28. März 2011
Im Fachjournal "Nature" findet man in der aktuellen Ausgabe einen Artikel, an dem Frank Zufall von der Universität des Saarlandes in Homburg mitgewirkt hat. Es handelt sich um eine Studie, die ein internationales Forscherteam erstellt hat.
Sie berichtet davon, dass sie ein Gen entdeckt hat, das sowohl für den Geruchssinn als auch für das Schmerzempfinden zuständig ist. Menschen, die unter Schmerzunempfindlichkeit leiden können daher zusätzlich auch keine Düfte unterscheiden. Verantwortlich ist bei solchen "Doppelpatienten" ein Defekt des Gens SCN9A.
Man nennt es auch das "Kanal-Gen". Es enthält den Bauplan für ein Protein, das für den Transport von Natrium-Ionen zuständig ist. Wenn dieses Gen defekt ist, wird der Natrium-Kanal nicht in die Zellmebran schmerzempfindlicher Nervenzellen eingebaut und somit können auch keine Schmerzreize an das Gehirn übermittelt werden. Weil es diesen Natrium-Kanal auch in der Nase gibt, können bei einem Gendefekt des "Kanal-Gens" auch keine Duftreize ans Gehirn geleitet werden.
Getestet hat man diese Erkenntnis im Tierversuch mit Mäusen. Außerdem untersuchte man drei menschliche Probanden, die unter Schmerzunempfindlichkeit litten, in Bezug auf ihre Duftwahrnehmung. Es stellte sich heraus, dass keiner der drei auch nur einen einzigen von 40 präsentierten Düften richtig zuordnen konnte.
Die Erkenntnis der Genfunktion von SCN9A wird man in Zukunft zur Herstellung von Schmerzmitteln nutzen können.
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