7. März 2009
Von Viola Reinhardt
Bietet man Kindern die Alternative vor den Fernseher zu sitzen oder mit Papa und Mama zu Toben oder raus zu gehen, wählen sie in den meisten Fällen die letztere Variante. Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung von Körper und Geist die Möglichkeit sich auszutoben, zu klettern und täglich ihre Muskulatur zu stärken. Wider erwarten benötigt man hierzu nicht unbedingt einen Sportverein, denn auch zuhause oder in der freien Natur finden sich mehr als genug Bewegungsmöglichkeiten.
Peter, sechs Jahre alt, scheint ein bockiges und auch wildes Kind zu sein. In der Schule geht es gerade noch mit Stillhalten, doch kaum ist er zuhause wird aus dem braven Jungen ein tobender Derwisch. Seine Mutter Anna bekommt täglich die Krise und meckert am laufenden Band mit ihm. "Bleib doch mal sitzen" oder "Tob nicht durch die Wohnung, sieh lieber Fern" sind nur zwei der Sätze, die Peter täglich hört. Erst am Abend, wenn der Papa nach Hause kommt wird Peter ruhiger...nachdem er mit seinem Vater ausgiebig getobt und gecatcht hat.
Clarissa, gerade acht Jahre alt geworden, hat ziemliche Schwierigkeiten mit ihrer Grobmotorik. Balancieren und Klettern fallen ihr ebenso schwer als auch Bälle zu fangen und zu werfen. Im Sportunterricht in der Schule versucht sie sich ständig zu verkrümeln. Nicht weil sie nicht mitmachen will, sondern weil es ihr schwer fällt die Spiele und Übungen mitzumachen. Das Mädchen verbringt durchschnittlich acht Stunden in ihrem Zimmer oder vor dem Fernseher und dem Computer.
Nur zwei Beispiele von vielen, wie sich ein Bewegungsmangel bei Kindern äußern kann. Viele Eltern ahnen nicht einmal, dass zahlreiche scheinbare Probleme bei und mit den Kindern dadurch entstehen, dass die Kinder nicht in einem ausreichenden Ausmaß ihre überschüssigen Energien entladen können. Und auch nicht die Chance haben ihre Motorik auf ein gesundes Maß zu bringen. Hier sind die Eltern aufgefordert ihren Kindern zu Liebe aktiv zu werden.
Experten empfehlen, dass Kindern täglich mindestens zwei Stunden in der frischen Luft verbringen sollen und hier am besten natürlich mit Bewegung. Entdeckungstouren mit den Eltern durch den Wald und den Park, Fahrradtouren und Ausflüge auf unterschiedliche Spielplätze sind hierbei für alle Beteiligten eine spaßige und gesunde Angelegenheit. Doch auch im eigenen Garten Fußball spielen oder in der Wohnung ausgelassen zu Musik tanzen, hopsen und springen sind Möglichkeiten wie die Muskulatur und auch das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt wird. Denn: Wer sich ruhig und ausgeglichen mit gerader Körperhaltung bewegen kann, strahlt ein gesundes Selbstbewusstsein aus, dass beispielsweise in der Schule zu weniger Hänseleien führt und Mut macht immer wieder Neues auszuprobieren.
Eltern tun gut daran täglich etwas Zeit zu investieren und mit ihren Kindern unterschiedliche Bewegungsangebote zu nützen. Alternativ bieten sich auch Sportvereine oder Reitschulen an, die nicht nur zu mehr sportlicher Betätigung verhelfen, sondern noch dazu die soziale Kompetenzen des Kindes stärken. Angesichts der späteren Arbeitsaufnahme ein ergänzendes Plus, dass man nun mal nicht vor der Spielkonsole, dem Computer oder auch dem Fernseher erlernen kann. Ebenso wenig wie ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen groß zu werden oder zu erleben, dass man als Familie unheimlich viel Spaß haben kann. Ein Band, das auch in späteren Jahren kein Außenstehender zerreißen kann. Und alles nur durch ein wenig Bewegung im Alltag.
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