Beinschmerzen - Ursachen und Behandlung

Beinschmerzen können sich für den Patienten unterschiedlich anfühlen. Beinschmerzen können durch unterschiedliche Maßnahmen behandelt werden.

Die Entstehung von Beinschmerzen und wie man sie behandeln und lindern kann

Ursachen

Da das Bein aus vielen einzelnen Bestandteilen besteht, können Beinschmerzen häufig auftreten und viele Ursachen haben. In einigen Fällen liegt den Schmerzen eine harmlose Ursache zugrunde, in einigen kann eine Behandlung jedoch auch lebensnotwendig sein.

Muskelkater und Wadenkrämpfe

Beinschmerzen können durch übermäßige Belastung entstehen und verursachen dann den so genannten Muskelkater, der jedoch völlig harmlos ist und von selbst wieder verschwindet.

Auch Wadenkrämpfe können die Ursache von Beinschmerzen sein. Diese können zum Beispiel entstehen, wenn der Patient unter Magnesiummangel leidet. In der Schwangerschaft kommt dies häufiger vor, weshalb viele schwangere Frauen Magnesium einnehmen.

Unfälle und Verletzungen

Bei Unfällen können sich die Patienten jedoch auch häufig Gelenk- und Bänderverletzungen oder auch Frakturen (Brüche) zuziehen. Im Bereich des Beines gibt es häufig Schienbeinbrüche oder einen Oberschenkelhalsbruch.

Viele Sportler hatten bereits einen Achillessehnenriss.

Erkrankungen

Doch auch Erkrankungen können die Ursache von Beinschmerzen sein. Im Bereich des Beines kann sich beispielsweise ein gut- oder bösartiger Tumor befinden, der für Schmerzen beim Patienten sorgt.

Wenn Patienten Schmerzen im Bein verspüren, liegen häufig auch Krankheiten wie

zugrunde.

Nicht immer muss die Ursache der Beinschmerzen auch im Bein selbst liegen. Ein Bandscheibenvorfall befindet sich beispielsweise im Rücken und trotzdem können die Schmerzen in ein Bein ausstrahlen.

Komplikationen

Da Beinschmerzen aus den unterschiedlichsten Gründen entstehen, können in einigen Fällen auch Komplikationen auftreten. Dazu gehören vor allem Beinbrüche nach Unfällen oder Stürzen. So besteht zum Beispiel bei einem offenen Schien- oder Wadenbeinbruch das Risiko einer bakteriellen Infektion, da Keime in die offene Wunde gelangen können. Außerdem handelt es sich bei Beinfrakturen um Notfälle, die rasch medizinisch behandelt werden müssen.

Kommt es zu Sehnen- oder Bänderrissen wie einem Achillessehnenriss oder einem Kreuzbandriss im Knie, leidet darunter auch die Bewegungsfähigkeit. Neurologische Erkrankungen wie eine Polyneuropathie können zu Nervenschäden im Bein führen, die wiederum Empfindungsstörungen wie

auslösen.

Außerdem ist es möglich, dass die Beinschmerzen von anderen Körperregionen wie der Lendenwirbelsäule oder der Hüfte hervorgerufen werden. In solchen Fällen strahlen die Schmerzen bis ins Bein aus.

Als besonders gefährlich gelten Beinschmerzen durch die Bildung eines Blutpfropfens. Dadurch besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Embolie.

Wann zum Arzt?

Ein Arzt muss alarmiert werden, wenn starke Schmerzen im Bein nach einem Unfall wie einem Sturz auftreten oder sich die Schmerzen immer wieder zeigen und ihre Ursache unklar ist. So können sich hinter den Beinschmerzen Rücken- oder Hüftprobleme, Durchblutungsstörungen sowie Gefäßerkrankungen verbergen, was eine medizinische Abklärung und Behandlung erfordert.

Diagnose

Nicht in jedem Fall muss bei Beinschmerzen ein Arzt aufgesucht werden. Nach Unfällen oder länger anhaltenden Schmerzen lässt sich jedoch ein Arztbesuch nicht vermeiden. Während der Untersuchung klärt der Arzt ab, an welcher Stelle des Beins die Schmerzen auftreten, welcher Art sie sind und ob der Patient noch unter zusätzlichen Beschwerden leidet.

Außerdem fragt er, wie lange die Schmerzen schon andauern. So gilt es zu klären, ob der Patient einen Unfall wie einen Sturz hatte oder möglicherweise falsche Beinbelastungen ursächlich für die Beschwerden sind.

Leidet der Patient unter Vorerkrankungen wie

  • Durchblutungsstörungen
  • einem Bandscheibenvorfall
  • einer Arthrose oder
  • Krampfadern,

sollte er dies dem Arzt unbedingt mitteilen.

Um die Ursache für die Beinschmerzen herauszufinden, nimmt der Arzt eine genaue Untersuchung des Beins vor. Außerdem erfolgen mehrere Bewegungstests. Zudem achtet er auf:

Eine weitere Maßnahme ist das Fühlen des Pulses am Fuß.

Weitere Untersuchungen

Zur genauen Erstellung einer Diagnose ist es oft nötig, weitere Untersuchungen durchzuführen. Dazu gehören vor allem:

Behandlung

Um die Beinschmerzen behandeln zu können, muss der Arzt zuerst herausfinden, welche Ursache hinter den Schmerzen steckt.

Verbände und Kompressionsstrümpfe

Häufig legt der Arzt einen Verband um die betroffene Stelle des Beines und reibt darunter eine (zum Beispiel abschwellende) Salbe auf die Haut. Teilweise ist es auch notwendig, dass der Patient Kompressionsstrümpfe trägt, um den Blutfluss zu regulieren.

Ein Kompressionsstrumpf ist ein fest anliegender Strumpf um das betroffene Bein herum. Diese Maßnahme wird zum Beispiel bei Krampfadern durchgeführt. Teilweise müssen diese jedoch auch operativ behandelt werden, um schwere Folgeerkrankungen zu verhindern.

Medikamente

Zur Behandlung von Beinschmerzen gibt es eine Vielzahl verschiedener Medikamente. Je nach ursächlicher Erkrankung kann der Arzt zum Beispiel Venenpräparate oder Schmerzmittel verordnen.

Meist werden die Präparate in Form von Tabletten eingenommen. Teilweise kann das Medikament jedoch auch in die betroffene Stelle des Beines gespritzt werden.

Gips

Wenn ein Knochen im Bein gebrochen ist, muss der Arzt die Knochen durch einen Gips ruhig stellen, damit diese wieder zusammenwachsen können. Der Patient muss dann mehrere Wochen oder teilweise sogar Monate lang einen Gips tragen. Wenn der Patient aufstehen darf, benötigt er in der Regel Krücken, da er das Gipsbein nicht belasten darf.

Arthroskopie

Bei Schmerzen im Knie kann der Orthopäde auch eine Arthroskopie, eine Gelenkspiegelung, durchführen, die zum einen als Diagnostik dient und zum anderen auch gleichzeitig als Behandlung.

Physiotherapie

In vielen Fällen ist auch eine physiotherapeutische Behandlung hilfreich. In diesem Zusammenhang kann der Arzt zum Beispiel Krankengymnastik oder auch Kälte- oder Wärmeanwendungen im Bereich des Beines verordnen.

Sportliche Betätigung

Bei einigen Patienten ist auch körperliche Bewegung hilfreich gegen die Beinschmerzen. Dazu eignen sich besonders Sportarten wie Schwimmen, um die Gelenke nicht übermäßig zu beanspruchen.

Selbsttherapie

Beinschmerzen können die verschiedensten Ursachen haben. In einigen Fällen ist durchaus eine Selbsttherapie möglich. So zum Beispiel nach körperlicher Anstrengung oder bei einem Muskelkater. Außerdem kann es rasch zu Schmerzen im Bein kommen, wenn man sich vor dem Sport nicht ausreichend aufwärmt.

  • Mit Wärmeanwendungen und leichten Dehnübungen lassen sich diese Schmerzen jedoch rasch wieder vertreiben.
  • Als hilfreich gelten zudem eine heiße Dusche bzw. ein heißes Bad, ein Saunabesuch oder eine Massage.
  • In manchen Fällen können aber auch Kälteanwendungen hilfreich sein, wie zum Beispiel mit einem Kühlelement. Damit dieses nach dem Herausnehmen aus dem Gefrierschrank nicht zu kalt ist, sollte es einige Minuten lang bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Dann wird das Kühlelement in ein Tuch eingewickelt und auf die schmerzende Stelle gelegt.
  • Als bewährtes Mittel zur Selbstbehandlung von Beinschmerzen, die durch körperliche Anstrengung entstehen, gilt Rosskastanien-Salbe. Deren Inhaltsstoffe haben die Eigenschaft, die Beindurchblutung anzuregen. Außerdem wirken sie sich positiv auf die Venen aus.
  • Ebenfalls hilfreich ist die Einnahme von Magnesium. So hilft der Mineralstoff vor allem gegen Krämpfe.

Hausmittel gegen Beinschmerzen

Eine sinnvolle Maßnahme gegen Beinschmerzen nach physischer Anstrengung ist das Durchführen von Wechselduschen. So fördert der Wechsel zwischen warmem und kaltem Wasser die Durchblutung des Beines.

Doch auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Das heißt, dass man reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen und bevorzugt Geflügel und Milchprodukte verzehren sollte. In

ist zudem reichlich Magnesium vorhanden.

Vorbeugung

Beinschmerzen ist nur schwer vorzubeugen. Wer Sport treibt, sollte sich zuvor regelmäßig aufwärmen und dazu Dehnungsübungen durchführen. Außerdem empfiehlt es sich, gutes Schuhwerk zu tragen und passende Sitzmöbel zu verwenden.

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