20. Oktober 2009
Von Viola Reinhardt
Ein langes Vorspiel und ein noch längeres ineinander Verschmelzen braucht Zeit. Viel Zeit, die aufgrund des Jobs oder der häuslichen Kinderschar nicht immer gegeben ist. Doch was tun, wenn einen die Lust überkommt und man nicht warten möchte bis am Samstag die Kinder zur Oma gehen oder am späten Abend endlich der berufliche Feierabend naht? Tantra und Quickies verschmelzen zu einer Form, die genau an dieser lustvollen Problematik ansetzt.
Die Lehre und Kunst des Tantra entstand aus dem Sanskrit und bedeutet grob übersetzt das innere Wesen oder auch der Kern des Menschen. Im Fokus steht hier die fast göttliche sexuelle Energie mit der man sowohl die Kontrolle über seine körperlichen Gefühle erreichen als auch zu einer intensiven sexuellen, fast sphärischen Art des Umgangs mit dem innen liegenden Energiezentrum gelangen kann.
Sich besonders als Paar mit dem Tantra zu gänzlich neuen sexuellen Erfahrungen zu bringen benötigt in der Regel etwas Zeit, denn mit einem Holder die Polder erlernt man nicht die Kontrolle über das Kommen und Gehen der sexuellen Erfüllung. Allerdings kann man durchaus mit Quickies üben und sich dabei sehr nahe kommen. Gefühle im Alltag, die nach einer raschen, aber intensiven Befriedung verlangen, können mit Tantra-Quickies ausgelebt werden.
Tantra-Quickies funktionieren recht einfach, denn zunächst unterscheiden sie sich kaum von den zwei bis zehn Minuten Quickies, die Mann und Frau vielleicht bereits kennen. Doch bei genauerer Betrachtung erkennt man schnell, dass hinter diesen besonderen Quickies ein gewisser Touch an Esoterik steckt, denn nicht der eigentliche Orgasmus ist das Ziel, zumindest nicht im herkömmlichen Sinne.
Tiefes Empfinden, sich als Mann zurückhalten zu lernen und als Frau rascher zu einer sexuellen Stimulation kommen, sind die Gründe, weshalb sich besonders diese Art von Schnellsex auf Dauer lohnt. Männer sind in ihrer Erregungskurve wesentlich schneller, dagegen benötigen Frauen mehr Zeit, um das gleiche Level dieser Kurve zu erzielen. Hier setzen die Tantra-Quickies an.
Am besten sollte man die Quickies anfangs mehrmals täglich praktizieren, wobei schon vier, fünf Minuten genügen. Als Mann heißt es sich ganz auf das Gefühl konzentrieren ohne allerdings dabei zum Höhepunkt zu kommen. Für viele Männer ist das eine neue Erfahrung, die jedoch mit verlaufender Zeit neue sexuelle Gefühle auslösen wird und der Frau die Gelegenheit gibt mit ihm zeitlich "gleich zu ziehen". Aus Frauensicht bedeuten die Tantra-Quickies dem Körper die Chance zu geben schnell zur Erfüllung zu kommen, wobei man als Frau die Fantasie als Unterstützung einsetzen kann. Als Ort eignen sich beispielsweise das Bad, die Küche, die Garage, irgendwo im Garten oder auch in der Waschküche und im Auto. Auch hier sollte die Fantasie als Paar eingesetzt werden, zumal sich der Reiz dadurch erheblich steigern lassen kann.
Was sich im ersten Moment nach Kaninchensex anhört, zeigt sich mit etwas Übung als eine der Möglichkeiten sich intensiv und rasch auf den Partner einzustimmen, besonders auch dann, wenn man sich an den schnellen Samstagabendsex unter der Bettdecke gewöhnt hat. Aufregender, intensiver und auch die Beziehung stärkender, lassen sich die Tantra-Quickies soweit einüben, dass sowohl er als auch sie innerhalb weniger Minuten zu einem Orgasmus kommen, der selbst in einem stundenlangen Liebesspiel nicht diese Intensivität erreichen kann.
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