12. September 2009
Augenärzte aus Tübingen stellten bei einer Studie fest, dass Patienten nach einem Schlaganfall durch ein spezielles computergesteuertes Training der Augen sich besser in ihrer Umwelt zurechtfinden. Durch einen Schlaganfall wird bei 40 Prozent der Betroffenen auch das Sehzentrum geschädigt, so dass viele Teile des Gesichtsfeldes ausfallen und sie halbseitig erblinden.
Die Mediziner ließen nun die Patienten ruckartige Bewegungen der Augäpfel ausüben, was man auch als Sakkade bezeichnet. Dadurch mussten die Patienten ihre Aufmerksamkeit auf Dinge lenken, die sie im Prinzip nicht sehen konnten. Bei dem Training am Computer mussten die Teilnehmer kleine Zahlen mit der Maus wegklicken, aber einige Zahlen waren auch in der "blinden" Hälfte angeordnet. Diese konnten aber im Laufe der Zeit durch die ruckartigen Augenbewegungen doch gefunden werden.
Das Training fand fünfmal in der Woche für zweimal 30 Minuten am Tag statt und nach sechs Wochen konnten die Teilnehmer auch mit anderen Menschen Blickkontakt aufnehmen. Die Gehirnschäden lassen sich zwar nicht rückgängig machen, doch verbessert sich das allgemeine Verhalten im täglichen Umfeld, denn viele Patienten übersehen Dinge, so dass sie stolpern oder auch mit anderen zusammenstoßen.
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