17. November 2011
Unter einer Scheidenspülung versteht man die Reinigung der weiblichen Vagina mithilfe eines Einlaufgerätes. Sie kommt vor allem zur Bekämpfung von Scheideninfektionen oder zur Intimpflege zur Anwendung.
Durch eine Scheidenspülung soll die Vagina gereinigt und von schädlichen Keimen befreit werden. Dabei spült man zumeist Wasser, das mit biologischem Essig vermischt wird, in die Scheide.
Früher kamen Scheidenspülungen auch als Verhütungsmittel zur Anwendung, um auf diese Weise durch das Wegspülen der männlichen Samenzellen unerwünschte Schwangerschaften zu verhindern. Als Verhütungsmethode erwies sich die Scheidenspülung jedoch als unwirksam. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Spermien sehr schnell sind und die Gebärmutter bereits vor der Spülung der Vagina erreichen können. Vor allem während des Eisprungs kommt es zu einer Veränderung des Gebärmutterschleims, wodurch die Samenzellen ohne Mühe zur Gebärmutter vordringen. So beträgt der Pearl-Index der Scheidenspülung 31.
Heutzutage führt man Scheidenspülungen vorwiegend zur Intimpflege oder zur Behandlung von Pilzinfektionen der Scheide durch. Dabei kommt ein so genannter Irrigator zur Anwendung. Gemeint ist damit eine Spülkanne aus Metall oder Glas, die mit einem Zusatz gefüllt wird. Dabei handelt es sich zumeist um biologischen Essig. Mithilfe eines Schlauchs, der mit einem Mutterstück ausgestattet ist, führt man die Spülkanne in die Vagina ein und beginnt mit der Spülung der Scheide. Diverse Zusätze und Gefäße für die Durchführung einer Scheidenspülung erhält man in der Apotheke.
Zahlreiche Frauenärzte raten jedoch von der Anwendung einer Scheidenspülung ab und halten sie sogar für ungesund. So besteht das Risiko, dass die aggressive Mischung aus Wasser und Essig die sensible Schleimhaut der Vagina angreift, was wiederum eine Infektion zur Folge haben kann. Auch Blutungen sind im Bereich des Möglichen. Ein weiterer Nachteil der Scheidenspülung ist, dass dabei nicht nur schädliche Keime weggespült werden, sondern auch nützliche Bakterien, die für den Erhalt des natürlichen Milieus der Vagina sorgen.
Grundsätzlich ist es also sinnvoller auf die Durchführung einer Scheidenspülung zu verzichten, da sie sich als Verhütungsmittel nicht eignet. Im Falle einer Scheideninfektion, sollte man vor der Anwendung lieber erst einen Frauenarzt befragen. Für die Intimpflege der Scheide eignen sich herkömmliche Reinigungsmethoden wie einfaches Wasser und ein Waschlappen weitaus besser. Auch zur Empfängnisverhütung sind konventionelle Mittel wie z.B. die Antibaby-Pille sinnvoller.
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