Trinken
  • sehr kalte Getränke und
  • eine übermäßige Hitze

können zu unangenehmen Beschwerden führen und den Tag am Strand fast unmöglich machen.

Symptome

Der Magen reagiert hier dann regelrecht beleidigt und zwickt und tut richtig weh.

stellen sich als Folge sehr oft ein, besonders auch dann, wenn man selbst zuhause unter einem empfindlichen Verdauungssystem leidet.

Erkrankungen

Auch Bakterien können für die Verdauungsstörungen verantwortlich sein. Diese verursachen dann meist Durchfall.

Krankheitserreger wie Viren oder Pilze können ebenfalls Durchfall verursachen. Ein bekannter Durchfallvirus ist zum Beispiel der Norovirus.

Verdauungsstörungen können jedoch auch ein Hinweis auf eine Krebserkrankung sein. Dickdarmkrebs, Dünndarmkrebs oder auch Entzündungen im Bereich des Darmes können zu verschiedenen Verdauungsstörungen führen.

Auch gutartige Tumore wie Darmpolypen führen zu Verdauungsstörungen. Produziert der Körper zu wenige Schilddrüsenhormone, so leidet der Patient unter einer Hypothyreose. Auch diese geht mit Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung einher.

Schließlich können noch Morbus Crohn oder eine Allergie auf bestimmte Lebensmittel zu Verdauungsstörungen führen.

Komplikationen

Normalerweise sind die meisten Verdauungsstörungen harmlos und verschwinden von selbst wieder. Nehmen die Beschwerden jedoch einen chronischen Verlauf, besteht die Gefahr, dass es zu Mangelerscheinungen kommt, die sich in Form von Müdigkeit und Leistungsproblemen bemerkbar machen.

In manchen Fällen gehen Verdauungsbeschwerden auch mit behandlungsbedürftigen Krankheiten einher. Dabei kann es sich um

handeln.

Wann zum Arzt?

Der Gang zum Arzt ist anzuraten, wenn die Verdauungsstörungen länger als drei Monate anhalten. Eine medizinische Behandlung muss außerdem bei zusätzlichen Beschwerden wie

erfolgen.

Diagnose

Halten die Verdauungsstörungen längere Zeit an, lässt sich ein Arztbesuch nicht vermeiden. In der Arztpraxis wird eine gründliche Untersuchung vorgenommen.

Anamnese

Muss wegen der Verdauungsstörungen ein Arzt konsultiert werden, erfasst dieser zunächst die Krankengeschichte des Patienten. Dabei wird der Patient befragt,

  • wie lange die Verdauungsprobleme anhalten
  • unter welchen Beschwerden er leidet
  • wie seine Essgewohnheiten sind und
  • ob er bestimmte Arzneimittel einnimmt.

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung achtet der Arzt auf Geräusche im Darm, Größe und Form des Bauches sowie die Festigkeit der Bauchdecke. Außerdem wird der Bauch abgetastet und abgeklopft.

Wichtig ist zudem< das Feststellen von Schmerzen, an welcher Stelle sie sich befinden und ob es sich bei ihnen um Loslassschmerzen oder Druckschmerzen handelt. Außerdem muss auf eventuelle Wasseransammlungen im Bauchraum geachtet werden.

Blut- Urin- und Stuhluntersuchung

Um Hinweise auf Entzündungswerte und Leberwerte zu erhalten, lässt sich eine Blutuntersuchung vornehmen. Ebenso ist eine Untersuchung des Urins möglich.

Wichtige Hinweise auf eine Erkrankung können durch die Untersuchung einer Stuhlprobe gefunden werden. So überprüft man den Kot auf Blut, Nahrungsreste, Keime und Enzyme.

Weitere Untersuchungen

Je nach vermuteter Krankheitsursache sind noch weitere Untersuchungen möglich. Dazu gehören bildgebende Verfahren wie

Leidet der Patient auch unter Beschwerden am Brustbein, sollte eine Herzuntersuchung erfolgen. Liegen bei einer Frau Unterleibsschmerzen vor, ist eine gynäkologische Untersuchung sinnvoll.

Behandlung

Sind die Verdauungsstörungen mit Bauchkrämpfen verbunden, so kann der Arzt ein krampflösendes Medikament verordnen. Leidet der Patient unter einem Magen-Darm-Infekt, so verschwindet dieser in der Regel von selbst wieder. Man sollte sich jedoch in jedem Fall schonen und auf eine ausreichende Trinkmenge achten.

Operation

Je nach Art der verursachenden Krankheit kann auch eine Operation notwendig sein. Dabei wird ein gut- oder bösartiger Tumor entfernt. In schweren Fällen kann während dieser Operation auch die Anlage eines künstlichen Darmausganges notwendig werden.

Konnte der Arzt aufgrund der Blutuntersuchung feststellen, dass die Schilddrüse des Patienten zu wenige Hormone produziert, so können entsprechende Medikamente verordnet werden, um den Mangel auszugleichen.

Selbsttherapie

Nicht selten werden Verdauungsstörungen wie

durch den Genuss von zu üppigen und fettreichen Mahlzeiten ausgelöst. Aber auch ein Übermaß an Süßigkeiten oder alkoholischen Getränken kann Beschwerden im Verdauungstrakt hervorrufen. Um den Verdauungsproblemen entgegenzuwirken, wird empfohlen, gleich nach dem Essen einen Spaziergang zu machen. Außerdem ist beim Verzehr der Speisen auf eine ausreichende Menge an Ballaststoffen zu achten. Diese sorgen nämlich für das Aufquellen des Stuhlgangs, was wiederum einer Verstopfung vorbeugt.

Hausmittel

Zur Behandlung von Verdauungsstörungen sind auch einige Hausmittel zu empfehlen. So kann zum Beispiel gegen Durchfall ein geriebener Apfel eingenommen werden, den man zuvor von Schale und Kernen befreit.

Das Pektin, das zu den Inhaltsstoffen von Äpfeln gehört, dient als Quellstoff und bewirkt die Verdickung von flüssigem Stuhl. Ebenfalls hilfreich gegen Verstopfung sind Backpflaumen und Sauerkrautsaft. Deren positiver Effekt macht sich nach zwei bis drei Stunden bemerkbar.

Bei Durchfall muss dem Körper zudem viel Flüssigkeit zugeführt werden, um eine Austrocknung zu verhindern. Leidet man an Blähungen oder Völlegefühl, gilt der Verzehr von Fencheltee oder Kümmeltee als wirkungsvoll.

Bei Sodbrennen wird das Trinken von reichlich Wasser empfohlen, weil dieses für die Neutralisierung von Magensäure, die in die Speiseröhre gelangt ist, sorgt.

Homöopathische Mittel

Auch die Homöopathie kennt einige wirksame Mittel gegen Verdauungsprobleme. Dazu gehören vor allem

  • Kalium iodatum
  • Agentum nitricum sowie
  • Agentum metallicum.

Die Einnahme erfolgt in Form von Tropfen oder Globuli.

Bei Beschwerden im Urlaub

Vielfach wird dann zu Medikamenten gegriffen, die allerdings öfters das Gegenteil von dem bewirken, was man sich erhofft, denn mitunter fügen sie gerade dem Magen weitere belastende Elemente zu. Statt gleich zu chemischen Keulen zu greifen, ist es wesentlich sanfter und gesünder, es zunächst mit natürlichen Präparaten zu versuchen.

In der Apotheke gibt es verschiedene Arzneimittel die zum Beispiel Löwenzahn, Goldrute oder auch Schöllkraut enthalten. Auch die Mariendistel aktiviert die Verdauung, die Leber und kann wie die anderen Heilpflanzen Entzündungen hemmen und den Gallenfluss anregen.

Vorsichtsmaßnahmen

Ebenfalls hilfreich ist es, auf Reisen lieber

  • auf blähende Gemüsesorten und Hülsenfrüchte zu verzichten,
  • nur Wasser in Flaschen zu trinken und
  • auch bei offenem Eis etwas vorsichtiger zu sein.

Auch in Eiswürfeln können sich Bakterien befinden, die den Einheimischen nichts anhaben, aber dem unbedarften Feriengast, der nicht daran gewöhnt ist, doch einige Beschwerden bereiten können.

Leidet man unter einem starken Blähbauch, dann sollte man sich zudem nicht auf eine Liege oder ins Bett legen, sondern lieber ein Mehr an Bewegung in den Urlaubstag reinbringen, da sich die Verdauung hierbei wesentlich leichter einstellen kann. Wenige Tipps, die jedoch sehr effektiv dabei unterstützen können, einen unbeschwerten und wohlverdienten Urlaub zu verbringen.

Vorbeugung

Verdauungsstörungen lässt sich meist vorbeugen, wenn man auf eine fettarme und ballaststoffreiche Kost achtet. Außerdem ist es wichtig, sich viel zu bewegen.

Als geeignete Sportarten bei Verdauungsproblemen gelten Radfahren, Schwimmen oder Wandern. Darüber hinaus sollte auf den übermäßigen Konsum von Alkohol verzichtet werden.

Grundinformationen zu Verdauungsstörungen

  • Verdauungsstörungen - Ursachen und Behandlung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: menschliches verdauungssystem © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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