9. September 2010
Unter einem Hexenschuss versteht man plötzlich einsetzende Rückenschmerzen. Die Schmerzen werden durch eine Schmerztherapie gelindert.
Hexenschuss ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Rückenschmerzen, die ganz plötzlich auftreten. Die teils massiven Rückenschmerzen treten in der Regel nach einer ganz alltäglichen Bewegung auf, wie z.B. beim Bücken in Richtung Boden. Meist bemerken die Patienten noch während der Bewegung den Schmerz, teilweise tritt er jedoch auch erst nach kurzer Zeit auf. Die Schmerzen treten meist im unteren Bereich der Wirbelsäule, im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Die Muskeln des Rückens ziehen sich krampfartig zusammen und verursachen zusätzliche Schmerzen. Länger andauernde Schmerzen können auch in die Beine ausstrahlen.
Im ersten Moment können sich die Patienten kaum bewegen, und müssen daher in der Regel durch Angehörige zum Arzt gebracht werden. Der behandelnde Arzt muss Erkrankungen wie z.B. einen Bandscheibenvorfall ausschließen können. Dazu fragt er den Patienten, wie der Schmerz entstanden ist und ob der Patient Probleme mit der Blasen- oder Darmfunktion hat. Der Arzt tastet jeden Wirbel am Rücken ab. Teilweise ist auch eine Röntgenaufnahme notwendig, bis der Arzt die Diagnose stellen kann.
Wichtiger Teil der Therapie eines Hexenschusses ist die Schmerztherapie. Diese behebt jedoch die Ursache nicht sondern nimmt dem Patienten "nur" die Schmerzen. Neben der Schmerztherapie muss daher auch eine Behandlung erfolgen, die die Ursache des Hexenschusses behebt. Sind z.B. Wirbel am Rücken blockiert, so erhält der Patient eine ärztliche Verordnung für manuelle Therapie. Diese wird teilweise von den Ärzten selbst, teilweise jedoch auch von speziell ausgebildeten Physiotherapeuten durchgeführt. Der Physiotherapeut renkt dabei die blockierten Wirbel vorsichtig wieder ein.
Die meisten Patienten empfinden es als entspannend, wenn sie ruhig im Bett oder auf der Couch liegen können. Der schmerzende Rücken sollte zusätzlich warmgehalten werden. Dies kann z.B. durch eine Wärmflasche oder eine Rotlichtlampe geschehen. Die Apotheken verkaufen auch spezielle Wärmepflaster, die auf die schmerzende Stelle geklebt werden können. Einige Patienten empfinden jedoch eine Kühlung als wesentlich angenehmer. In diesem Fall sollten Kältebeutel oder ein Kühlgel aufgelegt bzw. aufgetragen werden. Sofern sich die Patienten wieder einigermaßen bewegen können, hilft vielen Patienten auch ein warmes Vollbad zur Entspannung der Muskeln.
Im Rahmen der Schmerztherapie spritzt der Arzt dem Patienten ein schmerzlinderndes und/oder muskelentspannendes Medikament direkt in die schmerzende Stelle oder in einen Muskel im Oberarm. Die Schmerzmittel können auch durch eine Infusion in die Vene des Patienten verabreicht werden. Meist erhält der Patient auch zusätzlich Medikamente in Tablettenform.
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