13. Januar 2010
Unter einer Nykturie versteht man krankhaftes Wasserlassen in der Nacht. Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung.
Patienten, die nachts mehrmals auf die Toilette müssen, leiden unter einer Nykturie. Wenn abends viel getrunken wird, ist es normal, dass man nachts zum Wasserlassen zur Toilette muss. Muss ein Patient jedoch regelmäßig unabhängig von der Trinkmenge nachts zur Toilette, so kann diese Nykturie auch das Symptom einer Krankheit sein. Der Arzt spricht bereits bei zweimaligem nächtlichem Wasserlassen von einer Nykturie.
Patienten mit einer Nykturie haben nicht zwingend Kontinenzprobleme. Sie werden durch den starken Harndrang wach, gehen zur Toilette und schlafen anschließend weiter, ohne dabei unkontrolliert Urin zu verlieren.
Menschen, die regelmäßig nachts zur Toilette müssen, leiden demzufolge tagsüber unter großer Müdigkeit. Die Nykturie führt dazu, dass die Patienten nicht mehr durchschlafen können.
Neben dem nächtlichen Wasserlassen bemerken die Patienten zusätzlich – je nach Grunderkrankung - auch tagsüber einen vermehrten Harndrang. Die Patienten sind sehr durstig, haben geschwollene Beine, Schmerzen beim Wasserlassen und leiden unter einem unerklärlichen Gewichtsverlust. Männer können zusätzlich zur Nykturie beim Wasserlassen auch einen zu dünnen Urinstrahl bemerken.
Tritt das Wasserlassen nur auf, wenn der Patient am Abend zuvor außergewöhnlich viel getrunken hat, so muss keine Behandlung erfolgen. Auch wenn man regelmäßig einmal nachts aufsteht und zur Toilette geht, ist dies noch nicht behandlungsbedürftig. Wen das nächtliche Wasserlassen stört, der sollte sein Trinken mehr auf den Tag verteilen und abends weniger trinken. Die Trinkmenge sollte jedoch keinesfalls reduziert werden.
Leidet der Patient jedoch unter dem nächtlichen Wasserlassen, so sollte dies von einem Arzt abgeklärt werden. Der Arzt befragt seinen Patienten, wie oft er nachts Wasserlassen muss, ob zusätzliche Beschwerden bestehen und wie lange der Patient bereits unter der Nykturie leidet.
Die Diagnose stellt der Arzt, wenn der Patient berichtet, wie oft er nachts zur Toilette muss. Der Arzt muss jedoch die Ursache der Nykturie herausfinden, um diese behandeln zu können. Dazu führt er eine körperliche Untersuchung durch und untersucht den Urin des Patienten. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung wird bei männlichen Patienten auch eine Tastuntersuchung der Prostata durchgeführt. Bei allen Patienten führt der Arzt auch eine Ultraschalluntersuchung durch, bei der die Organe wie zum Beispiel die Nieren und die Harnblase untersucht werden. Auch eine Blutabnahme erfolgt. Je nach Befund kann auch eine Blasenspiegelung durchgeführt werden.
Vielen Patienten hilft ein gezieltes Blasentraining. Während dieses Trainings sollte der Patient nicht immer sofort zur Toilette gehen, wenn er einen Harndrang verspürt. Mit der Zeit fasst die Blase immer mehr Urin und der Patient muss folglich auch nachts nicht mehr oder nur noch selten auf die Toilette.
Wenn ein Mann unter einer Nykturie leidet, liegt diesem Symptom häufig eine Prostataerkrankung zugrunde. Je nach Art der Krankheit kann der Arzt Medikamente verordnen. Befindet sich in der Prostata ein Tumor, so muss dieser meist operativ entfernt werden. Um das Operationsergebnis zu sichern, wird anschließend häufig noch eine Chemo- oder Strahlentherapie durchgeführt.
Patientinnen, die unter dem nächtlichen Harndrang leiden, können sich von ihrem Frauenarzt Präparate mit weiblichen Hormonen verschreiben lassen, sofern im Körper ein Mangel an Östrogenen besteht.
Auch Herzerkrankungen können der Nykturie zugrunde liegen. Je nach Art der Krankheit können Medikamente helfen oder es kann auch eine Operation notwendig werden.
Frauen, die nach einer Entbindung unter vermehrtem Harndrang leiden und diesen auch nicht mehr kontrollieren können, sollten unbedingt an den Rückbildungskursen teilnehmen, die von den Hebammen angeboten werden. Hier lernen die Frauen Übungen zur Stärkung des Beckenbodens, so dass auch die Nykturie wieder verschwindet.
Ergibt sich bei der Blutuntersuchung eine erhöhte Glucosekonzentration im Blut, so spricht dies für eine Zuckerkrankheit. Je nach Höhe des Zuckerwertes muss der Patient Tabletten einnehmen oder Insulin spritzen, um die Blutwerte zu normalisieren und schwere Folgeschäden zu vermeiden.
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