Unterzuckerung - Ursachen und Behandlung

Eine Unterzuckerung macht sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar. Meist tritt dieses Symptom bei Diabetikern auf.

Die Entstehung einer Unterzuckerung und wie man sie behandeln und ihr vorbeugen kann

Ursachen

Bei gesunden Menschen kommt es zur Unterzuckerung, wenn längere Zeit nichts gegessen wurde.

Erkrankungen

Dieses Hungern kann auch Bestandteil einer Erkrankung, wie der Magersucht (Anorexia nervosa) sein. Patienten, die unter einem Magen-Darm-Infekt mit starkem Erbrechen und/oder Durchfall leiden, können aufgrund dieser Erkrankung in den Unterzucker kommen.

Auch bösartige Tumore oder ein Nierenversagen können die Ursache für die Unterzuckerung sein.

In den meisten Fällen tritt die Unterzuckerung jedoch bei Diabetikern auf. Essen Diabetiker zu wenig und spritzen sich dennoch die normale Insulinmenge, so kann es aus diesem Grunde zum Unterzucker kommen.

Gleiches geschieht, wenn sie zu viel Insulin oder zu viele Tabletten einnehmen. Diabetiker, die Sport treiben, müssen ihre Insulinmengen entsprechend darauf abstimmen.

Komplikationen

Eine Unterzuckerung kann sich im Unterschied zur Überzuckerung sehr schnell entwickeln. Bemerkbar macht sich dies durch

Darüber hinaus sind

möglich.

Wann zum Arzt?

Handelt es sich um eine schwere Unterzuckerung, gilt es, rasch einen Arzt oder Notarzt zu verständigen. Das Einflößen von Traubenzucker ist bis zum Eintreffen des Notarztes zu unterlassen, wenn der Patient bewusstlos ist, da sonst die Gefahr des Verschluckens oder der Aspiration besteht.

Notfall Hypoglykämischer Schock

Eine gefürchtete Komplikation der Unterzuckerung stellt der hypoglykämische Schock dar, der lebensgefährliche Ausmaße annehmen kann. Zu einem hypoglykämischen Schock kommt es, wenn die Unterzuckerung nicht rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt wird. Dabei fällt der Betroffene in eine tiefe Bewusstlosigkeit.

Ohne eine Therapie ist sogar der Tod möglich. Aus diesem Grund muss bei Bewusstlosigkeit sofort ein Notarzt alarmiert werden. Tritt ein Herzstillstand ein, ist es erforderlich, umgehend eine Wiederbelebung zu versuchen.

Diagnose

Eine Unterzuckerung gilt als leicht zu diagnostizieren. Zu ihren typischen Erkennungsmerkmalen zählen Konzentrationsprobleme, kalter Schweiß und Zittern, was ein erfahrener Mediziner schnell erkennt.

Messung des Blutzuckers

Zum Ermitteln des Blutzuckers nimmt der untersuchende Arzt eine präzise Messung des Blutzuckerwertes vor. Dazu erfolgt ein winziger Stich in die Spitze des Fingers oder in ein Ohrläppchen. Messgeräte sind natürlich auch ein Bestandteil der medizinischen Notfallausrüstung.

Als Unterzuckerung gilt ein Wert ab 50 mg/dl. So zeigen sich die typischen Unterzuckerungssymptome erst bei Werten, die unterhalb von 50 mg/dl liegen. Allerdings kann es bei Diabetikern bereits bei 70 mg/dl zu Beschwerden kommen. Ärzte sprechen dann von einer diabetischen Hypoglykämie.

Behandlung

Von einer Unterzuckerung sind vor allem Diabetiker betroffen. Reichen die Maßnahmen der Selbsttherapie nicht aus, so erhält der Patient eine Infusion in die Armvene, die flüssiges Glucose enthält.

Patienten, die an Diabetes mellitus leiden, haben häufig ein Notfallset bei sich. Dieses enthält unter anderem ein Medikament, das im Falle des Unterzuckers unter die Haut (subkutan) gespritzt werden kann und auch auf diese Weise den Zuckerspiegel im Blut anhebt.

Dieses Medikament kann dann von einer Begleitperson verabreicht werden. In schweren Fällen muss der Patient in ein Krankenhaus gebracht und dort weiter beobachtet und untersucht werden. Patienten, die noch nichts von ihrer Diabeteserkrankung wussten, erhalten eine umfassende Diabetesschulung.

Die Patienten müssen sich bei dieser Krankheit selbst Insulin spritzen und regelmäßig ihre Blutzuckerwerte messen. Leichtere Diabetesformen können auch mit Tabletten therapiert werden.

Selbsttherapie

Eine Selbstbehandlung hängt davon ab, um welche Verlaufsform es sich handelt. So besteht für Diabetiker, die gut über die Hypoglykämie informiert sind, durchaus die Möglichkeit, selbst etwas gegen die Unterzuckerung zu unternehmen. Dazu müssen so rasch wie möglich Kohlenhydrate eingenommen werden.

Diese sollten aus 10 bis 20 Gramm Traubenzucker bestehen, was ein bis zwei Stücken entspricht. Alternativ ist auch die Einnahme von einem Glas Cola, Fruchtsaft oder gesüßtem Tee möglich. Beim Süßungsmittel des Tees darf es sich jedoch nicht um Süßstoff handeln.

Reagiert der Diabetiker rechtzeitig, kommt es schon nach einigen Minuten zum Rückgang der Unterzuckerung. Im Zweifelsfall ist es besser, lieber zu viel als zu wenig Zucker aufzunehmen. So ist durch einen kurzfristig hohen Blutzuckerspiegel kein gesundheitlicher Nachteil zu befürchten.

Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zu einer gefährlichen Unterzuckerung kommt, wird empfohlen, sich gut über das Entstehen und Vermeiden einer Hypoglykämie zu informieren und sich von medizinischem Personal entsprechend schulen zu lassen. Dies gilt übrigens auch für die Angehörigen von Diabetikern, die auf diese Weise in einem Notfall Erste Hilfe leisten können.

Leidet ein Mensch häufiger an Unterzuckerung, wird empfohlen, den Blutzuckerwert regelmäßig zu überprüfen. Zu diesem Zweck können spezielle Messgeräte für den Hausgebrauch verwendet werden. Die

Weitere allgemeine Vorbeugemaßnahmen sind eine gesunde Ernährungsweise sowie der Verzicht auf alkoholische Getränke. Außerdem sollten die betroffenen Personen stets etwas Traubenzucker bei sich haben, um rasch eine Selbstbehandlung vornehmen zu können.

Als hilfreich gilt außerdem das Führen eines Hypoglykämie-Tagebuchs. Darin wird eingetragen, in welchen Situationen es zu einer Unterzuckerung kommt.

Quellen:

  • Mark Dennis, William Talbot Bowen, Lucy Cho: Symptome verstehen - Interpretation klinischer Zeichen (KlinikPraxis), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2019, ISBN 3437439804
  • Kurt Tepperwein: Die Botschaft deines Körpers: Die Sprache der Organe, mvg Verlag, 2004, ISBN 9783868822311
  • Kurt Tepperwein: Was Dir Deine Krankheit sagen will: Aktiviere die Heilkraft deiner Seele, mvg Verlag, 2005, ISBN 9783636070968
  • Ruediger Dahlke: Krankheit als Symbol: Ein Handbuch der Psychosomatik. Symptome, Be-Deutung, Einlösung., C. Bertelsmann Verlag, 1996, ISBN 3570122654
  • Ursula Keicher: Kinderkrankheiten: Alles, was wichtig ist, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2016, ISBN 3833844566
  • Jörg Nase, Beate Nase: Kinderkrankheiten: Das Standardwerk für Kinder von 0 bis 16 Jahren, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 9783833829093
  • Arne Schäffler: Gesundheit heute: Krankheit - Diagnose - Therapie: das Handbuch, TRIAS, 2014, ISBN 9783830481164
  • Heiko Gärtner, Tobias Krüger: Krankheiten auf einen Blick erkennen: Antlitz- und Körperdiagnose sowie weitere Techniken, um Menschen ganzheitlich zu erfassen, mvg Verlag, 2013, ISBN 3868824499
  • Jörg Braun, Jörg Braun: Basislehrbuch Innere Medizin: kompakt-greifbar-verständlich, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437411152
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Hans Vogl: Differentialdiagnose der medizinisch-klinischen Symptome. Lexikon der klinischen Krankheitszeichen und Befunde., UTB, 1994, ISBN 3825280667
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, 2019, ISBN 3981466098
  • Edouard Battegay: Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten: Vom Symptom zur Diagnose, Thieme, 2017, ISBN 3133448218
  • Verena Corazza, Renate Daimler, Renate Daimler, Krista Federspiel, Vera Herbst, Kurt Langbein, Hans-Peter Martin, Hans Weiss: Kursbuch Gesundheit: Gesundheit und Wohlbefinden. Symptome und Beschwerden. Krankheiten. Untersuchung und Behandlung, Kiepenheuer&Witsch, 2006, ISBN 3462035932
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008, ISBN 3809423777

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • Glucose level blood test © evgenyb - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema