Emotionen - Empfindung und Behandlung von krankhaften Emotionen

Der Mensch kann unterschiedliche Emotionen empfinden und ausdrücken. Zu stark ausgeprägte Emotionen müssen häufig ärztlich behandelt werden.

Die Entstehung von Emotionen und wie man sie annehmen bzw. vermeiden und in krankhaften Situationen behandeln kann

Die Emotionen, die ein Mensch erlebt, beeinflussen das vegetative Nervensystem. Wenn ein Mensch über lange Zeit hinweg stark negative Emotionen empfindet, werden bestimmte Hormone ausgeschüttet, die zu Krankheiten führen können.

Ursachen

Emotionen gehören zum normalen Leben dazu und entstehen in den unterschiedlichsten Situationen. Normalerweise müssen diese nicht behandelt werden. Sind die Emotionen jedoch krankhaft stark ausgeprägt, muss man den Patienten häufig vor sich selbst und anderen Menschen schützen.

Der Grund für derart starke Emotionen ist zum Beispiel

Erkrankungen

Aus krankhaften Emotionen können sich Erkrankungen wie

und viele weitere psychische Krankheiten entwickeln.

Positive Emotionen

Umgekehrt, wenn ein Patient positive Emotionen erlebt, trägt dies zu seinem körperlichen Wohlbefinden bei. Diese Menschen sind weniger krank, da durch die Glücksgefühle auch das menschliche Immunsystem gestärkt wird. Auch Patienten mit einer schweren Grunderkrankung profitieren von positiven Emotionen in ihrem Krankheitsverlauf.

Komplikationen

Nehmen bestimmte Emotionen Überhand, hat dies mitunter Komplikationen für die Psyche zur Folge. So besteht die Gefahr, dass es durch negative Erlebnisse zum Beispiel zu Angststörungen kommt. Aber auch depressive Verstimmungen, die über einen bestimmten Zeitraum anhalten oder sogar auf Dauer bleiben, sind im Bereich des Möglichen.

Nicht selten führen ein Übermaß an Stress oder traumatische Vorkommnisse zu emotionalen Problemen. Empfindet ein depressiver Mensch beispielsweise Trauer, was eigentlich ein völlig normales Gefühl ist, kann sich dies zu permanenter Verzweiflung ausweiten.

Aber auch Emotionen wie

bestimmen mitunter das Leben des Betroffenen komplett.

Wann zum Arzt?

Wirken sich die Emotionen derart intensiv aus, dass sie das gesamte Leben des Betroffenen bestimmen, sollte dieser sich an einen Arzt oder Psychotherapeuten wenden. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob es sich um eine behandlungsbedürftige psychische Störung handelt, bei der eine entsprechende Therapie notwendig ist.

Diagnose

Das Bestehen von krankhaften Emotionen oder psychischen Störungen ist in der Regel nur durch einen Psychotherapeuten oder Psychiater erkennbar. Bei Depressionen gibt es allerdings das Risiko, dass sie vom untersuchenden Arzt nicht erkannt werden, wenn sie mit anderen Erkrankungen verbunden sind.

Untersuchung

Im Rahmen von Gesprächen ermittelt der Psychotherapeut, welche Ursachen die emotionalen Störungen des Patienten haben. Dabei kommen zumeist spezielle Fragebögen zum Einsatz.

Behandlung

Die Behandlung von krankhaften Emotionen findet in der Regel bei einem Facharzt für Psychotherapie oder Psychologie statt. Dieser versucht durch lange Gespräche mit dem Patienten die Ursache der Krankheit herauszufinden.

Die genaue Krankheit wird meist anhand spezieller Fragebögen diagnostiziert. Neben den Gesprächen bei einem Therapeuten erhalten viele Patienten auch Medikamente verordnet, meist so genannte Psychopharmaka.

Je nach Art des Präparates werden dadurch Depressionen behandelt; der Patient wird ruhiger und/oder die Stimmung aufgehellt. Meist findet die Behandlung ambulant statt, in einigen Fällen ist jedoch auch die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus notwendig, um den Patienten behandeln zu können.

Teilweise erfolgt die Einweisung auch dann, wenn man den Patienten vor sich selbst und seiner Umwelt schützen muss.

Selbsttherapie

Negative Emotionen können überaus unangenehm sein. Der Betroffene hat die Möglichkeit, schlechte Gefühle entweder zu vermeiden oder sie anzunehmen.

Unangenehme Emotionen vermeiden

Die meisten Menschen versuchen, negative Emotionen möglichst zu vermeiden. Zu diesem Zweck

  • arbeiten die Betroffenen intensiver
  • setzen sich neue Ziele, die es zu erreichen gilt oder
  • lenken sich durch den Konsum von Medien oder anderen Dingen ab.

Nicht selten werden auch alkoholische Getränke oder sogar Drogen eingesetzt, um negative Gefühle zu verbannen.

Nachteile

Ein Nachteil dieser Strategie ist, dass es dabei zu erheblichen Nebenwirkungen kommen kann. So kostet das Vermeiden bestimmter Emotionen den Betroffenen viel Kraft.

Durch den Versuch, die als unangenehm empfundenen Gefühle zu verdrängen, verstärken sich diese oftmals noch mehr. Außerdem macht es viel Mühe, den Emotionen auf die Dauer standzuhalten.

Emotionen annehmen

Da Emotionen wichtig für den Entwicklungsprozess der Seele sind, ist es besser, sie so anzunehmen wie sie sind. So bedeutet der Begriff "Emotion" übersetzt soviel wie "sich herausbewegen".

Hält der Betroffene seine Emotionen auf, sorgt dies für Probleme. Lässt man die Gefühle jedoch zu, damit sie auf die Psyche einwirken können, kehrt man schließlich wieder in eine stabile Mitte zurück.

Die Emotionen anzunehmen bedeutet allerdings nicht, dass sie das eigene Verhalten komplett steuern sollen. Stattdessen nimmt man die Gefühle achtsam wahr, ohne sie zu bewerten. Je heftiger sich ein Gefühl zeigt, desto sinnvoller ist sein tatenloses Erkennen. So kann es negativ sein, unter dem Einfluss der Emotionen etwas zu unternehmen.

Vorbeugung

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  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008, ISBN 3809423777

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