24. November 2011
Viele Menschen fragen sich, ob ihre sexuellen Vorlieben normal sind. Doch worunter versteht man sexuelle Normalität?
Sexuelle Vorlieben sind individuell sehr verschieden. Was ein Mensch anregend findet, kann dem anderen wiederum missfallen. So manch einer fragt sich sogar, ob seine Vorlieben normal sind.
Nach Ansicht von Wissenschaftlern prägen sich Merkmale und Eigenschaften, die ein Mensch sexuell attraktiv findet, bereits im frühen Lebensstadium aus. Der Frage, warum bestimmte Attribute sexuell als attraktiver eingestuft werden als andere, gingen zahlreiche Verhaltensforscher über einen längeren Zeitraum nach. Bei ihren Studien berücksichtigten sie auch das Elternhaus der befragten Personen. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass es Zusammenhänge zum Aussehen der Eltern gibt. Trägt zum Beispiel ein Elternteil eine Brille, werden im späteren Leben oftmals Lebenspartner gewählt, die ebenfalls eine Brille tragen. Ähnliches gilt, wenn die Eltern rauchen. Darüber hinaus werden heterosexuelle Männer häufig von Frauen angezogen, die ähnliche Merkmale wie ihre Mütter aufweisen. Bei heterosexuellen Frauen ist dies dagegen oftmals bei ihren Vätern der Fall. Dieser Prozess entwickelt sich jedoch erst mit der Geschlechtsreife und gilt vor allem für etwa gleichaltrige Partner.
Manche Menschen entwickeln jedoch sexuelle Vorlieben, die von der Mehrheit abgelehnt und sogar als pervers bezeichnet werden, weil sie ein anderes Verständnis von liebevollem Sex haben. Doch was bedeutet Normalität? In der Psychotherapie versteht man unter Paraphil oder Pervers Störungen der Sexualpräferenz. Dabei kann es sich um Fetische handeln, die Personen- oder Objektbezogen sind, oder um ein bestimmtes Verhalten wie Rollenspiele oder Sado-Masochismus. Doch auch Pädophile oder Nekrophile, die kriminelle Härtefälle darstellen, fallen oft ebenfalls in dieses Raster. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist jedoch gegen eine Diskriminierung von Menschen, die über auffällige sexuelle Vorlieben verfügen und grenzt sie ausdrücklich von krankhaften Paraphilen ab.
Sexualexperten raten Menschen, die spezielle sexuelle Vorlieben haben, diese genussvoll auszuleben. In einer Partnerschaft ist es wichtig, den Partner mit einzubeziehen und mit ihm über verborgene Sehnsüchte zu sprechen. Grundvoraussetzung ist selbstverständlich, dass der Partner oder andere Menschen dabei nicht verletzt werden. So muss man nicht jedes Extrem voll und ganz ausleben. Manchmal reicht es schon aus, sich in der Phantasie damit zu befassen oder es mit einer Light-Version zu probieren.
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28.05.12 | |
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