10. Oktober 2011
Bei einem epileptischen Anfall handelt es sich um einen abrupt auftretenden Krampfanfall. Er ist meist das Symptom einer neurologischen Erkrankung.
Spricht man von einem epileptischen Anfall, ist damit ein Krampfanfall gemeint, der plötzlich infolge einer Funktionsstörung des Gehirns auftritt. Dabei kommt es zur elektrischen Entladung von Nervenzellen.
Charakteristisch für einen epileptischen Anfall ist, dass er ganz unvermittelt und ohne ersichtlichen Grund auftritt und bereits nach einigen Sekunden oder Minuten wieder endet. Ausgelöst wird der Anfall durch gleichzeitig stattfindende elektrische Entladungen von Nervenzellen (Neuronen). Kommt es wiederholt zu epileptischen Anfällen, wird dies als Epilepsie bezeichnet. Die Symptome bei einem epileptischen Anfall können unterschiedlich sein und hängen von der betroffenen Region des Gehirns ab. Größere Anfälle bezeichnet man als Grand Mal. Dabei verliert der Patient sogar das Bewusstsein und stürzt zu Boden. Darüber hinaus kommt es zu rhythmischen Zuckungen des Körpers. Da die Betroffenen keinerlei Kontrolle über das Geschehen haben, besteht die Gefahr, dass sie ungewollt Urin und Kot ablassen oder sich auf die Zunge beißen. Auch Atemprobleme können während eines epileptischen Anfalls auftreten. Zumeist dauert der Anfall nur ein paar Minuten. Danach schlafen die Betroffenen fest ein. In anderen Fällen kann es zu Gefühlsstörungen, Sprachstörungen oder sich ständig wiederholenden Bewegungen wie Schmatzen oder Kauen kommen. Es ist auch möglich, dass der Betroffene vollkommen bei Bewusstsein oder nur leicht eingeschränkt ist. Als besonders gefährlich gilt der Status epilepticus. Dabei handelt es sich um mehrere aufeinander folgende Grand Mal-Anfälle, bei denen der Patient nicht mehr zu Bewusstsein kommt. Da ein solcher Status epilepticus nicht von selbst endet, muss unbedingt ein Notarzt verständigt werden.
Um einem Epileptiker während eines Anfalls vor sich selbst zu schützen, ist es wichtig, ihn auf eine weiche Unterlage zu legen. Sämtliche Kleidungsstücke, die die Atmung des Patienten gefährden könnten, wie zum Beispiel eine Krawatte, sind zu entfernen. Keinesfalls sollte man den Betroffenen jedoch festhalten, da sonst die Gefahr von Gelenk- oder Knochenverletzungen besteht. Nach Ende des Anfalls wird empfohlen, den Epileptiker in eine stabile Seitenlage zu bringen. Tritt ein epileptischer Anfall zum ersten Mal auf, ist ein Notarzt zu alarmieren. Bis zu dessen Eintreffen sollten die Atemwege des Betroffenen freigehalten werden. Hält der Anfall länger als normal an, kann der Notarzt dem Patienten Antikonvulsiva (krampflösende Medikamente) verabreichen und für die Sicherung der Vitalfunktionen sorgen.
Die Behandlung einer Epilepsie sollte bereits nach dem ersten epileptischen Anfall beginnen, da sonst das Risiko besteht, dass es häufiger zu Anfällen kommt. Im Rahmen der Therapie erhalten die Patienten ein Antiepileptikum, das ihnen dabei hilft ein möglichst anfallfreies Leben zu führen. Welche Art von Antiepileptikum man verabreicht, hängt von der Art der Epilepsie ab. Häufig ist es nötig, die Dosis des Medikaments individuell anzupassen. In der Regel beginnt man die Therapie mit nur einem einzigen Medikament. Reicht dies nicht aus, kann auch eine Kombinationstherapie mit zwei unterschiedlichen Wirkstoffen erfolgen. Sind nach drei bis fünf Jahren keine epileptischen Anfälle mehr aufgetreten, versucht man die Dosis der Arzneimittel zu reduzieren. Mitunter können sie sogar ganz abgesetzt werden.
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22.03.12 | |
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