19. März 2011
Rücken- und Kreuzschmerzen gehören zu den klassischen Zivilisationskrankheiten, von denen nahezu jeder Mensch in der westlichen Welt im Laufe seines Lebens einmal betroffen ist. Doch welche Ursachen stecken tatsächlich hinter dem Schmerzgefühl?
So häufig sie auch vorkommen, so selten kann eine singuläre Ursache für Rückenschmerzen festgestellt werden. Inzwischen gelten die Schmerzen zwischem Nacken und Lendenwirbelsäule eher als Symptom bzw. Symptomkomplex als als eigenständige Erkrankung. Nur selten sind klar diagnostizierbare orthopädische Schäden, wie etwa an den Bandscheiben, der Auslöser.
In den meisten Fällen sind schmerzhafte Verspannungen der Rückenmuskulatur vorhanden, vermehrt im Bereich der Schultern oder der Lendenwirbelsäule kurz über dem Becken. Oft werden die Grundsteine dafür bereits im Jugendalter durch einen Bewegungsmangel bzw. eine nicht ausreichende Stärkung der Stützmuskulatur gelegt. Später kommen häufiges Sitzen am Schreibtisch und langfristige Fehlbelastungen dazu. Doch auch die psychosomatische Komponente sollte im Zusammenhang mit Rückenschmerzen nicht unterschützt werden.
Der seelische Zustand hat auch aus medizinischer Sicht unzweifelhaft eine direkte Wirkung auf den Körper. Besonders Belastungen im psychosozialen Umfeld, sehr stressgeladene Berufe oder einschneidende Schicksalsschläge können im wahrsten Sinne des Wortes auf den Rücken drücken. Das bedeutet keineswegs, dass diese Auslöser weniger ernst zu nehmen sind als körperliche. Im Gegenteil: Oft sucht sich der Körper ein Ventil, um die Notbremse zu ziehen und den Betroffenen zu einer Pause zu zwingen, die er psychisch schon lange nötig hat.
Das bedeutet für den Schmerzpatienten aber auch, dass er nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der seelischen Ebene Ursachenforschung betreiben und an eventuellen Auslösern arbeiten muss. Häufig ist es auch so, dass gerade psychische Faktoren wie die Angst vor einer Verschlimmerung der Schmerzen die Betroffenen noch weiter verspannt oder dazu führt, dass sie schädliche Schonhaltungen einnehmen.
Auf der körperlichen Ebene sind sich Orthopäden, Physiotherapeuten und Neurologen einig, dass Bettruhe bei akuten Schmerzen eine kontraproduktive Empfehlung ist. Viel mehr sollten sportliche Aktivitäten und Bewegung im Alltag aufrecht erhalten werden, um die Muskulatur zu stärken. Zusätzlich helfen neben schmerzlindernden Medikamenten professionelle Massagen und Entspannungsübungen. Auch mit Methoden aus der Traditionellen Chinesischer Medizin (TCM), wie der Akupunktur, konnten schon viele zufriedenstellende Erfolge erzielt werden.
Um Schmerzen in Kreuz und Rücken wirksam vorzubeugen, ist eine Kombination aus Aktivität, Anregung und Entspannung anzuraten. Das gilt sowohl für die körperliche als auch für die psychische Ebene. Viele Sportarten stärken nicht nur den Rücken, sondern auch das Selbstbewusstsein und bauen Stress ab, wie zum Beispiel Qi Gong, Yoga oder diverse Ausdauersportarten.
Wer im Alltag viel sitzt, sollte auf ausreichende Ergonomie an seinem Sitzplatz sorgen, zum Beispiel durch bewegungsfreundliche Büromöbel. Zwischendurch ist es empfehlenswert, immer wieder aufzustehen und kleinere Gänge zu erledigen. Übergewicht sowie eine allgemein ungesunde Lebensweise schaden dem Rücken ebenfalls.
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