24. November 2011
Sexuelle Belästigung gibt es nicht nur am Arbeitsplatz. Auch an Schulen und Universitäten kann es zu Übergriffen durch Lehrer oder Aufsichtspersonen kommen.
Unter sexueller Belästigung versteht man unerwünschte Annäherungsversuche, Berührungen oder Bemerkungen. Zu sexuellen Übergriffen kann es nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch an Schulen und Universitäten kommen.
Sexuelle Belästigung ist ein Problem, das häufig verschwiegen wird. Besonders heikel sind sexuelle Übergriffe in der Schule an Jugendlichen. Doch auch an Hochschulen und Universitäten kommt es immer wieder zu Fällen von sexueller Belästigung. Nicht immer geht es dabei nur um Sexualität, sondern auch um Macht. So nutzen manche Lehrer oder anderes pädagogisches Personal ihre Macht, ihre Überlegenheit und das Abhängigkeitsverhältnis dazu aus, um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. So kann es sich auch ohne körperliche Übergriffe um sexuelle Belästigung oder Diskriminierung handeln. Zur sexuellen Belästigung zählt man nicht nur Handlungen, sondern auch Worte und Gesten. Dies können zum Beispiel anzügliche Bemerkungen oder Witze sein. Ebenfalls zur sexuellen Belästigung gehören unerwünschte Annäherungsversuche, anzügliche Blicke oder Berührungen. An Hochschulen setzt man die Betroffenen mitunter auch unter Druck, indem man ihnen im Falle von sexuellem Entgegenkommen Belohnungen verspricht. Weigert sich der Betroffene jedoch, werden ihm Nachteile bei der Benotung von Arbeiten oder Prüfungen angedroht. Schülerinnen und Schüler leiden dagegen oft unter abfälligen und diskriminierenden Bemerkungen von Lehrern über ihr Aussehen oder ihren Körper. Aber auch sexualisierte Komplimente, "Hilfestellungen" beim Sportunterricht an intimen Körperstellen sowie direkte Berührungen kommen vor. In seltenen Fällen ist auch ein intimes Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern möglich.
Für Jugendliche ist es sehr schwer, sich gegen die Übergriffe von Lehrern zur Wehr zu setzen. So sind sie oft verwirrt oder empfinden Scham. Wichtig ist dann, sich jemandem anzuvertrauen, zum Beispiel einer guten Freundin, mit der man das weitere Vorgehen bespricht. Am besten wendet man sich mit dem Problem an die Eltern, den Vertrauenslehrer oder den Schulsozialarbeiter, damit diese einem helfen, sich gegen die Übergriffe zu wehren. Möchte man dies nicht, gibt es auch die Möglichkeit, eine Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch aufzusuchen. Diese Stellen haben Schweigepflicht und geben ohne Zustimmung keinerlei Informationen an Eltern oder Schule weiter. Außerdem helfen sie dabei, eine Lösung für das Problem zu finden.
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