27. November 2008
Die Gelbsucht ist ein Symptom, das auf unterschiedliche Krankheiten hinweisen kann. Ebenso gibt es auch ganz unterschiedliche Ursachen für die Häufung von Bilirubin in den Hautzellen und Schleimhautzellen. Mit einer Lichttherapie kann das Symptom bekämpft werden.

Die Bilirubinkonzentration kann durch Blutuntersuchungen oder Urintests festgestellt werden
Viele Menschen erliegen der irrigen Annahme, bei Gelbsucht handele es sich um eine Krankheit. Tatsächlich ist Ikterus – so der Fachbegriff – ein Symptom, das Indiz für eine Anzahl von Krankheiten sein kann, deren Spektrum von "harmlos" bis zu "lebensgefährlich" reicht. Aus diesem Grund sollte beim plötzlichen Auftreten von Gelbsucht unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Gelbsucht entsteht durch eine erhöhte Konzentration von Bilirubin, ein Abfallprodukt des Blutfarbstoffs Hämoglobin – als Resultat färben sich Haut und Schleimhäute gelblich. Diese Färbung fällt als erstes an der sonst weißen Lederhaut des Auges auf.
Die Ursachen für die vermehrte Produktion von Bilirubin lassen sich in drei Sparten aufteilen.
In der ersten werden die Krankheiten zusammengefasst, die einen erhöhten Abbau roter Blutkörperchen, eine Hämolyse, erzeugen. Hierzu zählen sowohl angeborene Defekte als auch Komplikationen durch Fremdblut nach Transfusionen, unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten oder Zerstörung der Blutkörperchen durch Erreger wie beispielsweise Malaria.
In die zweite Sparte fallen Erkrankungen der Leber, die unter anderem durch übermäßigen Alkoholgenuss, Hepatitis, leberschädigende Gifte oder Leberzirrhose entstehen können.
Die dritte Gruppe umfasst Störungen des Abflusses der Galle aus der Leber. Hier können unter anderem Narbengewebe durch Operationen, aber auch Entzündung der Gallenwege oder Gallensteine der Auslöser sein.
Durch die Vielfalt an Ursachen und somit auch an Behandlungsmöglichkeiten ist eine schnelle Klärung der Ursache wichtig, wobei durch Blutuntersuchungen die Art der Gelbsucht näher bestimmt werden kann.
Häufig ist Gelbsucht auch bei Neugeborenen zu finden, deren Leber noch nicht vollständig funktioniert. Tritt die Gelbsucht am dritten Tag nach der Geburt auf, so besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Erscheint eine Gelbfärbung jedoch am ersten oder nach dem vierten Tag oder hält eine längere Zeit mit intensiver Färbung an, so sollte ein Arzt konsultiert werden. Nach einer Bilirubinbestimmung kann eine Phototherapie angesetzt werden, bei der das Neugeborene mit UV-Licht bestrahlt wird, um einen schnelleren Abbau des Stoffes zu fördern.
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Zu der Rubrik Gelbsucht der Ratgeber Die Lebererkrankungen von J. C. Burnett aus dem Jahr 1994.
