28. November 2011
Hat ein Mensch eine extrem negative Erfahrung gemacht, die von der Seele kaum zu verarbeiten ist, so spricht man von einem Trauma. Traumata können den Alltag für Betroffene zur Qual machen und oft hilft nur ein Therapeut, damit das Erlebte aufgearbeitet werden kann.
Eine Studie zeigt nun, dass sich das Gehirn aber auch selbst zu helfen versucht. Durch einen tiefen und guten Schlaf hat das Hirn die Zeit, sich mit den Erinnerungen auseinander zu setzen und somit teilweise das Trauma zu bewältigen. Man zeigte 35 Freiwilligen Bilder, die einen stark emotionalen Inhalt transportierten. Alle Probanden gaben in einem Fragebogen an, dass sie die Bilder stark mitgenommen hatten und auch eine Kernspintomographie-Untersuchung zeigte deutliche Reaktionen in den Hirnarealen. 12 Stunden später wurden den Testpersonen erneut die Bilder gezeigt. Eine Gruppe hatte hatte während dieser Zeit im Schlaflabor geschlafen, der Rest nicht. Nun befragte man sie erneut zu den Bildern. Wer geschlafen hatte, der reagierte nun weniger stark auf die Bilder. Offenbar war während des Schlafs eine Verarbeitung des Gesehenen geschehen. Auch die Auswertung der Ergebnisse des Schlaflabors zeigte dies.
Im Schlaflabor fanden die Forscher heraus, dass besonders die REM-Phase entscheidend ist. Während dieser Schlafphase wurden die Erlebnisse des Tages in den Mandelkernen des Hirns verarbeitet. Dabei ermittelte man bei den schlafenden Probanden aber einen niedrigen Wert an Stresshormonen. Daraus schließen die Forscher, dass die Informationen im Gehirn neu bewertet und abgespeichert werden.
Die Umwertung der Ereignisse am nächsten Tag deutet für die Forscher daher auf eine nächtliche Verarbeitung hin.
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