21. Februar 2011
Die Sonne steht plötzlich eine Stunde früher auf, die Vöglein zwitschern fleißig, Blumen und Bäume beginnen zu blühen - und Sie fühlen sich müde und schlapp? Das kann durchaus sein, denn die berühmte Frühjahrsmüdigkeit ist mehr als nur ein Gerücht.
Doch wie kommt es, dass wir uns ausgepowert fühlen, während der Rest der Welt zu neuem Leben erwacht?
Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Umstellung des Hormonhaushalts dem Körper zu schaffen macht. Unser Tag-Nacht-Rhythmus ist nämlich ein hormonell gesteuerter Zyklus, bei dem unter anderem das Schlafhormon Melatonin eine Rolle spielt. Im Winter ist die Melatoninproduktion deutlich höher als im Rest des Jahres. Wenn die Tage also kürzer werden und die Zeit umgestellt wird, kommt der Körper so schnell nicht hinterher und produziert bei vielen Menschen noch viel zu viele Schlafhormone. Bei anderen fehlen diese Hormone viel zu rapide und es kommt zu Schlafstörungen in der Nacht, wordurch man sich am Tage doppelt erschöpft fühlt.
Sollte tatsächlich infolge von unruhigen Nächten ein Schlafmangel bestehen, kann es schon helfen, sich am Nachmittag für zwanzig bis dreißig Minuten hinzulegen und zu entspannen. Ein kurzer Mittagsschlaf füllt die Kraftreserven schnell wieder auf. Wer jedoch länger als eine halbe Stunde ruht, riskiert, dass der gegenteilige Effekt eintritt und man sich nachher noch müder fühlt, denn nach 30 Minuten steigt die Melatoninproduktion wieder an.
Um tagsüber auf Touren zu kommen, sind Tageslicht und Bewegung an der frischen Luft die besten Aufwecker. Spaziergänge und sportliche Betätigung im Freien sind ideal, um die Lebensgeister zu wecken und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Dafür sind auch Schwimmen und Aquagymnastik bestens geeignet. Tageslicht regt außerdem die Produktion von Serotonin an, einem Hormon, dass uns glücklich und ausgeglichen macht. Lassen Sie die Sonnenbrille also zu Hause.
Wenn Sie nicht vor die Tür können oder wollen oder wenn das Wetter nicht mitspielt, gibt es auch für Innenräume Tageslichtlampen, die sich ähnlich positiv auswirken wie die Sonne selbst. Auch Farbtherapien mit farbigem Licht sind möglich. Für eine eigene kleine Farbtherapie kann man sorgen, indem man endlich die bunte Frühlings- und Sommermode wieder aus dem Schrank holt, denn frische und fröhliche Farben helfen gegen Antriebslosigkeit.
Um am Morgen in Schwung zu kommen, hilft übrigens nicht nur Kaffee, sondern auch Duschen à la Kneipp: Arme und Beine können erst mit heißem, dann mit kaltem Wasser abgeduscht werden. Das regt die Durchblutung an, bringt den Kreislauf in Schwung und hinterlässt ein Gefühl von Frische und Wachheit.
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