Fördert eine Hörminderung in jungen Jahren eine Demenz?

Forscher fanden zufällig heraus, dass sich die Hirnaktivität durch Hörschäden verändert

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  • von Paradisi-Redaktion
Grafische Darstellung des Hörens, blaue und rote Wellen gehen ins Ohr eines grauen Modellkopfes

Ist die Umgebung beständig zu laut, etwa durch übermäßiges Musikhören mittels Kopfhörern, kann das bereits in jungen Jahren zu einer Hörverminderung führen. Im Regelfall stört das den Alltag der Betroffenen kaum und das schlechtere Hörvermögen wird maximal bei einem Gesundheitscheck vom HNO-Arzt festgestellt. Doch ein früher Hörverlust, und sei es auch nur von einigen Frequenzen, hat Folgen für das Gehirn.

Zufallsfund in Studie

Eine aktuelle Studie untersuchte 35 Teilnehmer zwischen 18 und maximal 41 Jahren. Eigentlich wollten die Forscher herausfinden, wie das Gehirn auf unterschiedlich komplexe Sätze reagiert. Dafür lagen die Probanden in einem fMRT und die Hirnaktivität wurde live aufgenommen. Dabei zeigte sich als Zufallsbefund, dass einige der jungen Teilnehmer bereits minimale Hörschäden hatten. Diese waren noch so subtil, dass sie den Alltag der Betroffenen nicht störten. Im fMRT konnte man jedoch sehen, dass die Hirnaktivität dieser Menschen sich von der anderer Teilnehmer deutlich unterschied. Bei allen mit normalem Hörvermögen wurden die abgespielten Sätze nur in der linken Hirnhälfte verarbeitet. Eine Hörminderung hingegen hatte bewirkt, dass beide Hemisphären genutzt wurden, um die Informationen zu verarbeiten. Das Gehirn der Betroffen hatte auf das schlechtere Hören reagiert und nutzte nun beide Hälften, um einen Ausgleich zu ermöglichen.

Veränderte Hirnaktivität könnte Demenz begünstigen

Diese Form der Hirnaktivität beim Hören kennt die Forschung bislang nur von älteren Menschen. Das Kompensieren der Hörminderung ist an sich noch kein Problem, doch es lässt zumindest die Frage aufkommen, ob ein früher Hörverlust das Risiko für Demenz erhöht. Die veränderten Hirnmuster könnten die Entstehung begünstigen.

Während die Forschung in diese Richtung nun ausgedehnt werden soll, raten die Wissenschaftler allen jüngeren Menschen, noch besser auf den Erhalt eines gesunden Gehörs zu achten.

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