Krankhaftes Träumen - Ursachen und Behandlung

Häufiges Träumen am Tag kann das Symptom einer Erkrankung sein. Wie und ob dieses Symptom gelindert werden kann, hängt von der auslösenden Ursache ab.

Die Entstehung von Träumen und wie man Albträume behandeln und lindern kann

Ursachen

Jeder Mensch träumt nachts in der Schlafphase. Tritt das Träumen jedoch tagsüber kurz vor einer Schlafphase oder unabhängig vom Schlafen auf, so kann auch eine krankhafte Ursache dahinterstecken.

ADS

Kinder, die unter ADS, der Aufmerksamkeitsdefizitstörung, leiden, sind häufig auch als "Träumer" bekannt. Die genaue Ursache dieser Krankheit ist noch nicht bekannt.

In einigen Familien kommt sie jedoch gehäuft vor, so dass ADS möglicherweise vererbt werden kann. Mediziner gehen jedoch davon aus, dass das Gehirn der Patienten geringfügige Veränderungen aufweist und diese die Symptome der Krankheit wie zum Beispiel das Tagträumen auslösen.

Narkolepesie

Auch die Ursache der Schlafkrankheit Narkolepsie ist noch nicht eindeutig erforscht. Einige Patienten leiden kurz vor dem Einschlafen unter Wachträumen. Möglicherweise wird die Krankheit ebenfalls vererbt.

Folgen

Leidet der Mensch mehrfach pro Woche unter Albträumen, die zu den nichtorganischen Schlafstörungen zählen, wirkt sich dies negativ auf den Schlaf und die Erholung des Körpers aus. In ihren Albträumen erleben die Betroffenen häufig Situationen wie

Auch das Verschwinden oder gar der Tod von nahestehenden Menschen sind keine Seltenheit. Bei vielen Träumenden führen die ständigen Albträume auch in der Realität zu Ängsten. Besonders betroffen von negativen Träumen sind Menschen, die im Realleben unter hohem Leistungsdruck stehen.

Die meisten Experten sind der Meinung, dass wir in unseren Träumen das Unbewusste verarbeiten. Träume gelten auch als Botschaften aus dem Unterbewusstsein. In den meisten Träumen verarbeiten wir Eindrücke des Tages, aber auch Erinnerungen an die Vergangenheit.

Wer tagsüber gestresst ist und abends nicht abschalten kann, läuft Gefahr, immer wieder schlecht zu träumen und von den Alltagsproblemen bis in den Schlaf hinein verfolgt zu werden. Dies kann sich unterschiedlich auf die jeweilige Person auswirken und sich auch unterschiedlich äußern.

Manche Menschen verarbeiten die negativen Ereignisse des Tages, indem sie sich in ihren Träumen immer und immer wieder wiederholen. Andere Menschen träumen von Heckenschützen, Zombies, Naturkatastrophen und ähnlichen beklemmenden Szenarien. Bereits nach einigen Albträumen machen sich Auswirkungen auf die Gesundheit bemerkbar. Man freut sich abends nicht auf das Bett, fürchtet sich vor dem Einschlafen und zögert es hinaus.

Durch das mehrmalige Hochschrecken aus bösen Träumen findet man keine ausreichende Erholung und wird auch tagsüber fahrig und müde. Albträume können zu Konzentrationsstörungen und Gedächtnisschwäche führen.

Betroffene Personen wirken erschöpft und gereizt und werden schnell aggressiv. Durch den Schlafmangel können auch ernsthafte Probleme für die Gesundheit entstehen, deshalb sollte man so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen oder sich zumindest mit den Träumen auseinandersetzen und sie analysieren. Häufig verschwinden Albträume, wenn man die Ursache dafür findet und beseitigt.

Positive Auswirkung von Träumen

Albträume beeinflussen also unsere Gesundheit im negativen Sinn. Wer jedoch vorwiegend positive Träume hat, kann sich jeden Tag aufs Einschlafen freuen und sich im Schlaf so richtig erholen.

Einige Menschen sind in der Lage, ihre eigenen Träume zu steuern. Diese sogenannten Klarträume können dazu genützt werden, verschiedene Dinge (im Traum) auszuprobieren. Sobald man bemerkt, dass man träumt, kann man die Trauminhalte steuern.

Wer in seinen Träumen seine Phantasien ausleben kann, wacht glücklich und zufrieden auf und ist auch erholt. Wichtig ist, dass man sich abends bereits vor dem Zubettgehen entspannt und von seinen Alltagssorgen befreit, dann kann man auch gut träumen.

Wann zum Arzt?

Zu einem Arztbesuch wird geraten, wenn die Selbstbehandlung bei den Träumenden nicht zur Besserung der Situation führt. Als beste Ansprechpartner gelten in solchen Fällen Psychotherapeuten, bei denen eine kognitive Verhaltenstherapie durchgeführt werden kann.

Allerdings gibt es in Deutschland bislang nur sehr wenige Therapeuten, die sich auf die Behandlung von Albträumen spezialisiert haben. Dazu gehören auch einige Unikliniken.

Diagnose

Wer ständig unter belastenden Albträumen leidet, kann sich zunächst an seinen Hausarzt wenden. Bei Bedarf nimmt dieser eine Überweisung an einen Spezialisten vor.

Anamnese und Überweisung

Erster Ansprechpartner bei Albträumen und den damit verbundenen Schlafstörungen ist zumeist der Hausarzt. Dieser führt eine ausführliche Befragung des Patienten durch und erkundigt sich danach, wie lange der Betroffene schon unter diesen Träumen leidet und was in ihnen geschieht.

Falls nötig, erfolgt eine Überweisung an einen Psychotherapeuten oder Schlafmediziner, der über Möglichkeiten für eine genauere Untersuchung verfügt.

Schlaflabor

Mitunter ist auch eine Untersuchung in einem speziellen Schlaflabor möglich. Dort verbringt der Patient ein oder zwei Nächte und wird während des Schlafens mithilfe von angeschlossenen Elektroden untersucht. Dabei gewinnt der Arzt Erkenntnisse über das Schlafverhalten des Patienten.

Behandlung

Bei ADS

Kinder, die unter häufigem Träumen leiden, werden meist von einem Kinderarzt behandelt. Zusammen mit den Eltern oder einer anderen Bezugsperson bespricht der Arzt die vorliegenden Fakten, welche Symptome das Kind aufzeigt und wie lange diese bereits bestehen.

Der Kinderarzt untersucht das Kind und führt einige Tests durch, um zum Beispiel die Aufmerksamkeit des Kindes feststellen zu können. Konnte der Arzt nach seiner Diagnostik die Diagnose "ADS" stellen, so beginnt eine Therapie erst dann, wenn das Kind unter den Symptomen wie zum Beispiel dem Träumen leidet. Der Arzt klärt die Eltern über die Erkrankung auf und auch Kindergarten oder Schule werden darüber unterrichtet.

Sehr bewährt haben sich Sportarten wie zum Beispiel das Reiten, um die Krankheit in den Griff zu bekommen. Einigen Kindern hilft auch eine spezielle Psychotherapie bei einem dafür spezialisierten Therapeuten. Nur selten werden auch Medikamente verordnet.

Bei Narkolepsie

Konnte der Arzt die Diagnose "Narkolepsie" stellen, so gibt es verschiedene Therapieansätze. Der Patient sollte seinen Tagesablauf auf die Krankheit einstellen und regelmäßige Ruhepausen einlegen. Zusätzlich können die Patienten tagsüber auch Medikamente nehmen, um die Schlafphasen zu minimieren.

Selbsttherapie

Das Träumen erfordert normalerweise keine spezielle Behandlung, zumindest nicht, wenn es sich dabei um angenehme Träume handelt. Anders sieht es allerdings aus, wenn die betroffene Person immer wieder unter Albträumen leidet, was in Deutschland bei rund 5 Prozent aller Bundesbürger der Fall ist.

Dabei verlaufen die negativen Träume mitunter derart intensiv, dass die Träumenden von ihnen angsterfüllt und schweißgebadet aufwachen und sich danach ziemlich schlecht fühlen. Ob eine Behandlung von Albträumen auf eigene Faust erfolgt oder man sich dazu Rat bei einem Arzt sucht, bleibt letztlich jedem selbst überlassen.

Ist man gesund und verfügt über eine robuste Psyche, kann durchaus eine Selbstbehandlung stattfinden. Erster Schritt dazu ist das Erzählen des Albtraums. Das heißt, dass der Betroffene seinen Traum schriftlich festhält und sich dann mit ihm ernsthaft auseinandersetzt.

Dann gilt es zu überlegen, auf welche Weise sich der Albtraum entschärfen lässt. Wird die betroffene Person in ihrem Traum beispielsweise von jemandem verfolgt, besteht die Möglichkeit, dass sie sich einfach umdreht und den Verfolger konfrontiert. Dabei ist es wichtig, als Träumender selbst aktiv zu werden und auf diese Weise der Hilflosigkeit entgegenzuwirken.

Der letzte Schritt der Selbstbehandlung besteht in einem Training, in dessen Verlauf sich der Träumende die beschriebene Situation genau vorstellt und einprägt. Dieses Training führt man mindestens zwei Wochen jeden Tag fünf bis zehn Minuten durch.

Vorbeugung

Eine Methode, erschreckenden Albträumen vorzubeugen, ist das Klarträumen, auch luzides Träumen genannt. Bei einem Klartraum ist dem Träumer bewusst, dass er gerade einen Traum hat. Auf diese Weise kann er erkennen, dass es sich um einen Albtraum handelt, was diesem wiederum seinen Schrecken nimmt.

Für luzides Träumen ist ein spezielles Training nötig, bei dem der Betroffene sich zehnmal am Tag fragt, ob er gerade träumt oder sich im Wachzustand befindet. Allerdings ist für diese Vorgehensweise sehr viel Geduld notwendig. So kann die Dauer des Trainings mehrere Monate in Anspruch nehmen.

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