Halsschmerzen Forum
Gurgeln - aber richtig!
Wie werde ich meine Erkältung los? Dazu hole ich mal etwas aus. Ich hoffe, Ihr verzeiht mir die Länge:
Heiligabend 2009, 7.00 Uhr. Ich wache auf, und mein erster Gedanke ist: O wie schön! Ein deutliches Kratzen im Hals ist zu verspüren. Vier Predigten habe ich als Pastor heute zu halten. Früher hätte ich mit Bangen gedacht: Sch....eibenkleister! Wie soll ich das überstehen! Denn das Kratzen sagt mir untrüglich: Da ist was im Gange, und zwar dermaßen fies, dass ich spätestens heute Nacht bei der dritten Predigt absolut keine Stimme mehr haben werde. Daran wird auch die schnell provisorisch installierte mobile Lautsprecheranlage nichts ändern, die ich normalerweise in meinen beiden Dorfkirchen nicht brauche. Dazu kommen dann die fiesen Schmerzen beim Schlucken, dann ein paar Tage später der quälende Husten, die laufende Nase usw. Das ganz normale unabänderliche Programm. So habe ich früher gedacht.
Heute ist es für mich nicht mehr unabänderlich. Heute denke ich ganz kriegerisch: Kampf aufgenommen, Kampf durchgeführt, Gegner besiegt. Und ich kriege den Bazillenherd besiegt!. Diese Grundsicherheit habe ich mittlerweile.
Bereits 3 nach 7 stehe ich im Badezimmer und träufel mir 6 Tropfen Mallebrin in einen Zahnputzbecher und fülle ihn mir zur Hälfte mit warmem Wasser auf und die erste Gurgelportion landet in meinem Mund. Und das ist wichtig: Sofort handeln! Nicht erst warten, bis ich aufgestanden bin, womöglich noch, bis ich gefrühstückt habe, denn: ‚Ich will mir ja das schöne Frühstück nicht verderben.‘ Nein: sofort ran an den Feind! Und wenn es mitten in der Nacht um 4 ist, dass ich mit Kratzen aufwache. Um so eher, um so besser die Chance, dass ich es besiegt bekomme, und um so kürzer die unangenehme Behandlung.
Ich nehme nun also meine erste Gurgelportion in den Mund. Aber nun nicht gurgeln und gleich wieder ausspucken. Nein, ich gehe damit erst einmal wieder ins Bett und gurgel immer wieder. Gerade beim Liegen auf dem Rücken dringt das Zeug richtig schön tief hinten rein in die Mandelgegend. Und das ist wichtig, denn bei einem zu oberflächlichen Gurgeln kommt die erwünschte Wirkung nicht zustande. Das muss auch der Grund gewesen sein, weshalb die Tester von Stiftung Warentest das Mittel vor Jahren als wenig geeignet eingestuft haben: Sie haben wohl zu oberflächlich gegurgelt. Mittlerweile halten sie es nicht einmal mehr für nötig, Mallebrin in dem 719 Seiten Schinken ‚Rezeptfreie Medikamente, 2009‘ überhaupt aufzuführen. Schade. Aber auch die Tester sollten wissen: Richtig gurgeln will gelernt sein. Das gleiche gilt für die Tester der Ökotest, die es 2001 als ungenügend bewerteten und 2009 gar nicht mehr mittesteten. Die Gebrauchsanweisung empfiehlt übrigens auch, 2 bis 3 mal am Tag zu gurgeln. Viel zu wenig, wenn es helfen soll!
Zurück zu mir. Denn ich genieße noch ein paar Minuten in meinem warmen Bett und gurgel immer wieder vor mich hin. Wobei: Bei dem, was ich da in meinem Mund habe, kann man eigentlich weniger von genießen sprechen. Denn es ist eher ekelig, dieses taube Gefühl, das von meinem Mundraum schon sehr schnell Besitz ergriffen hat. Aber nach vielen Jahren erfolgreichem Mallebrineinsatz habe ich mich daran gewöhnt. Und vor allem: Ich weiß, wofür ich es mache. Und dafür lohnt sich sogar diese Tortur. Wobei: Früher war es mir noch mehr eine Tortur, denn da habe ich mich an die Angabe gehalten, die Mallebrin in seiner Gebrauchsanweisung macht, nämlich 15 bis 20 Tropfen auf einen 150 ml Becher Wasser. Das halte ich für viel zu viel und das kann es einem wirklich vergällen. Ich mache mir lieber eine sanftere Mischung und dafür behalte ich es länger im Mund. Nach 20 Minuten Gurgeln stehe ich auf und bringe das Gurgelgut zum Klo. Früher habe ich es im Waschbecken entsorgt, aber es ist ekelig, wenn ich es dann nicht gleich gehörig sauber mache, denn die weißen Flocken kleben sehr hartnäckig am Porzellan. Ja, weiße Flocken haben sich mittlerweile in meinem Mundraum gebildet, die ich mit dem Gurgelgut ausspucke. Der Bakterien- bzw. Virenherd bei den Mandeln ist nun also gebunden worden und der Schleim bekommt eine feste Konsistenz, die ich nun hinaus befördere. Das heißt: Ich habe mir das Kratzen nicht nur eingebildet, sondern da war tatsächlich was am Blühen.
Nun ist es doch an der Zeit, aufzustehen und zu frühstücken, wobei die ersten Schlucke Kaffee nicht besonders schmecken, aber das vergeht schnell und ich kann den Rest des Frühstücks genießen. Nach dem Frühstück heißt es gleich wieder: Gurgelschluck in den Mund und ihn 20 Minuten im Mund behalten und immer wieder gurgeln. Danach spüre ich schon fast gar nichts mehr von einem Kratzen. O wie schön! Ich habe den Feind besiegt und ich kann das eklige Zeug erst mal wieder in den Badezimmerschrank verbannen! Aber nichts da: Das wäre der größte Fehler! Denn auch wenn ich nichts mehr spüre: Besiegt ist da noch lange nichts! Da schlummert immer noch was in den Tiefen der Mandeln! Am besten, ich stelle mir jetzt einen Kurzzeitwecker, der mich in einer Stunde daran erinnert, wieder eine Gurgelportion in den Mund zu nehmen. Denn von alleine vergesse ich es all zu leicht und all zu gern! Denn wer nimmt dieses Zeug schon freiwillig und ohne Druck! Solange echtes Halskratzen oder sogar Schmerzen da sind, ist der Druck groß genug, sich zu überwinden, aber wenn man gar nichts mehr spürt? Aber das wäre nur eine trügerische Sicherheit. Denn mit Sicherheit kommt es wieder und dann geballt.
Also: eine Stunde später wieder ran. Denn ich weiß ja, was ich will: Erstens: meine Stimme behalten und zweitens: Nicht die ganzen unangenehmen Folgeerscheinungen einer deftigen Erkältung. Auch ein viertes und fünftes Mal werde ich gurgeln, wobei die Abstände nun größer werden dürfen. Denn ich will auch wirklich auf Nummer sicher gehen - solange, bis sich keine weißen Flocken mehr bilden. Und dann geht es auch langsam los zu meinem ersten Gottesdiensteinsatz und ich bin heilfroh, dass es dieses blaue Ekelzeugs gibt.
Übrigens: Wenn ich mal unterwegs bin und nicht gurgeln kann, habe ich immer die Mallbrin-Lutschtabletten dabei, die es auch gibt. Sie sind zwar nicht so gut, wie das Gurgeln, aber für eine Überbrückungszeit auch ganz gut. Neu ist von der gleichen Firma die Gurgellösung Gargarisma mit dem gleichen Wirkstoff, aber anscheinend mit Süßstoff versetzt. Mir schmeckt es nicht besser und das taube Gefühl ist genauso. Aber das ist Geschmackssache. Es ist jedoch deutlich teurer, weil es längst nicht so stark konzentriert ist. Dafür ist es nicht blau, sondern durchsichtig.
Und zu guter Letzt noch ein Übrigens: Ich habe mit Mallebrin auch gegurgelt, als die Erkältung schon voll im Gange war, und auch da habe ich eine deutliche Abkürzung des Krankheitsverlaufs gespürt. Also: Nie denken, nun hat es doch keinen Zweck mehr. Gerade, wenn man richtige Halsschmerzen hat, ist das Gurgeln auch durchaus nicht ganz schmerzfrei. Aber da muss man dann durch. Und man freut sich dann, wenn einem wenigstens Schnupfen und Husten erspart bleibt.
Es tut mir natürlich leid um die Pharmafirmen, die unendlich viele Erkältungsmittel auf den Markt werfen und an mir keinen Cent verdienen, aber mehr als Mallebrin brauche ich nun mal nicht. Auch Krewel-Meuselbach bringt noch andere Erkältungsmittel heraus. Ob das der Grund ist, dass sie Mallebrin nicht besser vermarkten? Fast denke ich es. Denn man stelle sich nur einmal vor, alle Welt besiegt plötzlich gurgelnder Weise seine Erkältungen. Was würde da für ein Markt zusammenbrechen! Fast so schlimm, wie das Rauchverbot für die Zigarettenindustrie!
Und was mögliche Nebenwirkungen angeht: Die sind schlichtweg nicht bekannt.
Folgen Sie uns