27. Dezember 2011
Von Cornelia Scherpe
Forscher haben herausgefunden, dass unser Schlafverhalten bereits in der Kindheit entscheidend geprägt werden kann. Häufig entwickeln Kinder mit streitenden Eltern sehr schnell Schlafstörungen und werden diese Probleme auch als Erwachsene nicht mehr so leicht los.
2011 wurden in den USA die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die klar zeigt, wie entscheidend das elterliche Verhalten den Schlaf des Kindes prägt. Die Forscher betreuten insgesamt 350 Familien und analysierten sowohl das Leben der Eltern miteinander, als auch die Reaktion der Kinder auf das intakte oder weniger intakte Familienleben. Es zeigte sich, dass bereits Babys auffällig auf Beziehungsprobleme der Eltern reagierten. Stritten Mutter und Vater oft, zeigen sich ab circa 18 Monaten bei den Kleinen Probleme beim Ein- und Durchschlafen. Kinder aus einer intakten Ehe zeigten deutlich seltener diese Probleme.
Streit ist nie erfreulich, doch besonders Kinder und Jugendliche leiden extrem unter dem Streit der Eltern. Die Eltern erfüllen selbst noch bei Teenagern, die sich das selbst nicht eingestehen würden, eine wichtige Schutzfunktion. Streiten sich die Eltern, fürchten Kinder diesen familiären Schutz zu verlieren und fühlen sich oft wie zwischen den Stühlen. Das führt zu starkem emotionalen Stress, der sich auch auf den Schlaf auswirkt. Da unser Gehirn besonders im Schlaf Erinnerungen und Ereignisse verarbeitet, wird der Elternstreit zum Hauptthema des Hirns.
Es ist leicht gesagt, aber tatsächlich ist es äußerst wichtig, Streit vor dem Kind zu vermeiden. Heben Sie nicht die Stimme gegeneinander, sondern verlagern Sie Diskussionen am besten in die kinderfreie Zeit. Auch dabei sollten die Stimmen nicht gehoben werden, denn Kinder reagieren auf laut streitende Erwachsene sehr sensibel. Ist das Kind bereits größer, kann es helfen, ihm anzukündigen, dass Mama und Papa sich gerade über etwas nicht einig sind und daher nun darüber reden werden. Das hilft dem Kind, die Situation zu verstehen und nimmt ihm die Ungewissheit.
Die Forscher der US-Studie betonen, dass dies im Umkehrschluss aber auf keinen Fall bedeuten muss, dass Schlafstörungen eines Kindes in jedem Fall auf streitende Eltern zurückzuführen sind. Es sollte jedoch nach den Gründen der schlechten Nachtruhe gesucht werden. Anhaltende Schlafstörungen können nämlich auch die Gesundheit gefährden.
Egal worauf die Schlafstörung eines Kindes beruht, sie muss beseitigt werden. Zu wenig Schlaf kann nämlich das Herz und den Kreislauf angreifen und so zur Gesundheitsgefahr werden. Natürlich führt mangelnder Schlaf früher oder später auch zu schlechten Leistungen in der Schule. Unbehandelte Schlafprobleme können Studien zufolge auch schnell zu Verhaltensauffälligkeiten führen und gehen oft Hand in Hand mit Hyperaktivität und unsozialem Verhalten. Scheuen Sie sich daher im Interesse des Kindes nicht, einen Kinderarzt mit dem Problem zu konsultieren.
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