1. Juli 2005
(dgk) Ein paar Kilos zuviel auf den Hüften? Kein Grund für eine Radikaldiät. Denn jetzt gibt es endlich eine gute Nachricht für Beleibte: Die kleinen Rettungsringe sind richtig gesund und können sogar das Leben verlängern.
Das jedenfalls fanden jetzt amerikanische Forscher des Nationalen Krebsforschungsinstituts heraus. Der Grund: Die zusätzlichen Pfunde können gerade älteren Menschen helfen, schwere Krankheiten zu überstehen. Wo Ernährungsexperten bisher noch Diät um Diät verordneten, gilt nun: Nicht allein das Gewicht ist ausschlaggebend für die Gesundheit. Entscheidend ist vielmehr die Verteilung des Fetts. Kräftige Beine, ein dicker Po – alles nicht so schlimm.
Dieser Untersuchung zufolge setzen nur extrem fettleibige Menschen ihre Gesundheit aufs Spiel. Kritisch ist allenfalls das Bauchfett. Im Bauch werden große Mengen schädlicher Fettsäuren an das Blut abgegeben. Und diese Fettsäuren gelangen dann ungehemmt in die Leber, wo sie schwere Schäden verursachen können.
Kritiker werfen den Autoren der Studie vor, nur die Todesrate der Dicken beachtet zu haben und nicht den Verlust an Lebensqualität durch Übergewichtskrankheiten wie Herzleiden, Diabetes und Krebs. Andere Kollegen halten dem Forscherteam dagegen zu Gute, mehr Klarheit in die Debatte über die Gefahr von Fettpölsterchen gebracht zu haben.
Fest steht: Übergewichtige Menschen bekommen häufiger Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes. Somit stehen sie aber auch oft unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle. Statistisch gesehen ist ihre medizinische Überwachung also besser, als die der Normalgewichtigen. Schwere Krankheiten wie Krebs werden bei Normalgewichtigen deshalb meist auch viel später erkannt als bei Übergewichtigen.
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