Erythema exsudativum multiforme

Hautausschnitt mit Ausschlag, Allergie

Herpes gilt als häufigster Auslöser dieser Hautkrankheit

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  • von Paradisi-Redaktion

Bei einem Erythema exsudativum multiforme kommt es zu einer Entzündung von Haut und Schleimhaut. In den meisten Fällen zeigt sich die Hauterkrankung kurz nach einer Infektion.

Zu den entzündlichen Hautkrankheiten zählt Erythema exsudativum multiforme (EEM), das auch als Schreibenrose oder Kokarden-Erythem bekannt ist. Dabei zeigen sich auf der Haut zwei oder drei ringförmige Rötungen, aus denen sich Blasen bilden können. Neben der Haut wird oft auch die Schleimhaut in Mitleidenschaft gezogen.

Ursachen

Für den Ausbruch von Erythema exsudativum multiforme kommen mehrere Ursachen infrage. In den meisten Fällen beginnt die Hauterkrankung etwa ein oder zwei Wochen nach einer Herpesinfektion, was auf eine immunologische Reaktion schließen lässt.

Aber auch bakterielle Infektionen oder die Einnahme bestimmter Medikamente wie Sulfonamide, Hydantoin oder Pyrazolone gelten als Auslöser von EEM. In seltenen Fällen ist die Hautkrankheit auch die Folge eines malignen Tumors.

Alle diese Auslöser haben gemeinsam, dass sie eine Antikörperreaktion nach sich ziehen. Diese führt in den Blutgefäßen der Haut zur Bildung von Klumpen, wodurch das Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird. Häufig kommt es bei Erythema exsudativum multiforme zu Rückfällen.

Symptome

Zum typischen Beschwerdebild von Erythema exsudativum multiforme gehört die Entstehung von runden roten Hautflecken, die man als Kokarden bezeichnet. So treten in den Ringen wie bei einer Schießscheibe hellere und dunklere Abschnitte auf.

Im Zentrum der Kokarde zeigt sich eine Blase. Besonders stark vertreten sind die Kokarden am Endbereich der Gliedmaßen. Bei EEM ist auch ein Befall der Schleimhäute möglich. Besonders betroffen sind

Häufig treten auch narbige Veränderungen an den Schleimhäuten auf. Diese lösen mitunter Gewebeverklebungen aus. Außerdem besteht die Gefahr, dass es an offenen Bereichen zu einer Infektion kommt.

Formen

Bei Erythema exsudativum multiforme gilt es, zwischen zwei unterschiedlichen Formen zu unterscheiden. Dabei handelt es sich um Erythema multiforme minor und Erythema multiforme major.

  • Bei der Minor-Form kommt es nur zu verhältnismäßig geringen Beschwerden, die sich am Unterarm oder am Handrücken zeigen.
  • Dagegen sind die Symptome bei Erythema multiforme major deutlich ausgeprägter. So werden dabei auch die Schleimhäute beeinträchtigt. Als Auslöser dieser Form gelten Herpes-Viren oder die Einnahme bestimmter Medikamente.

Diagnose

Diagnostizieren lässt sich Erythema exsudativum multiforme vom Arzt zumeist schon anhand der typischen Symptome. So kann EEM durch die Kokarden recht gut von anderen Hauterkrankungen differenziert werden. Kommt es zu einer Verklebung an den Augen, ist auch eine augenärztliche Behandlung nötig.

Behandlung

Zur Therapie von Erythema exsudativum multiforme erhält der Patient Kortison, das er oral einnimmt. Ist auch die Mundschleimhaut betroffen, müssen Mundspülungen mit Dexpanthenol oder Kamille erfolgen.

Zur Behandlung der befallenen Hautstellen kommt eine Zinksalbe zur Anwendung. Als lindernd gilt zudem das Anlegen von Kühlpads oder kühlenden feuchten Wickeln. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln kann hilfreich sein.

Um einer bakteriellen Infektion entgegenzuwirken oder vorzubeugen, erhält der Patient mitunter auch Antibiotika. Während die Erythema multiforme minor meist problemlos abheilt, können bei der Major-Form Verklebungen und Narben an den Schleimhäuten zurückbleiben.

Verschiedene Formen von Hautveränderungen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: An allergic reaction causeing a severe case of hives. © Rob Byron - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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