Schmerzen - Ursachen und Behandlung

Schmerzen können überall am menschlichen Körper auftreten. Sie können das Symptom einer Vielzahl verschiedener Krankheiten sein.

Die Entstehung von Schmerzen und wie man sie behandeln und lindern kann

Ursachen

Schmerzen können zum Beispiel durch eine Verletzung entstehen. Beim Anfassen einer heißen Herdplatte, als Folge eines Autounfalles oder durch Schneiden mit einem Messer können

usw. entstehen.

Erkrankungen

Auch Entzündungen zum Beispiel im Knie oder im Bereich der inneren Organe können die Ursache der Schmerzen sein. Die Entzündungen entstehen durch Krankheitskeime wie Viren oder Bakterien.

Eine bakterielle Entzündung ist zum Beispiel eine Mittelohrentzündung, die mit starken Ohrenschmerzen einhergeht. Eine Bindehautentzündung kann unter anderem durch Viren verursacht werden. Der Patient spürt hier Schmerzen im Bereich des Auges.

Schmerzen können auch durch das vegetative Nervensystem ausgelöst werden. Dazu zählen zum Beispiel Krankheiten wie Multiple Sklerose oder auch ein Schlaganfall (Apoplex).

Häufig sind Schmerzen jedoch auch psychisch bedingt. Die Patienten haben psychische Probleme, welche wiederum die Schmerzen verursachen. So genannte psychosomatische Krankheiten können durch beruflichen oder privaten Stress, durch Mobbing, durch Trauer usw. ausgelöst werden.

Grundsätzlich zeigt der Schmerz dem Körper, dass etwas nicht in Ordnung ist und der Mensch etwas an der Situation ändern muss. Dies gilt zum Beispiel für das Anfassen einer heißen Herdplatte. Die Nervenzellen signalisieren dem Menschen, dass die Herdplatte heiß ist und der Mensch zieht reflexartig die Hand zurück.

Komplikationen

Zu den typischen Komplikationen von Schmerzen gehört der Übergang von akuten Schmerzen zu chronischen Schmerzen. Verschwinden die akuten Schmerzen nach dem Ende ihrer Ursache, wie zum Beispiel einer Verletzung, halten die chronischen Schmerzen dagegen weiterhin an und bilden ein eigenständiges Krankenbild.

Ein weiteres Problem von chronischen Schmerzen ist das Entstehen einer Medikamentenabhängigkeit, da fortwährend Schmerzmittel eingenommen werden. Nicht selten drohen Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, Berufsunfähigkeit und der Gang in die Frührente. Auch psychische Folgeerkrankungen wie Depressionen oder Angstzustände sind im Bereich des Möglichen.

Wann zum Arzt?

Ein Arzt sollte grundsätzlich aufgesucht werden, wenn die Schmerzen sehr stark sind, sie unentwegt anhalten oder ständig zurückkehren. Das Gleiche gilt für das Auftreten von zusätzlichen Beschwerden wie

Diagnose

Im Falle von starken oder chronischen Schmerzen muss stets ein Arzt aufgesucht werden. Um eine Diagnose zu erstellen, sammelt der Mediziner zunächst wichtige Informationen.

Anamnese

Führen die Schmerzen den Patienten zum Arzt, beginnt die Untersuchung mit der Erfassung der Krankengeschichte. Dabei erkundigt sich der behandelnde Mediziner danach,

  • an welcher Stelle und seit wann die Schmerzen auftreten
  • wie stark ihre Intensität ist und
  • ob sie durch bestimmte Faktoren wie Wärme, Kälte, Stress oder Bewegung verschlimmert oder gelindert werden.

Von Interesse sind zudem Informationen über den psychosozialen Status des Patienten. Dazu gehören vor allem die Situation am Arbeitsplatz, das Verhältnis mit dem Partner und der Familie sowie mögliche Konflikte. Ebenfalls wichtig sind eventuelle Vorerkrankungen oder Verletzungen.

Körperliche Untersuchung

Im Anschluss an die Befragung findet eine körperliche Untersuchung statt. Dabei werden die Körperregionen untersucht, an denen die Schmerzen auftreten. Je nach Bedarf kann auch eine

erfolgen. Als hilfreich gelten zudem das Messen der Nervenleitgeschwindigkeit sowie eine Blutabnahme.

Weitere Untersuchungsverfahren

Falls nötig, kommen auch weitere Verfahren zur Anwendung. Dazu gehören

Schmerztagebuch

In manchen Fällen wird der Patient vom Arzt gebeten, ein so genanntes Schmerztagebuch zu führen. Dabei trägt der Betroffene über einen gewissen Zeitraum sämtliche Angaben, die im Zusammenhang mit seinen Beschwerden stehen, ein. Dazu zählen zum Beispiel die Dauer des Schmerzes, die Schmerzintensität sowie das Einnehmen von Schmerzmitteln.

Behandlung

Schmerzmittel

Gegen eine Vielzahl von Schmerzen können Schmerzmittel eingenommen werden. Diese sind teilweise frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich oder werden vom behandelnden Arzt verschrieben.

Meist beheben diese Medikamente jedoch die Ursache der Schmerzen nicht. Hat der Patient eine bakterielle Erkrankung, die die Schmerzen auslöst, so helfen Antibiotika.

Akupunktur

Auch mit Akupunktur können verschiedenartige Schmerzen gelindert oder geheilt werden. Akupunktur wird in mehreren Sitzungen durchgeführt.

Jedes Mal sticht der Arzt hauchdünne Nadeln in bestimmte Punkte auf der Haut. Die Nadeln bewirken, dass die Energie des Körpers wieder im Gleichgewicht ist.

Operationen

Teilweise kann auch eine Operation notwendig werden, um die Schmerzen zu lindern oder zu beheben. Patienten, die unter starken Schmerzen in einem Knie oder im Bereich der Hüfte leiden, benötigen häufig ein künstliches Gelenk, um sich wieder schmerzfrei bewegen zu können.

Diese so genannte TEP (Totalendoprothese) wird während einer Routineoperation implantiert. Nach dem Aufenthalt im Akutkrankenhaus findet eine mehrwöchige Anschlussheilbehandlung statt. Hier lernt der Patient mit der Endoprothese umzugehen und sich richtig zu bewegen.

Physiotherapie

Auch Physiotherapie ist häufig hilfreich zur Behandlung der Schmerzen. Hier kann zum Beispiel eine Massage für Lockerung im Bereich der Muskeln sorgen.

Bei einer falschen Körperhaltung als Ursache der Krankheit kann zum Beispiel die Krankengymnastik helfen. Auch Therapien wie Fango oder Bäder können zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt werden.

Schmerztherapie

Besonders bei Patienten mit chronischen Schmerzen wird häufig auch eine psychotherapeutische Behandlung neben der Schmerzbehandlung durchgeführt. Da diese Patienten auch psychisch stark unter ihren Schmerzen leiden, kann eine umfassende Schmerztherapie helfen, das Leiden der Patienten zu lindern und somit das Leben wieder lebenswert zu machen.

Selbsttherapie

Zu den gängigsten Selbstbehandlungsmaßnahmen gegen Schmerzen gehört die Einnahme von Schmerzmitteln, die zumeist in Tablettenform verabreicht werden, was bei akuten Schmerzen in der Regel auch wirksam ist.

Problematisch wird es allerdings, wenn die Schmerzen einen chronischen Verlauf nehmen, da dies für die betroffenen Personen permanenten Stress bedeutet. Dies wirkt sich wiederum negativ auf die Psyche aus.

Um wirksam gegen dieses Problem anzugehen, wird die Anwendung von Entspannungsmethoden wie

empfohlen. Auf die Weise lässt sich die Wahrnehmung des Schmerzes positiv beeinflussen. Außerdem werden die Selbstheilungskräfte des Organismus stimuliert und die Bewältigung der Schmerzen unterstützt.

Hausmittel

Wer vor der Einnahme von Schmerztabletten zurückschreckt, weil er zu viele Nebenwirkungen befürchtet, kann auch auf einige Hausmittel zurückgreifen. Dazu gehört zum Beispiel das Trinken eines Heiltees. Dieser sollte

enthalten. Weitere mögliche Zutaten sind 15 Gramm Himbeere sowie 10 Gramm Majoran. Von dieser Mischung nimmt man pro Tag mehrere Tassen zu sich. Ebenfalls als schmerzlindernd gilt Weidenrindentee, von dem dreimal täglich eine Tasse eingenommen wird.

Sofern der Magen nicht empfindlich auf Cayenne-Pfeffer reagiert, wird empfohlen, die Mahlzeiten kräftig mit diesem zu würzen. Cayenne-Pfeffer enthält den Stoff Capsaicin, der sich hemmend auf verschiedene Schmerzbotenstoffe auswirkt. Dadurch lässt sich das Weiterleiten der Schmerzsignale vermeiden.

Gegen Kopfschmerzen kann das Auflegen eines Tuchs, das mit frischem Zitronensaft getränkt wird, schmerzlindernd sein. Eine ähnliche Wirkung entfaltet Meerrettich, den man mit Essigwasser anfeuchtet und 10 Minuten lang als Kompresse in den Nacken legt.

Vorbeugung

Als hilfreiche Vorbeugemaßnahmen gegen chronische Schmerzen gelten regelmäßige Bewegung sowie das Ausüben von Entspannungsmethoden. Auf diese Weise wird die Muskulatur gestärkt und das Stressempfinden abgebaut.

Im Falle von Rückenschmerzen gilt das Absolvieren einer Rückenschule als hilfreich. Dabei werden schmerzlindernde Techniken erlernt, die sich auch in das Alltagsleben integrieren lassen.

Quellen:

  • Mark Dennis, William Talbot Bowen, Lucy Cho: Symptome verstehen - Interpretation klinischer Zeichen (KlinikPraxis), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2019, ISBN 3437439804
  • Kurt Tepperwein: Die Botschaft deines Körpers: Die Sprache der Organe, mvg Verlag, 2004, ISBN 9783868822311
  • Kurt Tepperwein: Was Dir Deine Krankheit sagen will: Aktiviere die Heilkraft deiner Seele, mvg Verlag, 2005, ISBN 9783636070968
  • Ruediger Dahlke: Krankheit als Symbol: Ein Handbuch der Psychosomatik. Symptome, Be-Deutung, Einlösung., C. Bertelsmann Verlag, 1996, ISBN 3570122654
  • Ursula Keicher: Kinderkrankheiten: Alles, was wichtig ist, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2016, ISBN 3833844566
  • Jörg Nase, Beate Nase: Kinderkrankheiten: Das Standardwerk für Kinder von 0 bis 16 Jahren, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 9783833829093
  • Arne Schäffler: Gesundheit heute: Krankheit - Diagnose - Therapie: das Handbuch, TRIAS, 2014, ISBN 9783830481164
  • Heiko Gärtner, Tobias Krüger: Krankheiten auf einen Blick erkennen: Antlitz- und Körperdiagnose sowie weitere Techniken, um Menschen ganzheitlich zu erfassen, mvg Verlag, 2013, ISBN 3868824499
  • Jörg Braun, Jörg Braun: Basislehrbuch Innere Medizin: kompakt-greifbar-verständlich, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437411152
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Hans Vogl: Differentialdiagnose der medizinisch-klinischen Symptome. Lexikon der klinischen Krankheitszeichen und Befunde., UTB, 1994, ISBN 3825280667
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, 2019, ISBN 3981466098
  • Edouard Battegay: Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten: Vom Symptom zur Diagnose, Thieme, 2017, ISBN 3133448218
  • Verena Corazza, Renate Daimler, Renate Daimler, Krista Federspiel, Vera Herbst, Kurt Langbein, Hans-Peter Martin, Hans Weiss: Kursbuch Gesundheit: Gesundheit und Wohlbefinden. Symptome und Beschwerden. Krankheiten. Untersuchung und Behandlung, Kiepenheuer&Witsch, 2006, ISBN 3462035932
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008, ISBN 3809423777

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • terrible headache © Renee Jansoa - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema