Gewichtsverlust - Ursachen und Behandlung

Ein plötzlicher Gewichtsverlust kann das Symptom einer lebensgefährlichen Krankheit sein. Eine ärztliche Abklärung sollte daher umgehend erfolgen.

Die Entstehung von Gewichtsverlust und wie man ihn behandeln und ihm vorbeugen kann

Ursachen

Harmlose Ursachen von Gewichtsverlust sind zum Beispiel eine Diät oder auch vermehrte Bewegung. Menschen, die sich in einer äußerst stressigen Phase befinden, nehmen meist auch an Gewicht ab.

Erkrankungen

Patienten mit psychischen Krankheiten wie zum Beispiel der Magersucht hungern sich förmlich zu Tode, wenn nicht vorher eingegriffen wird.

Wurmerkrankungen äußern sich durch starken Durchfall, der wiederum zu Gewichtsverlust führt. Der Mensch kann sich mit Würmern infizieren, in dem er mit Würmern befallene Lebensmittel zu sich nimmt. Dazu gehört zum Beispiel ungewaschener Salat oder Beeren, die mit Würmern infiziert sind.

In einigen Fällen ist jedoch auch eine Krebserkrankung die Ursache für den Gewichtsverlust. Der bösartige Tumor wächst im Körper des Menschen und entzieht ihm dabei wichtige Nährstoffe.

Schilddrüsenerkrankungen wie zum Beispiel die Schilddrüsenüberfunktion führen ebenfalls zu Gewichtsverlust. Weitere Krankheiten, die zu Gewichtsverlust führen, sind zum Beispiel

Folgen

Hält der Gewichtsverlust unvermindert an, kann dies lebensgefährliche Auswirkungen auf den Körper haben. Dies gilt vor allem bei Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie. Dabei wird mitunter derart extrem gehungert, dass es zu einer dramatischen Gewichtsabnahme und den entsprechenden gesundheitlichen Folgen kommt.

Nicht selten geht ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust mit einer gefährlichen Erkrankung einher. Dabei kann es sich neben den bereits erwähnten Krankheiten um

  • Diabetes insipidus
  • eine Niereninsuffizienz oder
  • eine Leberzirrhose

handeln.

Wann zum Arzt?

Kommt es zu einer unerklärlichen Abnahme von Gewicht und Appetitlosigkeit, die länger anhält, muss unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Dies sollte auch dann erfolgen, wenn man unter weiteren Beschwerden wie Verdauungsproblemen, Abgeschlagenheit oder Schmerzen leidet.

Diagnose

Im Falle eines ungeklärten Gewichtsverlustes gilt es, dessen Ursachen von einem Arzt feststellen zu lassen. Dieser befasst sich zunächst mit der Krankengeschichte des Patienten.

Anamnese

Zu Beginn der Untersuchung nimmt der Arzt eine Befragung des Patienten vor. So möchte er über die auftretenden Beschwerden und eventuelle Vorerkrankungen Bescheid wissen.

Eine wichtige Rolle spielen zudem Essstörungen und psychische Erkrankungen, da diese der Auslöser für die Gewichtsabnahme sein können. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Patient bestimmte Arzneimittel zu sich nimmt, die eine Gewichtsreduktion nach sich ziehen.

Körperliche Untersuchung und Laboruntersuchungen

Im Anschluss an die Erstellung der Krankengeschichte erfolgen eine körperliche Untersuchung, bei der man auch das aktuelle Gewicht des Patienten überprüft, sowie Laboruntersuchungen wie eine Blutuntersuchung. Darüber hinaus lassen sich die Hormone der Schilddrüse bestimmen.

Weiterhin werden Blutdruck und Puls gemessen. Um eine eventuelle Wurminfektion nachzuweisen, lässt sich eine Stuhlprobe entnehmen. Außerdem wird ermittelt, ob Blut im Stuhl vorhanden ist.

Weiterführende Untersuchungen

Je nachdem, was der Befund der ersten Untersuchungen ergibt, stehen weitere Diagnoseverfahren zur Verfügung. Dazu gehören

Mithilfe dieser Verfahren lässt sich die mögliche Ursache entweder finden oder ausschließen. Stellt sich bei der Diagnostik eine bestimmte Erkrankung wie eine Darmkrankheit, Diabetes mellitus oder Krebs heraus, müssen weitere Untersuchungsverfahren durchgeführt werden.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache eines Gewichtsverlusts.

Bei Krebserkrankungen

Ergibt sich aus den Untersuchungen zum Beispiel eine Krebserkrankung, muss meistens eine Operation erfolgen. Der bösartige Tumor wird dann - soweit dies möglich ist - operativ entfernt.

Anschließend erhalten die Patienten meistens eine Strahlen- und/oder Chemotherapie. Diese bewirkt zum einen ein Schrumpfen des Tumors und/oder soll den Operationserfolg sichern, so dass der Tumor nicht erneut weiter wächst.

Bei einer psychischen Erkrankung

Patienten, die aufgrund einer psychischen Erkrankung das Essen verweigern, müssen im Rahmen einer Therapie wieder lernen, normal zu essen und sich ausreichend zu bewegen. Dies geschieht meist im Rahmen einer langfristigen stationären Behandlung in einer entsprechenden Fachklinik.

Zur Behandlung einiger Krankheiten können auch Medikamente verabreicht werden, die zum Beispiel den Hormonhaushalt der Schilddrüse wieder ausgleichen können.

Hat ein Patient starke Durchfälle, wird der Arzt den Stuhlgang untersuchen. Sind im Stuhl Würmer enthalten, verordnet der Arzt ein spezielles Wurmmittel, das der Patient einnehmen muss.

Selbsttherapie

Hat der Gewichtsverlust harmlose Ursachen wie mangelnden Appetit, ist auch eine Selbstbehandlung möglich. Dazu gehört unter anderem reichlich Bewegung an der frischen Luft, denn Bewegung gilt als appetitanregend.

Wichtig ist zudem das Einhalten von regelmäßigen Essenszeiten. So meldet sich der Körper früher oder später, wenn diese festen Zeiten nicht eingehalten werden.

Beim Essen sollte auch an das Ambiente gedacht werden. Zum Beispiel sorgen liebevolle Zubereitung und eine behagliche Umgebung für mehr Esslust. Auch eine gute Würzung der Mahlzeiten ist hilfreich.

Wer dazu die Gelegenheit hat, sollte zusammen mit anderen Menschen essen. So bleibt man länger am Tisch sitzen und verzehrt auch mehr, wenn man nicht alleine isst.

Da sich oftmals zu großer Stress als Appetitkiller erweist, wird Stressabbau durch die konsequente Anwendung von Entspannungsmethoden empfohlen. Gut bewährt haben sich dabei

Hausmittel

Um den Appetit anzuregen und gleichzeitig die Verdauung zu fördern, ist es ratsam, den Tag über Ingwerwasser zu sich zu nehmen. Zu diesem Zweck werden einige Ingwerscheiben mit heißem Wasser übergossen. Vor dem Trinken lässt man das Ingwerwasser einige Minuten lang ziehen.

Ebenfalls appetitanregend ist der Verzehr von bitteren Speisen. So sollten in den Morgenstunden eine halbe Grapefruit und am Mittag Chicorée oder ein Rucola-Salat als Vorspeise gegessen werden.

Vorbeugung

Um einem Verlust an Gewicht, der durch psychische Belastungen oder Stress hervorgerufen wird, vorzubeugen, gibt es einige Möglichkeiten. Dazu zählt eine gesunde Ernährung mit reichlich Nährstoffen und viel Trinken sowie reichlich Schlaf.

Geht man auf Reisen in exotische Länder, ist es ratsam, nur abgekochtes Wasser und gut durchgegarte Speisen zu verzehren. Auf diese Weise lassen sich Magen-Darm-Erkrankungen, die häufig mit Gewichtsverlust einhergehen, vermeiden.

Quellen:

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