Wissenswertes zur weiblichen Ejakulation

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Geschichte und Ablauf der weiblichen Ejakulation

Unter einer weiblichen Ejakulation versteht man das Freisetzen eines Sekrets beim Orgasmus der Frau. Ausgelöst wird sie durch ein intensives sexuelles Erlebnis.

Nicht nur Männer sind in der Lage zu ejakulieren, auch Frauen können bei ihrem sexuellen Höhepunkt ein Sekret absondern, das Ähnlichkeit mit verwässerter Milch hat. Dieser Vorgang erfolgt durch einige kleine Ausgänge, die sich in den hinteren Abschnitten der Harnröhre befinden. Dabei macht sich die Ejakulation entweder durch tröpfchenförmiges Pulsieren oder hohes Spritzen bemerkbar.

Lange Zeit unterlag die weibliche Ejakulation einer gesellschaftlichen Tabuisierung.

Geschichte der weiblichen Ejakulation

Von einer weiblichen Ejakulation ohne Samen wurde bereits in der Antike im 4. Jahrhundert v. Chr. von dem berühmten griechischen Philosophen Aristoteles berichtet. Im 2. Jahrhundert n. Chr. nahm der griechische Arzt und Anatom Galenus von Pergamon die Beschreibung einer weiblichen Prostata vor, die Samen ejakulierte.

Weitere Berichte mussten jedoch bis in die Zeit der Renaissance warten. Im Jahr 1672 verfasste der niederländische Mediziner Regnier de Graaf ein Buch über die weiblichen Geschlechtsorgane. Darin wurde die weibliche Ejakulation als schwallartiger Erguss beschrieben.

Außerdem nahm de Graaf Hinweise auf die empfindlichen Stellen an der Vorderseite der Scheidenwand vor. Diese verglich er mit der männlichen Prostata (Vorsteherdrüse).

Weitere Beschreibungen dieser Zone folgten im Jahr 1950 durch den deutschen Frauenarzt Ernst Gräfenberg (1881-1957). Nach dem Mediziner benannte man diese Stelle später als Gräfenberg-Zone oder G-Punkt.

Allerdings wurde das Vorhandensein dieser Zone von den meisten Medizinern verschwiegen oder bestritten, was zu einer Tabuisierung des Themas in der Gesellschaft führte.

So dauerte es bis in die 70er Jahre, bis die Thematik der weiblichen Ejakulation im Rahmen der Frauenbewegung erneut auf Interesse stieß. 1987 beschrieb die Amerikanerin Carol Dawner, die Urheberin der Vaginalen Selbstuntersuchung, die weibliche Ejakulation als Freudenfluss. Dies führte dazu, dass sich auch Sexualforscher des Themas annahmen und dieses in den Vereinigten Staaten intensiver diskutiert wurde.

Ablauf der weiblichen Ejakulation

Trotz zahlreicher Studien ist noch immer nicht der genaue Ablauf der weiblichen Ejakulation bekannt. Eine wichtige Rolle spielt bei diesem Vorgang der G-Punkt. Wird dieser Punkt stimuliert, kommt es zur Freisetzung des weiblichen Ejakulats.

Die Entstehung dieser Flüssigkeit findet u.a. in den Skene-Drüsen statt. Nach intensiver sexueller Erregung und einem Orgasmus schütten die Drüsen das Ejakulat über Öffnungen an der Vulva und der Harnröhre aus.

Wie viele Frauen zu einer Ejakulation gelangen, ist unbekannt. Studien zufolge soll dies bei etwa 54 Prozent aller Frauen der Fall sein.

Zusammensetzung des weiblichen Ejakulats

In neueren Studien wurden auch Untersuchungen vorgenommen, die die Zusammensetzung des weiblichen Ejakulats betrafen. Dabei fanden die Forscher heraus, dass dieses aus zwei Flüssigkeiten besteht.

Bei der ersten Flüssigkeit kommt es zu einem schwallartigen Ausstoß. In ihr enthalten sind niedrige Konzentrationen aus:

Dabei handelt es sich um Substanzen, die auch im Urin zu finden sind, wobei sie dort eine höhere Konzentration aufweisen. Auf welche Art das Freisetzen der Flüssigkeit erfolgt, konnte noch nicht geklärt werden.

Die zweite Flüssigkeit weist Ähnlichkeit mit dem Ejakulat des Mannes auf. So ist in dem weiblichen Ejakulat eine hohe Anzahl an dem prostataspezifischen Antigen (PSA) vorhanden. Die Absonderung erfolgt scheinbar aus den Skene-Drüsen.

Ein weiterer Inhaltsstoff der Flüssigkeit ist Glukose (Zucker). Die Glukose dient den männlichen Spermien zur Gewinnung von Energie. Daher ist es möglich, dass die abgesonderte Flüssigkeit dafür sorgt, dass sich die Spermien stärken können, während sie sich auf ihrem Weg zur weiblichen Eizelle befinden.

Menge und Färbung

Die Menge der abgesonderten Flüssigkeit schwankt zwischen wenigen Tropfen und ca. 250 Millilitern. Sie weist eine hellgelbe bis milchige Färbung auf und hat von Frau zu Frau einen unterschiedlichen Geruch. Dabei spielen auch die Lebensgewohnheiten der Frau sowie die Anzahl ihrer Ejakulationen eine Rolle. Zum Beispiel ist es möglich, dass die Frau auch durch Masturbation oder Oralsex ejakuliert.

  • Typisch für die weibliche Ejakulation ist, dass sie sich nicht bei jeder Frau zeigt.
  • Außerdem muss sie nicht bei jedem Orgasmus auftreten.

Da ihre Physiologie noch immer weitgehend unbekannt ist, ließ sich bislang nicht feststellen, ob die weibliche Ejakulation erlernt werden kann.

Probleme durch die weibliche Ejakulation

Die weibliche Ejakulation kann mitunter auch zu Problemen führen. So wird das Austreten der Flüssigkeit nicht selten von den betroffenen Frauen als unangenehm empfunden, wenn sie Geschlechtsverkehr haben. Manchmal nehmen sie auch an, dass ihnen die Kontrolle über ihre Harnblase entglitten ist. Gelegentlich wird der Orgasmus dann aus Scham sogar unterdrückt.

Da mitunter auch der Mann irritiert auf die weibliche Ejakulation reagieren kann, empfiehlt es sich, offen mit dem Partner über dieses Thema zu sprechen, um Problemen beim Sex aus dem Weg zu gehen.

Grundinformationen und Hinweise zur weiblichen Ejakulation

  • Wissenswertes zur weiblichen Ejakulation

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: frauenkörper © Jari Aherma - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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