8. November 2008
(RaIA/dgk) Jetzt in der ungemütlichen, trüben, dunklen Jahreszeit möchte man am liebsten nur noch schlafen. Und das wäre gar nicht so schlecht. Denn ohne Schlaf kann kein Lebewesen existieren: Ein Drittel unseres Lebens verschlafen wir – oder sollten es zumindest. Denn diese Zeit braucht der Körper zur Regeneration. Wer ständig zu wenig schläft, gerät in eine Art Dauerstress, altert früher und wird krank. Darauf macht die Zeitschrift "Ratgeber aus Ihrer Apotheke" in ihrer nächsten Ausgabe 12A/2008 aufmerksam.

Gesunder Schlaf ist wichtig
Eine gute Nachtruhe zum Wohle der Gesundheit ist keine Hexerei, so der Ratgeber, der Antworten auf die häufigsten Fragen bereit hält:
Eine gute Nachtruhe ist wie ein Jungbrunnen für Körper und Seele: In dieser Zeit erholen sich Immun- und Nervensystem. Stoffwechselvorgänge laufen auf Hochtouren, und Wachstumshormone werden ausgeschüttet. Neuere Forschungen zeigen, dass wir tagsüber Gelerntes im Schlaf weiter verarbeiten. Gut ausgeschlafen haben wir alle Energiereserven wieder aufgetankt. Ständiger Schlafmangel macht dagegen nicht nur schlapp, antriebslos und anfällig für Erkrankungen. Er macht auch dick! Im Schlaf wird nämlich das Appetit hemmende Hormon Leptin ausgeschüttet, damit der Hunger nicht unsere Nachtruhe stört. Sobald wir wach sind, wird der Leptin-Gegenspieler, das Hormon Ghrelin, aktiv und signalisiert Appetit.
"Das Schlafbedürfnis ist überwiegend angeboren und liegt im Mittel bei 7 bis 8 Stunden", erklärt Dr. Tillmann Müller vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universität Münster. "Es gibt aber auch Kurzschläfer wie Napoleon, der mit vier bis fünf Stunden Schlaf auskam. Umgekehrt gibt es Langschläfer wie Goethe und Einstein, die mehr als zehn Stunden Schlaf brauchten. Statistisch gesehen bedeutet mehr Schlaf nicht unbedingt einen Vorteil: Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Lebenserwartung von Sieben-Stunden-Schläfern am höchsten ist. Sowohl mehr als auch weniger Schlaf verkürzt die Lebenserwartung."
Nein, die Schlafdauer bleibt annähernd gleich. Allerdings tickt die biologische Uhr im Alter anders: Man wird früher müde und wird morgens eher wach. Bereits jenseits des 30. Lebensjahres nimmt die Aufwachhäufigkeit zu, und der Tiefschlafanteil wird langsam weniger. Der Schlaf wird also oberflächlicher und "zerstückelter".
Wenn man sich tagsüber ausreichend erholt und fit fühlt. Dabei ist weniger die Dauer als die Qualität der Schlafs entscheidend. Gerade Langschläfer haben häufig einen immer wieder unterbrochenen Schlaf und sind weniger erholt als jemand, der ruhig und tief nur 5 bis 6 Stunden durchschläft.
Ein "Powernap" um die Mittagszeit von wenigen Minuten Dauer kann die Leistungsfähigkeit und Wachheit in der zweiten Tageshälfte enorm verbessern. Denn innerhalb von 24 Stunden haben wir zwei Leistungstiefs: Eines mitten in der Nacht und eines um die Mittagszeit. Dann ist der Kreislauf instabil, die Konzentration lässt nach. 10 bis 30 Minuten ruhen ist ideal. Länger als eine halbe Stunde sollte das "Nickerchen" aber nicht dauern, weil sonst der Mensch in eine Tiefschlafphase gerät und der Kreislauf in den Keller rutscht. Danach kommt man nur langsam wieder "auf Touren".
Bekannt für ihre entspannenden und schlaffördernden Eigenschaften sind Tees oder pflanzliche Arzneimittel mit Baldrian, Hopfen, Passionsblume und Melisse. Diese natürlichen Schlafmittel wirken beruhigend auf das Nervensystem, lösen Anspannungen und sorgen für innere Ruhe ohne Nebenwirkungen. Weiterer Pluspunkt: Baldrian und Co. werden in der Regel gut vertragen. Die Gefahr einer Abhängigkeit besteht nicht. In der Apotheke kann man geeignete Präparate empfehlen.
Gelegentliche Schlafstörungen gehören zum normalen Leben wie ein Schnupfen. Von einer Schlafstörung spricht man, wenn jemand länger als einen Monat über zu wenig oder kaum erholsamen Schlaf klagt und sich in seiner Leistungsfähigkeit und Stimmung beeinträchtigt fühlt. Unter einer chronischen Schlafstörung leiden immerhin zehn Prozent der Bevölkerung: Bei ihnen dauern die Probleme teilweise schon Jahre an.
Bei andauernden Schlafproblemen muss der Hausarzt abklären, ob eine körperliche Ursache wie zum Beispiel eine Erkrankung der Schilddrüse oder eine andere Beeinträchtigung vorliegt.
Quelle: "Ratgeber aus Ihrer Apotheke", Ausgabe 12A/2008
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